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KAPITELWAHL

GIGOLA (Frankreich 2010)

von Benjamin Hahn

Original Titel. GIGOLA
Laufzeit in Minuten. 102

Regie. LAURE CHARPENTIER
Drehbuch. LAURE CHARPENTIER
Musik. nicht bekannt
Kamera. GIORGOS ARVANITIS
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. LOU DOILLON . MARIE KREMER . EDUARDO NORIEGA . MARISA BERENSON u.a.

Review Datum. 2012-09-02
Erscheinungsdatum. 2011-12-10
Vertrieb. PRO-FUN MEDIA

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . FRANZÖSISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 0

FILM.
Paris in den späten 1950ern: Nach dem Tod ihrer Geliebten wandelt sich die junge George von einer feinen jungen Dame in den weiblichen Dandy Gigola, verlässt ihr katholisches Elternhaus und macht sich in der Pariser Lesbenszene auf die Suche nach Anerkennung und neuer Liebe.

Wer nach diesem kurzen Abriss nun eine arty-farty Reflexion über Heteronormativität und Geschlechterrollen erwartet, der wird glücklicherweise bitterlich enttäuscht werden. Zwar behandelt der Film von Laure Charpentier, die hiermit die Verfilmung ihres eigenen, gleichnamigen Romans aus dem Jahr 1972 abliefert, durchaus auch diese Themen, zentraler Aspekt jedoch ist die Suche und Sehnsucht nach der wahren Liebe. Das mag nun recht herzschmerzig und kitschig klingen, ist aber weitaus geerdeter umgesetzt und zum Glück sowohl von einer lesbischen Version einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung, als auch von einer depressiven Liebestragödie meilenweit entfernt. Stattdessen dominiert den Film eine zuweilen recht heitere Melancholie. Doch das Festhalten an diesem Oxymoron ist Fluch und Segen zugleich. Mag es positiv sein, dass der Film ernste Themen auf eine eher nonchalante Weise behandelt, so ist die extreme Ausgewogenheit von Ernst und Tragik, subtilem Humor und liebevollem Einblick in die oftmals reichlich kuriose Welt der Drags und Tomboys ein dramaturgisches Übel, mäandert der Film doch gerade deshalb streckenweise reichlich unspektakulär vor sich hin.

So entsteht dann schlussendlich auch der Eindruck, dass man es hier mit einem technisch und visuell einwandfreiem Film zu tun hat, der in Sachen Plotentwicklung und Konfliktpotential ruhig drei oder besser vier Schüppen hätte drauf werfen können. Als kurzweiliger Happen für Zwischendurch daher eher ungeeignet, aber zugleich auch für eine Sichtung unter gender-theoretischen Aspekten zu flach, empfiehlt sich dieser Film dank seiner Ästhetik und den angenehm unaufdringlichen Liebesszenen für die Zweisamkeit romantischer Frauenabende auf der Couch. Alle anderen jedoch können diesen Titel meiden.

DVD.
Keine Wertung, da Presse-DVD.








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