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KAPITELWAHL

DIE! - EIN SPIEL AUF LEBEN UND TOD (Kanada/Italien 2010)

von Benjamin Hahn

Original Titel. DIE
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. DOMINIC JAMES
Drehbuch. NICK MEAD . DOMENICO SALVAGGIO
Musik. ALESSANDRO MOLINARI
Kamera. GIULIO PIETROMARCHI
Schnitt. SACHA SOJIC
Darsteller. EMILY HAMPSHIRE . ELIAS KOTEAS . JOHN PYPER-FERGUSON . CATERINA MURINO u.a.

Review Datum. 2011-10-30
Erscheinungsdatum. 2011-08-12
Vertrieb. UNIVERSUM FILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Frei nach Kalkofe kann man diesen Film wohl als SAW-Imitat aus imitiertem SAW-Imitat bezeichnen. Nichts anderes ist DIE nämlich: Ein Gruppe von völlig fremden Menschen findet sich eingekerkert in einem gläsernen Verließ wieder, wo sie der Reihe nach verschiedenen tödlichen Tests ausgesetzt werden.

Dass erfolgreichen Filmkonzepten eine ganze Reihe von Nachahmern folgen, ist ja nichts neues. Die Folterreihe SAW, deren erster, 2004 erschienener Teil völlig zu Recht Kultstatus erlangte, bildet da keine Ausnahme und so entstanden in den Folgejahren einige gute (z.B. der völlig unterschätzte W?Z), aber mehrheitlich eher schlechte, an SAW orientierte Filme. Der vorliegende Film von Spielfilmdebütant Dominic James, der mit diesem 2010 entstandenen Thriller erst recht spät auf den Kopisten-Zug aufgesprungen ist, gehört leider eher in die Kategorie der schlechten Nachahmern.

Dabei ist das Problem dieses Films gar nicht mal, dass er sich keine Mühe gibt, ganz im Gegenteil: DIE will - so scheint es zumindest - so etwas wie die eloquente Variante von SAW sein: Kein großes Gesuppe, keine Fallen, sondern nur offensichtliche Tests und Psycho-Spielchen. Selbst am Whodunit seines Vorbildes hat DIE kein Interesse, denn er enthüllt die Identität seines Entführers schneller als man "Jehova" sagen kann. Stattdessen versucht der Film seinen Opfern mehr Raum zu geben, stärker zu verdeutlichen (und vor allem zu rationalisieren), warum welche Menschen zu Opfern wurden. Das Problem an der Sache ist nur: es interessiert nicht, denn die Opfer in DIE sind exakt die gleichen, kaputten Klischeecharaktere wie in SAW. Waren die Macher jener Reihe wenigstens noch so ehrlich und haben sich für ihre Holzschnittcharaktere genau gar nicht interessiert, versucht DIE seinen Opfern durch platte Psychologisierungen so etwas wie eine Pseudo-Tiefe zu geben. Das ist ein Unterfangen, das nicht nur daran scheitert, dass es dem Film nicht gelingt eine emotionale Nähe zu seinen Charakteren aufzubauen, sondern dass auch an seiner Spannungsarmut krankt. So bleiben einem am Ende Opfer und Taten und auch irgendwie der Film an sich herzlich egal.

Das ist reichlich schade, denn stilistisch ist der Film gar nicht so uninteressant: hübsche, mitunter reichlich noir-eske Bilder und eine leicht goldfarbene Einfärbung der Filmbilder sorgen für eine recht stimmungsvolle Atmosphäre - zusammen mit seiner eleganten Kameraführung ist DIE stilistisch damit durchaus der hibbeligen Clip-Ästhetik der SAW-Reihe überlegen, doch leider reicht das einfach nicht. Zu sehr klammert sich der Film inhaltlich an sein Vorbild, zu sehr verlässt er sich darauf, dass das bisschen Küchenpsychologie ein spannendes Drehbuch ersetzen könnte. So bleibt am Ende der Eindruck einer gescheiterten Kunstfilm-Variation, die ihr Vorbild imitiert ohne verstanden zu haben, was das Vorbild eigentlich so erfolgreich gemacht hat. Schade, Chance vertan.

DVD.
Ton und Bild sind okay. Außer einer Trailershow keine weiteren Extras.








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