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KAPITELWAHL

CAMP ARMADILLO (Dänemark 2010)

von Benjamin Hahn

Original Titel. ARMADILLO
Laufzeit in Minuten. 101

Regie. JANUS METZ PEDERSEN
Drehbuch. KASPER TORSTING
Musik. UNO HELMERSSON
Kamera. LARS SKREE
Schnitt. PER K. KIRKEGAARD
Darsteller. MADS MINI . DANIEL ØLBY . RASMUS MUNKE . KIM BIRKERØD u.a.

Review Datum. 2011-10-30
Erscheinungsdatum. 2011-05-10
Vertrieb. ASCOT ELITE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1/DD 2.0) . DÄNISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
In seinem Film CAMP ARMADILLO begleitet der dänische Regisseur Janus Metz Pedersen eine Gruppe dänischer Soldaten bei ihrem Einsatz im Norden Afghanistans. Er verfolgt dabei keine wirkliche Narration, sondern schneidet - in chronologischer Reihenfolge zwar, aber nicht aufeinander aufbauender - in einer mitunter vielleicht etwas zu sehr auf Spannung und Atmosphäre hin getrimmten Weise verschiedene Ereignisse der halbjährigen Dienstzeit der Soldaten zusammen.

Was dem Film und seinen teilweise unbeabsichtigt grotesk poetischen Bildern sehr gut gelingt ist ein Gefühl für die ständige Bedrohung und die chaotische Situation in Afghanistan zu entwickeln, die sich urplötzlich und mit brutaler Gewalt in einen Kampf auf Leben und Tod wandeln kann. Dass die Kamera in diesen Momenten draufhält, Tötungen und Leichen zeigt; dass der Film selbst nichts beschönigt, offen gefallene Soldaten thematisiert, die Handlungen der Soldaten nicht kommentiert, sondern einfach die Bilder für sich sprechen lässt, das vermittelt einen zumindest gefühlt realistischen und nicht manipulierten Eindruck über die Widrigkeiten eines (sinnlosen) Krieges, der von seinen Kämpfern mitunter als eher positive Erfahrung wahrgenommen wird.

Gerade deshalb liefert dieser Film auch einen interessanten Einblick in das soldatische Wesen an sich, in diese abenteuerlustigen, jungen Männer, die - ganz tough mit Bart und strengem Blick - auf dem Schlachtfeld ihren Mut und ihre Männlichkeit unter Beweis stellen wollen, die nur selten über sich und ihre Situation reflektieren (und wenn, dann auch meist eher zynisch; wirkliche Kritik kommt nur dann auf, wenn die Kacke so richtig am dampfen ist) und die ganz tief drinstecken in den Geschlechterrollen einer heteronormativen, vorgestrigen Welt, in der man(n) in den Krieg zu ziehen hat. Auch das Verhalten dieser Männer, zu denen er trotz aller Nähe immer eine emotionale Distanz wahrt, kommentiert der Film nicht, sondern überlässt die Analyse dem Zuschauer. Wer aber Antworten auf die Frage sucht, was das eigentlich für Kerle sind, die so bereitwillig in die Kriegsgebiete dieser Welt ziehen, der wird zwischen den Zeilen in CAMP ARMADILLO, in der Selbstdarstellung der Soldaten und in den fadenscheinigen Rechtfertigungsversuchen viele Antworten finden. Insofern ist der Film ein beeindruckend düsteres und schonungsloses Dokument - vielleicht weniger eines des Krieges in Afghanistan (auch wenn er dessen Mechanismen einer nie endenden Gewaltspirale exzellent verdeutlicht) als vielmehr eines über die gewöhnlichen Krieger von heute, die uns - aufgrund ihres europäischen Hintergrundes - weit näher sind als die auf Militarismus konditionierten US-Amerikaner.

Ein krasser, immer wieder abstoßender Film, aber auch gerade deshalb ein verdammt wichtiger. Wer danach noch an die Glorie des Soldatischen glaubt...

DVD.
Von einem O-Ring-Schuber (mit aufgedruckter FSK-Freigabe) umschlossenes Keep Case (das wiederum mit einem Wendecover ausgestattet ist). Keine weiteren Extras außer dem Originaltrailer und einer Trailershow zu weiteren Filmen des Anbieters. Angesichts eines so kontroversen Films wäre es wünschenswert gewesen, hätte man das Bonusmaterial der dänischen DVD (immerhin 50 Minuten) lizensiert.

Das Bild geht in Ordnung, wirkt aber immer wieder grobkörnig und teilweise unscharf, was aber wohl den Produktionsbedingungen dieser Doku geschuldet ist. Eine künstlerische Entscheidung ist indes der auf die Bilder geknallte Grün-/Blaufilter, der einen durchaus fragwürdigen Eingriff in den Doku-Charakter darstellt.

Der deutsche Ton ist okay abgemischt, die nur bedingt gelungene Synchro ist über die dänische Originaltonspur gelegt. Der dänische Originalton und die sehr guten Untertitel bieten aber eine gute Alternative.








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