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KAPITELWAHL

5 DAYS OF WAR (USA 2011)

von Hasko Baumann

Original Titel. 5 DAYS OF WAR
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. RENNY HARLIN
Drehbuch. MIKKO ALANNE
Musik. TREVOR RABIN
Kamera. CHECCO VARESE
Schnitt. BRIAN BERDAN
Darsteller. RUPERT FRIEND . EMMANUELLE CHIRIQUI . VAL KILMER . ANDY GARCIA u.a.

Review Datum. 2011-11-28
Erscheinungsdatum. 2011-08-19
Vertrieb. WVG MEDIEN

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) , FRANZÖSISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . FRANZÖSISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
5 DAYS OF WAR ist abscheulich. So richtig zum Kotzen. Nun war der brachiale Finne Renny Harlin ja wirklich noch nie für den geringsten Anflug von Subtilität bekannt, und daß ein Filmemacher mit einer Karrierflaute wie der seinen nicht mehr ganz so wählerisch sein kann, ist unbenommen. Aber nichts, wirklich gar nichts rechtfertigt das widerlich dumme Propagandakino, das er mit Geldern aus Fonds der georgischen Regierung finanziert und mit den zuckrigsten Hollywoodmethoden realisiert hat. Mikko Alannes Drehbuch stellt einen - natürlich - amerikanischen Kriegsreporter mit dem ausgesprochen passenden Namen Thomas Anders mitten in den fünftägigen Kaukasuskrieg. Anders, bis zum Verschwinden farblos dargeboten von Fernsehgesicht Rupert Friend, findet im Schlachtfeld so etwas wie Gewissen und eine Ahnung von journalistischer Verantwortung.

Diese Figur hat nicht die geringste Tiefe, nur der im Prolog geschilderte gewaltsame Tod seiner Freundin und Kollegin (Heather Graham) wird immer wieder als eine Art Trauma aus der Kiste geholt. Und als Motivation, alles wieder gut zu machen, denn auch in Georgien gibt es schöne Mädchen, die beschützt worden wollen! Die Kanadierin Emmanuelle Chiriqui, in der HBO-Serie ENTOURAGE schon als Augenfang weitestgehend überfordert, spielt die flüchtige Tatia; Chiriqui bemüht sich dabei weder um Ausdruck noch um den Anflug eines georgischen Akzentes, allenfalls die Leser von Männermagazinen sollen wohl bedient werden und bei der nächsten "Geilste Sau der Erde"-Wahl wieder das Kreuzchen bei ihrem Namen machen. Ihre Besetzung in dieser Rolle hat schon beinahe etwas Vulgäres, wird aber von bizarren Auftritten bekannter Darsteller in Nebenrollen locker überschattet. Wenn Heather Graham sich mit einer zweiminütigen Szene als Kugelfang zufrieden gibt, ist das kurios; daß allerdings Vorzeige-Latino Andy Garcia den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili zum Besten gibt, sprengt die Grenzen des Absurden. Wenn man dann erfährt, daß Garcia der erklärte Lieblingsschauspieler von Saakaschwili ist, weiß man, wie der Hase läuft. Val Kilmer als teigiger Scholl-Latour-Verschnitt kommt hier noch am Besten weg.

In FIVE DAYS OF WAR sind die Russen und Osseten barbarische Mörder und Vergewaltiger, bei deren Gräueltaten Harlin zur Zeitlupe greift und die Tonspur die Bahn für Trevor Rabins ekelerregende Schmalzmusik frei macht - Regietechniken aus der alleruntersten Manipulationsschublade. Die Kriegsverbrechen der Georgier finden in diesem Film nicht statt, Harlin hat sich bereitwillig vor einen Propagandakarren spannen lassen, der nicht nur Menschenrechtsorganisationen übel aufstieß. Verschiedentlich wurde die Qualität der Actionszenen von offenbar indifferenten Zuschauern hervorgehoben; es stimmt, daß die Explosionen und Autostunts durchaus Druck haben - nur haben sie in diesem Film nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Dieser Müll ist eine verantwortungslose Travestie und für Harlin die verdient letzte Stufe auf der Karriereleiter.

DVD.
Technisch ausgezeichnete DVD, die Synchro ist auch okay. Die Extras - Interviews, "Behind the Scenes" (nur B-Roll), Trailer - so standardisiert wie vergessenswert.








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