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KAPITELWAHL

TRESPASS (USA 2011)

von Hasko Baumann . Thorsten Hanisch

Original Titel. TRESPASS
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. JOEL SCHUMACHER
Drehbuch. KARL GAJDUSEK
Musik. DAVID BUCKLEY
Kamera. ANDRZEJ BARTKOWIAK
Schnitt. BILL PANKOW
Darsteller. NICOLAS CAGE . NICOLE KIDMAN . CAM GIGANDET . BEN MENDELSOHN u.a.

Review Datum. 2012-03-16
Erscheinungsdatum. 2012-02-28
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ein Film mit Nicolas Cage und Nicole Kidman, inszeniert immerhin vom einstigen Hitmaker Joel Schumacher - und sowas kommt nur auf DVD raus? Der kann ja nichts taugen, höre ich schon wieder den Mob skandieren, aber mal ganz ehrlich: Die Zeiten haben sich geändert, jüngere Generationen nehmen Kino allenfalls nur noch als ein Filmabspielmedium von vielen wahr, und direkt für den Videomarkt produzierte Filme werden mit immer größeren Budgets und größerer Sorgfalt gemacht, wie ich auch immer wieder in den Zeilen dieses Magazins betone. Wenn also die wirtschaftlichen Erwartungen an eine Produktion wie TRESPASS eher gering ausfallen, kann man es dem Verleih kaum noch vorwerfen, ihn direkt ans Heimkinovolk zu vermarkten, zumal diese Art von starbesetztem Thriller gerade dort meistens so richtig fett einschlägt. Also, das Stigma "nicht im Kino gelaufen" ist von gestern und ist außerdem gar keins mehr. Doof nur, daß TRESPASS tatsächlich nicht so dolle ist!

Cage und Kidman sind die Eheleute Miller, und wie es sich im gegenwärtigen Film für Paare in der gehobenen Mittelklasse/Oberschicht gehört, hängt der Haussegen gehörig schief; sie fühlt sich einsam und vernachlässigt, er ringt mit dem drohenden finanziellen Ruin und die pubertierende Tochter tanzt beiden schön trotzig auf der Nase herum. Wie schön und wirkungsvoll war es doch einst im Rezessionsthriller der 90er, als das Böse in einen intakten Familiennukleus eindrang und ihn schön von innen aushöhlte! Nun aber kommen die bösen Jungs ins überaus schicke Eigenheim der Millers und drangsalieren diese aufs Brutalste. Wo ist die Kohle? Wo sind die Diamanten? Was sich an diesen Gangstern als besonders gefährlich herausstellt, ist ihr Gebrüll; die ganze Zeit wird rumgeschrien, ohne Pause, gegeneinander und untereinander und miteinander und ab und zu brüllt Cage auch mal was. Ben Mendelsohn hat sich dabei als Anführer überhaupt nicht unter Kontrolle, man wird ganz rammdösig von dem Gekreische.

Irgendwann, endlich, gelingt es dann den Millers, sich zu befreien, und bei Gott, man wünscht sich so sehr, daß Cage jetzt richtig am Rad dreht, daß er die Eindringlinge mit Schrotflinten, Kettensägen und Bärenfallen ins Jenseits schickt. Aber der Ausbruch wird vereitelt, die Millers wieder gefesselt, das Gebrüll geht wieder los und Mendelsohn sagt "Let's start over". Nein, da kann man nicht mehr, das ist ja schon geradezu absurd in der nervenzermürbenden, hysterischen Redundanz. Cam "Cum" Gigandet steht daneben und giert die Kidman an, die zwar gewohnt gut spielt, aber ein mittlerweile komplett erstarrtes Botoxgesicht zur Schau stellt. Tragisch. Cage hingegen bleibt ganz bei sich, dreht nur einmal kurz vor der Öffnung seines Safes etwas am Rad, gibt aber ansonsten sehr passabel den hin- und hergerissenen Daddy mit Geheimnis.

TRESPASS sieht ungeheuer gut aus, der vom Regiestuhl hinter die Kamera zurückgekehrte Profi Andrzej Bartkowiak setzt das edle Set geradezu berückend schön in Szene. Auch Schumachers Regie lässt zumindest visuell nichts zu wünschen übrig - nur hat er im Anheizen seiner Schauspieler einfach kein Maß gefunden, und der Trick, mit Rückblenden immer nur die halbe Wahrheit zu erzählen, läuft sich allzu früh tot. Zudem wartet TRESPASS mit zwei der haarsträubendsten plant-and-payoff-Einsätze der jüngeren Vergangenheit auf, wobei man zugeben muß, daß bei einem der zwei Beispiele nicht mal der Payoff erfolgt. Wäre irgendwie auch alles okay, aber meine Fresse, dieses Gebrüll, dieses schreckliche Gebrüll!

DVD.
Bild und Ton sind genauso wie man es sich von einem aktuellen Film erwarten kann: Knackscharf und mit viel Bumms. Soweit nix zu meckern, bei den Extras sieht's aber mal wieder extra-mau aus:
Das fünfminütige (!) Making Of ist absolut bla und die 12 Minuten B-Roll kann man sich sowieso in die Haare schmieren. Das Highlight ist aber die Interviewsektion: Anfangs staunt man noch, dass gleich 10 Beteiligte ausgefragt werden, da sich die Länge der "Interviews" aber zwischen 2:55 Minuten (Nicolas Cage) und 0:38 Sekunden (!) (Cam Cigandet) einpendelt, kann man sich wohl ausmalen, dass der Infogehalt irgendwo zwischen graue Wand und grüner Popel liegt. Zwei Trailer zu TRESPASS und zu weiteren Filmen des Anbieters runden das mit viel Liebe hingerotzte Bonus-Paket ab.








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