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KAPITELWAHL

BLOOD OF THE DRAGON - DAS BLANKE SCHWERT DER RACHE (Hong Kong 1971)

von André Becker

Original Titel. BLOOD OF THE DRAGON
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. PAO-SHU KAO
Drehbuch. PAO-SHU KAO
Musik. nicht bekannt
Kamera. KANG-CHI KUO
Schnitt. KUNG-WING FAN
Darsteller. WANG YU . CHIAO CHIAO . YANG YANG . LUNG FEI u.a.

Review Datum. 2012-09-15
Erscheinungsdatum. 2012-02-16
Vertrieb. IMPERIAL PICTURES/KNM

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0) . MANDARIN (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Bei BLOOD OF THE DRAGON handelt es sich um den lange nicht im regulären Verkauf erhältlichen und jetzt uncut vorliegenden Wang Yu Reißer DAS BLANKE SCHWERT DER RACHE. Der zugegebenermaßen schön old-school daher kommende deutsche Kinotitel ist aber eigentlich ziemlich irreführend, denn Yu benutzt in den angenehm groben Actionszenen bevorzugt eine Lanze. Nichtsdestotrotz gibt der Titel schon mal ganz gut die Stoßrichtung der kurzweiligen 90 Minuten Gehacke und Gesteche vor. Yu spielt den leicht wortkargen Kämpfer, der trotz zweifelhafter Vergangenheit das Herz an der richtigen Stelle hat und es mit einer Horde gewissenloser Schwertkämpfer aufnimmt. Inhaltlich werden Erinnerungen an die LONE WOLF & CUB Reihe wach, hat unser Held doch ein kleines Kind mehr oder weniger unfreiwillig im Schlepptau.

Im Gegensatz zu der oftmals sträflich unterschätzten japanischen Samuraifilm-Reihe sind die Hauptprotagonisten allerdings nicht Vater und Sohn, sondern laufen sich eher zufällig über den Weg. Alles beginnt damit, dass der Junge von einem schwer verletzten Schwertkämpfer ein geheimnisvolles Bambusrohr erhält, welches er einem bestimmten Kämpfer übergeben soll. Durch Zufall begegnet der Bettlerjunge Yu, der sich bereit erklärt dem Jungen zu helfen die entsprechende Person zu finden. Schnell stellt sich heraus, dass das Bambusrohr in Wirklichkeit eine Liste von Rebellen enthält, die nicht in die falschen Hände geraten darf. Bereits nach kurzer Zeit sind ihnen schließlich die ersten Schwertkämpfer dicht auf den Fersen. Eine erbarmungslose Hetzjagd durch das Land beginnt.

Die klassische Story bietet erwartungsgemäß keinerlei Überraschungen und spult die Geschichte routiniert und ohne große dramaturgische Patzer ab. Langeweile kommt nicht auf und bis zum Schluss fühlt man sich ziemlich gut unterhalten. Die Rollen sind natürlich klar verteilt. Auch wenn der Charakter von Yu keine gänzlich reine Weste vorweisen kann, ist doch glasklar wer hier die Guten und wer die Bösen sind. Da passt es auch das die Bösewichter (seltsamerweise nicht in gewohnt rassistischer Manier dargestellt) so richtig degenerierte Charakterschweine sind. Auf jeden Fall kriegen die Fieslinge ordentlich eins auf den Deckel, was den Bodycount speziell im blutigen und recht ausgedehnten Finale in ungeahnte Höhen schießen lässt. Auch davor kommt der Genrefreund auf seine Kosten. Längere Dialogpassagen gibt es eigentlich nicht und der nächste Kampf ist immer in greifbarer Nähe. Insgesamt sind die Fights auch ganz sauber choreographiert, wodurch der Film zusätzliche Pluspunkte sammelt.

Weiterhin ist Hauptdarsteller Wang Yu natürlich prädestiniert für derartige Rollen, die ihm, trotz begrenzter schauspielerischer Fähigkeiten auf den Leib geschrieben waren. Heutzutage würde es natürlich Schelte ohne Ende geben, aber manchmal reicht eben ein einziger Gesichtsausdruck, um nachhaltig zu überzeugen. Bei siebziger Jahre Heulern wie BLOOD OF THE DRAGON drückt man eben beide Augen zu und erfreut sich stattdessen am besonderen Flair der Filme und dem konsequent hohem Actionanteil.

Letztendlich bleiben derartige Produktionen Nischenfilme. Low-Budget-Werke für eine überschaubare Anzahl von Fans, die dankbar jede Veröffentlichung goutieren und sich nicht an kaum vorhandenen Drehbüchern oder grenzdebilen Dialogen stören. Fairerweise muss konstatiert werden, dass sich unter den Eastern der frühen siebziger und achtziger Jahre so manche Perlen verstecken, die eine Entdeckung lohnen und auch eine über das genreaffine Publikum hinausreichende Relevanz vorweisen können. BLOOD OF THE DRAGON - DAS BLANKE SCHWERT DER RACHE gehört nicht dazu und ist eher für die Fanbase interessant. Diejenigen Zuschauer, die mit derartigen Filmen etwas anfangen können, werden jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr als zufrieden sein und mit freudiger Erwartung die weiteren Wang Yu Streifen herbeisehnen.

DVD.
Das Bild kommt zum Glück nicht, wie auf dem Backcover angegeben, im 4:3 Vollbildformat sondern in der 16:9 kompatiblen Bildausrichtung. Hinsichtlich der Bildqualität muss man ein paar Abstriche machen. Angesichts des Alters des Films sind die offenkundigen Mängel (leichte Unschärfen, ausgewaschene Farben etc.) in der Bildqualität aber verschmerzbar. Die Tonqualität ist okay. Neben der gelungenen deutschen Tonspur (inklusive sehr schöner Synchronisation), sind auch der Originalton und eine englische Synchronspur anwählbar. Deutsche Untertitel sind ebenso vorhanden. Lobenswert ist zudem das der Film ungeschnitten veröffentlicht wurde. In der alten VHS-Version fehlte dann doch das eine oder andere Detail, das nun auf DVD wieder in den Film (deutlich sichtbar) integriert wurde. Ausgesprochen hässlich und lieblos gestaltet sind dagegen das Cover und Backcover. Wer die Person auf dem abschreckenden Cover sein soll ist mir beispielsweise absolut schleierhaft. Dennoch ist die deutsche DVD empfehlenswert, da abgesehen von der Aufmachung alles richtig gemacht wurde.








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