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KAPITELWAHL

DR. WAI AND THE SCRIPTURE WITHOUT WORDS (Hong Kong 1996)

von André Becker

Original Titel. DR. WAI AND THE SCRIPTURE WITHOUT WORDS
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. CHING SIU-TUNG
Drehbuch. LU AH
Musik. FRANKIE CHAN
Kamera. TOM LAU
Schnitt. MARCO MAK
Darsteller. JET LI . TAKESHI KANESHIRO . ROSAMUND KWAN . CHARLIE YEUNG u.a.

Review Datum. 2012-01-21
Erscheinungsdatum. 2011-06-24
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Der Erfolg der Indiana Jones Filme blieb bekanntermaßen nicht folgenlos. Mehrere Filmemacher ließen sich vom Konzept des Spielberg Hits inspirieren und sorgten so für eine kleine Renaissance des Abenteuerfilms. Neben halbwegs akzeptablen Produktionen (QUATERMAIN 1+2) tummelten sich unter der Fülle der Indiana Jones Verschnitte auch so einige uninspirierte Billigfilmchen (FEUERWALZE). In Hong Kong schickte man die Figur des Science Fiction Autors Wisley ins Rennen, der bis in die frühen neunziger Jahre in mehreren Filmen (mit jeweils unterschiedlichen Hauptdarstellern) den waghalsigen Abenteurer mimen durfte. In DR. WAI AND THE SCRIPTURE WITHOUT WORDS heißt die Hauptfigur nicht Wisley, sondern Dr.Wai und wird von Jet Li gespielt. Ähnlich wie die Wisley Filme (u.a. DIE 7. MACHT, BURY ME HIGH) greift auch die unter der Regie von Ching Siu-Tung entstandene Großproduktion Elemente der Indiana Jones Filmreihe auf und verwurstet diese im gewohnten Hong Kong Schnellschussverfahren.

Die Story ist schnell erzählt: In den dreißiger Jahren ist der Abenteurer Dr. Wai (Jet Li) zusammen mit seinem Assistenten (Takeshi Kaneshiro) auf der Suche nach der legendären Schrift ohne Worte. Da die sagenumwobene Schrift ihrem Besitzer übernatürliche Kräfte verleihen soll, sind noch weitere Parteien (u.a. die japanische Armee, die mal wieder als Feinbild herhalten muss) auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Objekt. In der Nähe der chinesischen Mauer werden Wai und sein Team schließlich fündig. Die Japaner sind ihnen jedoch dicht auf den Versen. Als die Schrift ihre wahren Kräfte offenbart kommt es zum großen Showdown.

Erster und sicherlich größter Kritikpunkt an DR. WAI AND THE SCRIPTURE WITHOUT WORDS ist zunächst einmal die holprige Erzählweise. Da werden Figuren ohne Sinn und Verstand eingeführt und verschwinden kurze Zeit später wieder komplett von der Bildfläche, Handlungsstränge werden hastig angefangen und vollkommen unmotiviert zusammengeführt und die gesamte Geschichte wirkt zusammengeklaut und erstaunlich unoriginell. Wie in der damaligen Zeit üblich setzt Ching Siu-Tung, auf dessen Konto immerhin der Klassiker A CHINESE GHOST STORY geht, in erster Linie auf die Kombination von Slapstickhumor und Action. Unerfreulicherweise gelingt es ihm aber nicht den sehr dominanten Blödelhumor mit spektakulären Actionszenen zu kompensieren, so dass vor allem Actionfans enttäuscht sein werden. Die vorhandenen Martial-arts Sequenzen sind ganz ordentlich inszeniert, aber im Vergleich mit dem qualitativ sehr hochwertigen Output der damaligen Hong Kong Produktionen eher enttäuschend.

Zugute halten muss man dem Film, dass es selten langweilig wird und sich somit kaum Längen in den Filmverlauf einschleichen. Ständig geht irgendetwas zu Bruch oder wird irgendwer von irgendwem verfolgt. Eine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen. Für diesen Part wurden dann schnell noch die weiblichen Rollen mit Rosamund Kwan und der zu der Zeit sehr angesagten Charlie Yeung besetzt, die den beiden männlichen Hauptfiguren den Kopf verdrehen dürfen. Das macht auf der inhaltlichen Ebenen nicht unbedingt Sinn, fällt im Drehbuchchaos aber nur bedingt auf.

Alles in allem ist DR. WAI AND THE SCRIPTURE WITHOUT WORDS halbwegs unterhaltsam ausgefallen und verkommt daraus resultierend, allen Defiziten zum Trotz, nicht zum Komplettreinfall. Dennoch gehört der Film zweifelsohne zu den schlechteren Jet Li Titeln. Insofern definitiv kein Must-see und eigentlich auch nur für eingefleischte Li Fans einen Blick wert.

DVD.
Die technische Seite der Veröffentlichung ist äußerst dürftig. Das Bild ist unscharf, die Farben kontrastarm und über die gesamte Laufzeit machen sich immer wieder Verschmutzungen bemerkbar. Die Tonqualität hinterlässt leider auch keinen besseren Eindruck. Hier wird allerhöchstens mittelprächtige Qualität geboten. Und das ist noch sehr wohlwollend ausgedrückt. Ärgerlich ist auch das keine Originaltonspur vorliegt und man so gezwungenermaßen mit der deutschen Synchronfassung Vorlieb nehmen muss.








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