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KAPITELWAHL

FIST OF LEGEND (Hong Kong 1994)

von André Becker

Original Titel. FIST OF LEGEND
Laufzeit in Minuten. 99

Regie. GORDAN CHAN
Drehbuch. GORDAN CHAN
Musik. JOSEPH KOO
Kamera. DEREK WAN
Schnitt. CHAN KEI HOP
Darsteller. JET LI . CHIN SIU-HO . BILLY CHOW . YUSUAKI KURATA u.a.

Review Datum. 2011-08-08
Erscheinungsdatum. 2011-03-25
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KANTONESISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Remakes und die neue Unart der Reboots sind nach wie vor eher ein Merkmal der Post-Millenium-Filmindustrie Hollywoods. Im asiatischen Raum verzichten Filmemacher auch weiterhin, von wenigen Ausnahmen (z.B. dem erstaunlich gelungenen NEW DRAGON INN) einmal abgesehen, auf die Neuinterpretation ehemals erfolgreicher Filmproduktionen. Der mit Jet Li prominent besetzte FIST OF LEGEND ist eine dieser seltenen Ausnahmefälle.

In Japan erfährt der chinesische Student Chen-Zhen (Jet Li), dass sein Meister und Adoptivvater in der besetzten Stadt Shanghai in einem scheinbar aussichtslosen Zweikampf mit einem japanischen Soldaten getötet wurde. Zhen reist daraufhin unverzüglich in seine Heimat, um die Hintergründe der Tat aufzudecken und den Tod seines Lehrmeisters zu rächen. Dort angekommen muss er jedoch schnell feststellen, dass an dem Mord nicht nur die japanischen Invasoren beteiligt waren. Die Lage spitzt sich zu als Zhen aufgrund seiner Beziehung zu einer japanischen Studentin aus der Kampfschule seines Meisters ausgeschlossen wird. Zhen lässt sich davon allerdings nicht einschüchtern und setzt, auf sich allein gestellt, die Suche nach den Verantwortlichen fort. Als er schließlich herausfindet das auch Mitglieder der Kampfschule seines Meisters in die Tat verwickelt waren, kommt es zum alles entscheidenden Showdown.

FIST OF LEGEND ist das Remake des wegweisenden Bruce Lee Klassikers FIST OF FURY. Regisseur Gordan Chan fügt zwar einige neue und mitunter recht ungewöhnlich Handlungsstränge in die Geschichte ein, orientiert sich aber insgesamt gesehen sehr deutlich und in einigen Szenen unübersehbar (z.B. als Chen-Zhen im Dojo der japanischen Kampfschule aufräumt) an dem Bruce Lee Film aus den siebziger Jahren. Im Gegensatz zum Original lässt das Drehbuch, abseits der durchaus manifesten Schwarzweiß-Malerei im Kontext der Feindbildkonstitution (im Endeffekt läuft die Geschichte auf das altbewährte Schema aufrechte Chinesen gegen hinterhältige Japaner heraus), angenehm differenziert ausgearbeitete Zwischentöne zu. Die angedeutete Liebesbeziehung zwischen Chen-Zhen und der japanischen Studentin stellt fast schon ein Novum im klassischen Martial-arts Film asiatischer Prägung dar und muss insofern, obwohl der Handlungsstrang nicht wirklich konsequent zu Ende erzählt wird, positiv hervorgehoben werden.

Ansonsten gibt es inhaltlich erwartungsgemäß keine großen Überraschungen oder besonders erwähnenswerte Plot-Twists. Dieses Manko fällt aber nicht weiter ins Gewicht, denn FIST OF LEGEND konzentriert sich lieber auf die zahlreichen kämpferischen Auseinandersetzungen und hier leistet der Film wirklich hervorragende Arbeit. Action-Choreograph Yuen Woo-Ping und Hauptdarsteller Jet Li können von der ersten Minute an begeistern und liefern ein exorbitantes Martial-Arts-Feuerwerk sondergleichen ab. Hart, rasant und innerhalb der Narration und dramaturgischen Rahmung perfekt getimt donnern die virtuosen Actionszenen über den Bildschirm. Auf Drahtseile, oder sonstigen überflüssigen Schnickschnack wird glücklicherweise fast komplett verzichtet. Im Zentrum steht das Zusammenspiel von perfekter Choreographie und passgenau darauf abgestimmter Kameraarbeit.

Die atemberaubenden Kampfszenen rechtfertigen letztendlich auch den, leider im Kontext des Martial-arts Kinos manchmal arg inflationär vergebenen Klassikerstatus, mit dem sich FIST OF LEGEND mittlerweile schmückt. Alles im allem zählt der durchweg sehenswerte Film daher auch vollkommen zu Recht als einer der besten und spektakulärsten Martial-arts Filme der neunziger Jahre.

DVD.
Die DVD-Neuauflage aus der bereits recht umfangreichen Jet Li Reihe von Splendid bietet angemessene Bild- und Tonqualität und erscheint in der Uncut-Fassung mit deutscher und Originaltonspur. Extras sind bedauerlicherweise keine vorhanden.








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