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KAPITELWAHL

BORGIA (Frankreich/Deutschland/Tschechien 2011)

von Benjamin Hahn

Original Titel. BORGIA
Laufzeit in Minuten. 664

Regie. OLIVER HIRSCHBIEGEL . METIN HÜSEYIN . CHRISTOPHER SCHREWE . DEARBHLA WALSH
Drehbuch. BRANT ENGLESTEIN . TOM FONTANA
Musik. CYRIL MORIN . ÉRIC NEVEUX
Kamera. OUSAMA RAWI
Schnitt. DAVID RAY . VANESSA PROCOPIO . DANIEL A. VALVERDE
Darsteller. JOHN DOMAN . ISOLDA DYCHAUK . ART MALIK . UDO KIER u.a.

Review Datum. 2012-12-23
Erscheinungsdatum. 2011-12-01
Vertrieb. STUDIO CANAL

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Es passiert eher selten, dass TV-Serien von internationalem Niveau in Deutschland produziert werden. Die im Herbst 2011 beim ZDF ausgestrahlte Serie BORGIA, nicht zu verwechseln mit der thematisch identischen US-amerikanischen Serie namens DIE BORGIAS, ist eine dieser wohltuenden Ausnahmen. In 12 Episoden erzählt die Serie, für deren Regie sich unter anderem Oliver Hirschbiegel verantwortlich zeichnet, von den Machtkämpfen innerhalb der Familie Borgia, die im Italien des Jahres 1492 um die Nachfolge des dahin siechenden Pabstes Innonenz VIII. streitet.

Doch wer nun glaubt, er würde hier ein DALLAS im historischen Gewand zu sehen bekommen, der irrt. Zwar dominieren tatsächlich Eifersüchteleien und andere Familiendramen die Narration, zugleich versucht sich die Serie aber auch an einer Aufarbeitung der zeitgenössischen Politik im Italien der Renaissance. Das kann manchmal ein wenig zähfließend wirken und auch manche Dialogschlacht ist aufgrund der formelhaften Sprache der porträtierten Zeit durchaus ermüdend, insgesamt aber weiß die Serie zu gefallen. Das liegt nicht allein an der aufwendigen Ausstattung und den detailverliebten Sets, sondern auch an der "Radikalität", mit der die Serie Sex und Gewalt inszeniert. Beides nämlich wird hier zuweilen so drastisch gezeigt, dass BORGIA bei der Ausstrahlung im ZDF nur geschnitten über den Äther flimmerte und auf DVD - im sogenannten "Director's Cut", der eigentlich nur die ungeschnittene Originalversion ist - sich sogar eine Freigabe ab 18 Jahren eingehandelt hat.

Was sich nun nach einer billigen Effekthascherei für Gorebauern anhört, fügt sich angenehm in die Serie ein: Zwar sind die für das Fernsehen entfernten Szenen bis auf ganz wenige Ausnahmen ohnehin schon nicht so drastisch, wie es sich zunächst anhört (mehrheitlich geht es um close-ups von Wunden und Geschlechtsteilen), im Kontext der Handlung aber relativiert sich die Drastik auf ein Minimum. BORGIA zeigt weder Sex-, noch Folterszenen des Effekts wegen, sondern weil es sich aus der Handlung heraus so ergibt.

Diese Natürlichkeit einer voyeuristischen Kamera bildet gemeinsam mit der extrem hochwertig aussehenden Produktion die ästhetische Basis für das auch inhaltlich recht spannende Historiendrama. Zwar hätte man das alles vielleicht ein bisschen weniger redselig inszenieren können, aber insgesamt darf man doch mehr als zufrieden sein mit dieser TV-Serie, die problemlos auf internationalem Niveau spielt.

DVD.
Bild und Ton der DVD-Variante sind gut. Das Bonusmaterial versammelt sich auf einer gesonderten DVD. Besonders lohnenswert das 35 Minuten lange Making-of, das sehr gut verdeutlicht, wohin die 25 Millionen Euro Budget für diese Serie gewandert sind. Außerdem mit an Bord: Eine 45 Minuten lange Doku über die Familie Borgia und etliche Interviews mit den Schauspielern.








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