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KAPITELWAHL

THE FIGHTER (USA 2010)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE FIGHTER
Laufzeit in Minuten. 111

Regie. DAVID O. RUSSELL
Drehbuch. SCOTT SILVER . PAUL TAMASY
Musik. MICHAEL BROOK
Kamera. HOYTE VAN HOYTERNA
Schnitt. PAMELA MARTIN
Darsteller. MARK WAHLBERG . CHRISTIAN BALE . AMY ADAMS . MELISSA LEO u.a.

Review Datum. 2012-11-25
Erscheinungsdatum. 2011-10-14
Vertrieb. UNIVERSUM FILM

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
THE FIGHTER konnte bei den Oscars zweimal abräumen, und beide Oscars stehen für die Themen, über die in Sachen THE FIGHTER überhaupt nur diskutiert worden ist. Zum einen ist das die Selbstpromotion Melissa Leos, die sich mit ihrer offenherzigen Eigenwerbung beinahe selbst noch um die goldene Trophäe brachte. Doch wer könnte es ihr übelnehmen in einem Business, in dem sich so manches Studio die Nominierung und nicht selten sogar den Gewinn eiskalt erkauft? Obwohl sich Leo keine echten Chancen ausrechnete, ist ihre uneitle, leicht überzeichnete Darstellung der klassischen White Trash-Mama genau die Art von Performance, die die Academy liebt und dementsprechend auch geehrt hat.

Zum anderen ist es das entfesselte Spiel des zuletzt doch so über Gebühr verbissenen Christian Bale, das so manchen Kritiker und Kinogänger zu heftigen Kopfschütteln animierte. In der Tat grimassiert und grölt und grunzt er sich besonders am Anfang von THE FIGHTER dermaßen ungebremst durch seine Rolle als Ex-Boxer und Vollzeitjunkie DickyEklund, daß man sich mitunter fragen muß, ob hier nicht versehentlich Jim Carrey engagiert wurde. Wer im Abspann jedoch einen Blick auf den kurz auftretenden echten Eklund wirft, wird ziemlich schnell zugeben müssen, daßBale sich einfach möglichst nah am Original orientiert hat - ohne Rücksicht auf Verluste, was Sympathien für ihn und seine Leistung oder gar seinen Star-Appeal angeht.

Mark Wahlberg geht inmitten all dieser schrillen Figuren aus der proletarischen Unterschicht Lowells in Massachusetts scheinbar unter, aber es ist gerade seine Zurückhaltung, die diese recht klassische Boxersaga so herzlich macht. Wirkt Wahlberg in nicht wenigen seiner Filme geradezu sediert, gibt er hier glaubhaft und anrührend den Underdog, der es allen recht machen will und dabei zwischen kaputter Familie, ambitionierter Freundin und hilfsbereitem Trainer beinahe aufgerieben wird. Da er auch körperlich in sagenhafter Form ist, dominiert er mit Leichtigkeit die packenden, stilistisch dankenswerterweise nicht überladen inszenierten Boxszenen, die Regisseur David O. Russell in der NeverTheSameColor-Ästethik amerikanischer Sportübertragungen abbildet.!

Diese rundum wahre Geschichte von Gewinner und Verlieren fühlt sich authentisch an, ist aber dennoch eher der neue ROCKY als der neue RAGING BULL: Am Ende dieses sehr effektiv inszenierten, unglaublich kurzweiligen Films reckt der Gewinner beide Hände, und obwohl alles irgendwie letztlich ist wie immer, überzeugt Russells Sportdrama nicht zuletzt dank seiner Liebe für seine Figuren und seines unverstellten Blicks aufs Proletariat. Die Intellektuellen treten nur in Form eines Kino-Nerds mit übergeworfenem Pulunder auf, der sich über die Kameraarbeit in BELLE EPOQUE auslässt. Fuck him!

DVD.
Technisch eine hervorragende Präsentation. Die deutsche Synchronisation gibt sich erfreulich authentisch in der Sprache, wenn man sich erstmal auf David Nathans ungewohnt kehlige Bale-Darstellung eingestellt hat. Das Making Of ist dem Sujet entsprechend überdurchschnittlich interessant, wie auch David O. Russells detaillierter Audiokommentar. Unverzichtbares Feature ist natürlich die Kurzdoku über die wahre Geschichte der Halbbrüder. Außerdem: Entfallene Szenen und Interviews. Eine ausgezeichnete Veröffentlichung.








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