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KAPITELWAHL

THE LOST BLADESMAN (Hong Kong/China 2011)

von André Becker

Original Titel. GUAN YUN CHANG
Laufzeit in Minuten. 106

Regie. FELIX CHONG . ALAN MAK
Drehbuch. FELIX CHONG . ALAN MAK
Musik. HENRY LAI
Kamera. CHI YING CHAN
Schnitt. CHI-LEUNG KWONG
Darsteller. DONNIE YEN . JIAN WEN . ALEX FONG . ANDY ON u.a.

Review Datum. 2012-12-26
Erscheinungsdatum. 2011-10-28
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . MANDARIN (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Donnie Yen zählt derzeit zweifelsohne zu den gefragtesten Schauspielern Hong Kongs. Schauspieler sollte man hierbei allerdings eher in Anführungsstrichen denken, denn Yens darstellerische Fähigkeiten sind eher begrenzt . Insbesondere wenn es darum geht ambivalente und oder gebrochene Figuren glaubhaft zu verkörpern stößt der kaum gealterte Yen ziemlich schnell an seine mimischen Grenzen. Das zeigt auch das aufwendig produzierte, irgendwo zwischen Charakterstudie und klassischer Swordsplay-Action angesiedelte, Historien-Drama THE LOST BLADESMAN. Hier wird aufgrund Yens hölzerner Darstellung des Hauptprotagonisten aus einem ansonsten sehr überzeugenden Film (Regie: Felix Chong und Alan Mak) ein fast schon mittelmäßiges Werk. Yens begrenzte darstellerische Fähigkeiten überlagern sozusagen die eigentlich offenkundigen Stärken – und das ist sehr schade.

Die Handlung ist zur Zeit des Krieges der drei Königreiche (Han Dynastie 200 n. Chr.) angesiedelt. Der loyale chinesische Krieger Guan Yu (Donnie Yen) wird zum Spielball der Interessen machtgieriger Feldherren und muss zum Schluss um sein Leben kämpfen. Der hinterlistige General Cao Cao (souverän wie immer Jiang Wen) zwingt Guan Yu die Seiten zu wechseln und schafft es mithilfe Yus einen entscheidenden Schlag gegen seinen verhassten Widersacher Liu Bei – mit dem Yu eigentlich sympathisiert - zu erzielen. Guan Yu findet jedoch keine Ruhe und entscheidet sich dazu Liu Bei im Kampf gegen Cao zu unterstützen. Was Yu nicht ahnt ist, dass auch Liu Bei ganz eigene Interessen verfolgt.

Es ist nicht so, dass Donnie Yen die totale Fehlbesetzung wäre, vielmehr offenbaren sich seine dürftigen schauspielerischen Skills nur temporär. Dann allerdings auch nachhaltig, was sich überaus negativ für die Glaubhaftigkeit der Hauptfigur auswirkt. Yen, ausgestattet mit einem neckischen Bärtchen, kann immer dann überzeugen, wenn es darum geht die Klinge gegen seine Gegner einzusetzen und halt in den Momenten wo möglichst wenig Mimik erforderlich ist. Alle anderen Darsteller sind insofern auch haushoch überlegen. Yen bemüht sich, aber letztendlich wird dadurch nur alles schlimmer. Man kann sich das alles ungefähr so vorstellen wie damals bei Van Damme in NOWHERE TO RUN. Der Wille ist da, aber das Ergebnis – nun ja, ein ziemlicher Reinfall. Möglicherweise schafft es Yen aber vielleicht ja, ähnlich wie unser aller Lieblingsbelgier irgendwann doch noch so etwas wie schauspielerisches Können – wenngleich auf einem überschaubarem Niveau - zu entwickeln. Fortschritte sind schließlich erkennbar. Man denke nur an Yens grausige ersten Schauspielversuche in BALLISTIC KISS (wo bleibt da eigentlich die deutsche Erstveröffentlichung??).

Aber, um hier den Faden nicht komplett zu verlieren: Davon abgesehen macht THE LOST BLADESMAN ziemlich viel richtig. Tolle Sets, die von der Kamera immer ins richtige Licht gerückt werden, mitreißende Kampfszenen und genau die richtige Dosis Melodramatik - soweit stimmt alles. Der übrige Cast spielt ebenfalls ordentlich und auf formaler Ebene ist darüber hinaus sonst auch alles ziemlich überzeugend. Yens schauspielerischen Fähigkeiten mal gänzlich außer Acht gelassen hinterlässt der Film einen durchweg positiven und stimmigen Gesamteindruck. Den oftmals unsäglich öden koreanischen Swordsplay-Dramen ist der erfreulich kurzweilige THE LOST BLADESMAN sowieso überlegen. Mit Abstrichen also empfehlenswerte Actionkost mit einer Prise Drama und für Genrefans definitiv Pflichtprogramm.

DVD.
Splendid liefert mal wieder gehobene Qualität ab und präsentiert den Film in gestochen scharfen Farben und famoser Tonqualität. Die Synchronisation ist zwar nicht überragend, aber absolut akzeptabel. Für Originaltongucker gibt’s natürlich auch deutsche Untertitel.








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