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KAPITELWAHL

AUSHILFSGANGSTER (USA 2011)

von Hasko Baumann

Original Titel. TOWER HEIST
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. BRETT RATNER
Drehbuch. ADAM COOPER . JEFF NATHANSON . TED GRIFFIN
Musik. CHRISTOPHE BECK
Kamera. DANTE SPINOTTI
Schnitt. MARK HELFRICH
Darsteller. BEN STILLER . EDDIE MURPHY . MATTHEW BRODERICK . CASEY AFFLECK u.a.

Review Datum. 2012-10-15
Erscheinungsdatum. 2012-03-08
Vertrieb. UNIVERSAL

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Als Eddie Murphy vor vielen Jahrem mit seiner ursprünglichen Idee zu AUSHILFSGANGSTER hausieren ging, schwebte ihm noch eine kackfreche Komödie mit einem all black-Cast vor. Chris Rock, David Chappelle, Martin Lawrence usw. Das hätte was werden können. Aber sowas kann man mit Brett Ratner nicht machen, und so haben wir hier eine unaufregende Ensemble-Comedy vor uns, mit dem immergleichen Ben Stiller im Zentrum des gemäßigten Chaos. Stiller spielt den Personalchef eines luxuriösen Apartmenthauses in New York, entzückend ausgestattet und in schwelgerische Bilder gepackt von Kamera-As Dante Spinotti. Alan Alda ist der gewiefte Finanzhai, der das sündhaft teure Penthouse bewohnt und in einem Swimming Pool auf dem Dach baden geht, mit einer überdimensionierten Dollarnote als Bodenbelag. Im Zuge der Wirtschaftskrise geht Alda das Geld aus, das FBI hat ihn am Sack und die Pensionen von Stiller und seiner Mannschaft hat er samt und sonders verzockt. Da gibt's nur eins: In Aldas Hütte einbrechen, den Safe knacken und das Cash holen, was da ja noch irgendwie sein muß.

Auftritt Eddie Murphy als Kleinstganove, den Stiller schon häufig in seiner Nachbarschaft rumprollen sehen hat und der ja wohl wissen muss, wie sowas geht. Was bis dahin so freundlich und schön anzusehen vor sich hinplätschert, bekommt jetzt hoffentlich in Form dieses begnadeten Komikers den dringend nötigen Adrenalinstoß. Aber leider, leider geben weder die Autoren noch Ratner ihrem Trumpf irgendwas zu tun; Murphy hat merklich gebremst zu agieren und ist als mittelschlauer Gauner auch einfach mal völlig unterfordert. Als es dann an den eigentlichen Raubzug geht, bekommt man ihn kaum noch zu sehen.

Überhaupt, der Raubzug: Was an Heist Movies ja eigentlich so großen Spaß macht, nämlich den ausgeklügelten Plan über die Bühne gehen - und scheitern - zu beobachten, das hat Ratner überhaupt nicht drauf. Hier passiert es einfach, wenig spektakulär, irgendwann sind sie drin und das Geld ist nicht da, wo es sein soll. Daß dann noch ein Auto an der Hochhausfassade baumelt und man sich rundherum abseilt, ist ganz nett, aber wer mir den letztendlichen Verbleib der Karre erklären kann, soll sich doch bitte bei mir melden. Immerhin gönnt sich Ratner ein Ende, das dem Zuschauer nicht die hundertprozentige Schmusigkeit bietet und so doch eher in einem Film aus den 70er Jahren zu erwarten gewesen wäre; leider wirkt es hier dementsprechend ziemlich unpassend.

Daß die AUSHILFSGANGSTER dennoch leidlich amüsante Unterhaltung bieten (aus der Kategorie "Kann man sich am verregneten Sonntag ansehen" oder "verkürzt die Zeit im Flugzeug"), liegt neben der erwähnten, ausgesucht hübschen Optik durchaus an den Darstellern; allerdings eben jenen, die man nicht als Komödianten kennt. Casey Affleck spielt mit seinem dünnen THE KILLER INSIDE ME-Stimmchen wunderbar am Film vorbei, Michael Pena positioniert sich erneut als erstklassiger Supporter, und Tea Leoni bringt ihre fahrig-besoffene Art endlich mal sinnvoll in eine Rolle ein. Sieht auch sexy aus in ihrern Stiefeln! Ben Stiller gibt hingegen wie üblich den genervt-gebeutelten Anker und verlässt sich darauf, die Kiste halbwegs solide zusammenzuhalten. Noch eine Stufe drunter mal wieder der aufgedunsene Matthew Broderick, der so wenig macht wie nur möglich und genau das irgendwie für lustig hält. Herrje, was hätte das für ein schöner Film werden können.

DVD.
Die Synchronisation ist gar nicht so übel, das muß man zugeben. Bild und Ton: Großartig. Der Audiokommentar mit Ratner, Cutter Helfrich und den beiden Autoren Griffin und Nathanson fängt einigermaßen interessant an, beginnt aber sehr schnell dank Ratner unausstehlicher Art und des zunehmenden Geblödels total zu nerven. Zwei alternative Enden geben dem Film die Hollywood-Happiness, die er eigentlich auch braucht, und in den entfallenen Szenen kann man auch noch so manches sehen. Das Gag Reel ist ganz lustig.








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