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KAPITELWAHL

CASSANDRA - OMEN DES BÖSEN (Australien 1986)

von Rajko Burchardt

Original Titel. CASSANDRA
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. COLIN EGGLESTON
Drehbuch. COLIN EGGLESTON . JOHN RUANE . CHRIS FITCHETT
Musik. TREVOR LUCAS . IAN MASON
Kamera. GARRY WAPSHOTT
Schnitt. JOSEPHINE COOK
Darsteller. TESSA HUMPHRIES . BRIONY BEHETS . SHANE BRIANT . LEE JAMES u.a.

Review Datum. 2012-07-04
Erscheinungsdatum. 2012-03-23
Vertrieb. JAM ENTERTAINMENT

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das Auge. Und immer wieder das Auge. Weit aufgerissen und regungslos zieht es sich durch CASSANDRA, als bildliches Leitmotiv der die Titelfigur allnächtlich heimsuchenden Albträume. Als Link zu entwichenen Schrecken, augenblicklich unsichtbar. Die Bilder in Cassandras Kopf, vor ihrem geistigen Auge, schauen wir in einer Traumsequenz gleich zu Beginn: Frenetisch begegnen sich da die Horrorereignisse, von denen gewiss alles Kommende zehren wird, virtuos montiert zu einer Exposition, die nur einen großen Film versprechen kann.

Doch lediglich vereinzelt schleichen sich die unheilvollen Stimmungsbilder, die dissonanten Klanggebilde und gräulichen Irritationsmomente dann noch durch CASSANDRA, der immer ernüchternder, immer dröger wird im Versuch des alle seinerzeit attraktiven Genremoden kahl fressenden Mystery-Slashers. Mehr Lommels BOOGEYMAN als DIE AUGEN DER LAURA MARS, bedauerlicher-, unverständlicher-, ärgerlicherweise. Ganz so als habe Colin Eggleston nur partiell Regie geführt. Nur noch Spurenreste seines Filmdebüts und vorzeitigen Meisterwerks LONG WEEKEND, nur noch kurzzeitig aufblitzende Euphorie in der sehnlichen Erwartung einer weiteren Offenbarung.

Dazwischen und viel zu oft: Statische Inszenierungsträgheit, dialogschwere Leere, Seifenoperästhetik. Viel Derivatives, viel Altbekanntes. Ein Freudsches Familiendrama mit Messer und Beil. Und Sätzen wie: "Ich habe dauernd diese Albträume." (Cassandra). "Vielleicht hast du was Falsches gegessen?" (Cassandras Freund). Die Videokritik blaffte 1987, als der Film nicht im Kino, sondern Ramschregal ausgewertet wurde, über ein müdes und spätreifes HALLOWEEN-Ripoff. Alle Hoffnung, sie Jahre später eines Besseren belehren, ein übersehenes Meisterwerk entdecken zu können, ist leider dahin. CASSANDRA, nur halbgelungen. Und überwiegend auch einfach gar nicht.

DVD.
Hierzulande Ende der 80er Jahre von VCL auf Video veröffentlicht, erscheint CASSANDRA nun erstmals auch auf DVD. Als Vorlage diente offensichtlich die australische Ausgabe, deren Bildmaster unübersehbar von einer Kopiekopie gezogen wurde. Verunreinigungen, kaum satte Farben und mangelnde Schärfe bestimmen das immerhin im anamorphen Originalformat vorliegende Bild. Der englische Ton ist dumpf, die deutsche Spur hingegen wesentlich klarer verständlich und weiträumiger. Die mitunter unfreiwillig komische Synchronisation verstärkt noch die Seifenopernatmosphäre des Films und könnte kaum hölzerner sein. Bis auf den Trailer gibt es kein Bonusmaterial, aber immerhin ein Wendecover. Fazit: Gerade noch akzeptabel.








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