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KAPITELWAHL

MISSION IRIS (Korea 2010)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. IRIS: THE MOVIE
Laufzeit in Minuten. 118

Regie. KIM KYU-TAE . YANG YUN-HO
Drehbuch. CHOI WAN-GYU . JO GYU-WON . KIM HYEON-JUN . KIM JAE-EUN
Musik. YI DONG-JUN
Kamera. nicht bekannt
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. KIM HYEON-JUN . KIM TAE-HEE . JEONG JUN-HO . KIM SEUNG-WOO u.a.

Review Datum. 2012-07-28
Erscheinungsdatum. 2011-09-27
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KOREANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
MISSION IRIS heißt im Original IRIS: THE MOVIE. Es handelt sich jedoch nicht um eine kinematografische Fortführung der koreanischen Fernsehserie IRIS, die vor ein paar Jahren im nahezu gesamten asiatischen Raum ein rechter Straßenfeger war, sondern um einen zweistündigen Zusammenschnitt aller 20 Folgen. Nun hatte die Serie durchaus die eine oder andere Länge, aber eine Kürzung um rund 90% scheint doch etwas extrem. Das rückt die Verletzung, die die internationale 50%-Fassung von John Woos RED CLIFF dem sensiblen Asien-Filmfreund beigefügt hatte, in eine weniger dramatische Perspektive. Könnte man meinen. Aber schon nach kurzer Zeit möchte man die Macher von MISSION IRIS empathisch um die Schultern fassen und mit ihnen wie wahnsinnig lachend und mit wirrem Haar durch den Schneideraum hüpfen und schreien: "Es funktioniert! Es funktioniert!"

Lee Byung-hun, Südkoreas Mischung aus Johnny Depp und Justin Bieber, spielt den Agenten Kim Hyeon-jun, der nach der angeordneten Ermordung eines nordkoreanischen Politikers von seinem Arbeitgeber fallengelassen wird. Sein Vorgesetzter gehört nämlich heimlich zu einer Geheimorganisation namens Iris, die die bevorstehende Wiedervereinigung der Koreas verhindern will - mit einer nordkoreanischen Atombombenexplosion in Seoul. Eine gute Gelegenheit für Kim Hyeon-jun, sein Volk zu retten und persönliche Rache zu nehmen. Ihm im Weg stehen ein einst befreundeter Agent und die Agentin, die amourös schon immer zwischen den beiden stand.

MISSION IRIS ist ein Fest für den mündigen Zuschauer. Der Plot ist auch (oder gerade?) im Zeitraffer schlüssig, Löcher in der psychologischen Entwicklung der Figuren hingegen muss man selbst füllen. Aber das ist gar nicht schwer, denn mit wenigen Dialogen und kurzen Rückblenden werden die Hauptfiguren punktgenau eingeführt, der Rest ergibt sich von selbst, wenn man auswendig bis drei zählen kann. Ist ja nicht so, dass Charaktere in Filmen wie diesen so komplex wären, dass jeder Hans und Franz eine halbe Stunde Exposition bräuchte. Man erwischt sich beim Gedanken: So sollte Kino immer sein. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt in dieser TV-Video-Ästhetik. Aber selbst die lässt sich schnell unter "Ist mal was Anderes" verbuchen.

Die Fernsehserie sah ich, zumindest in Teilen, während eines längeren Auslandsaufenthalts. Ich muss gestehen, dass ich öfters ungeduldig auf dem Sofa herumrutschte und mich fragte: "Wo bleiben denn jetzt die waghalsigen Stunts vor atemberaubenden Kulissen in aller Welt, mit denen mich die Reklame seit Wochen bombardiert?" In MISSION IRIS kommen sie schnell. Darunter leidet der Plot überhaupt nicht, das Lokalkolorit aber schon. IRIS löste in Asien eine Iris-Reisewelle zu den schönsten Locations in Ungarn, China, Korea und Japan aus. Die Kurzfassung springt schneller zwischen den Schauplätzen, als dem Reiseenthusiasten lieb sein dürfte. Aber das ist einer der wenigen Wermutstropfen bei diesem Unterfangen. Die Kürzung oder Auslassung diverser Nebenplots der TV-Serie schadet der Filmversion nicht. Die Signifikanz einiger Randfiguren, die zu Mini-Cameos reduziert wurden, bleibt zwar auf der Sttrecke, aber der Freude am Gesamtprodukt tut das keinen Abbruch. MISSION IRIS ist eine alternative Erzählung der Iris-Geschichte mit eigener Dynamik, eigenem Flair und eigenem Leben. Die Mittel sind fragwürdig, der Zweck ist ominös, aber das Ergebnis geht mehr als in Ordnung.

DVD.
Bild und Ton sind glasklar, die Synchro ist vertretbar. Extras gibt es keine (nein, "Originaltrailer, Bildergalerie, Trailershow" zählt nicht).








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