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KAPITELWAHL

TRUE LEGEND (China 2010)

von André Becker

Original Titel. TRUE LEGEND
Laufzeit in Minuten. 110

Regie. YUEN WOO-PING
Drehbuch. CHRISTINE TO
Musik. SHIGERU UMEBAYASHI
Kamera. XIAODING ZHAO
Schnitt. WENDERS LI
Darsteller. ZHAO WEN ZHOU . ANDY ON . JAY CHOW . MICHELLE YEOH u.a.

Review Datum. 2011-07-24
Erscheinungsdatum. 2011-04-15
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . MANDARIN (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Yuen Woo-Ping gilt zu Recht als einer der besten Martial-arts Choreographen des modernen Actionkinos made in Hong Kong. In seiner Filmographie als Choreograph sticht insbesondere FIST OF LEGEND heraus, in dem Woo-Ping auf der Höhe seines Könnens mit atemberaubenden Kampfszenen im Minutentakt begeistern konnte. Aber auch die eigenen Regiearbeiten (u.a. IRON MONKEY, TAI CHI MASTER, IN THE LINE OF DUTY 4) überzeugen und manifestierten seinen Ruf als talentierter Actionregisseur. Irgendwann wurde schließlich auch Hollywood auf ihn aufmerksam. Die Wachowski Brüder verpflichteten ihn als Choreograph für die Martial-arts-Sequenzen im Blockbuster MATRIX und einige Zeit später veredelte Woo-Ping die Actionszenen in Tarantinos Hommage an das Schwertkampfgenre KILL BILL. Eigene Regiearbeiten blieben dennoch aus und lange Zeit wurde es relativ still um Woo-Ping. Umso größer war die Freude als die Nachricht die Runde machte, dass sein erster Film seit geschlagenen 15 Jahren TRUE LEGEND endlich in den Startlöchern steht.

Obwohl er es verdient hätte, bekam der Film hierzulande leider keinen Kinostart, sondern wanderte direkt als DVD-Premiere in unsere Videotheken. Das ist schade, denn auf der großen Leinwand hätte der Film sicherlich noch ein wenig mehr Spaß gemacht. Wie erwartet überzeugt TRUE LEGEND vor allem mit sehr bodenständigen Actionchoreographien, die beweisen, dass Woo-Ping sein Handwerk weiterhin versteht und noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Egal ob mit blanken Fäusten, oder mit Schwertern, die erstklassigen und sehr dynamischen Choreographien dürften auch anspruchsvolle Martial-arts-Filmnerds mit Allroundwissen bis in die siebziger Jahre hinein restlos zufrieden stellen. Daneben gefällt aber auch die fast schon surrealistisch anmutende Atmosphäre in den ruhigeren Parts und die erstaunlich auf den Punkt gebrachte Rahmenhandlung.

Der ehemalige Soldat und gefeierte Kriegsheld Su Can (Zhao Wen Zhou) führt mit seiner Familie, fernab von kriegerischen Auseinandersetzungen, ein ruhiges Leben auf dem Lande. Als sein Stiefbruder Yuang (Andy On) unerwartet auftaucht ist es jedoch vorbei mit dem beschaulichen Familienglück. Yuang hat noch eine Rechnung mit seinem Adoptivvater offen und sinnt auf Rache. Su Can gerät zwischen die Fronten und unterliegt Yuang im Kampf. Schwer verletzt stürzt er in einen reißenden Fluss und entgeht um Haaresbreite dem eigenen Tod. Währenddessen hält Yuang Su Cans Familie gefangen und erprobt die dunklen Kampfkünste. Mithilfe einer mysteriösen Fremden (Michelle Yeoh) bereitet sich Su Can auf die Befreiung seiner Familie und den alles entscheidenden letzten Kampf vor.

TRUE LEGEND will keine hochkomplexe Geschichte erzählen, sondern benutzt die inhaltlichen Ebene in erster Linie als Rahmen für die zahlreichen Martial-arts Szenen. Das kann man dem Film natürlich vorwerfen, aber Woo-Ping holt aus der erwartungsgemäß dünnen und mit zahlreichen Versatzstücken des Wuxia-Genres angereicherten Rache-Story erstaunlich viel raus. Oder anders formuliert: TRUE LEGEND hat storytechnisch nur wenig zu bieten, aber immerhin leistet sich Woo-Ping keine ausufernden Logikfehler oder dramaturgische Schnitzer und bemüht sich nicht um falschen Anspruch. Auch die schauspielerischen Leistungen sind ganz ordentlich geworden und auch in diesem Zusammenhang weiß der Regisseur wie er seine Stars einsetzen muss. Die grundsolide Inszenierung wird aber insbesondere durch die überraschend schönen und streckenweise sehr atmosphärischen Bildkompositionen aufgewertet, die zum Teil gar eine surreale Stimmung erzeugen und dem Film einen zusätzlichen Pluspunkt verschaffen.

So gesehen ist Yuen Woo-Ping mit TRUE LEGEND ein sehr tolles Comeback gelungen. Ob der Film das Zeug zum Klassiker hat, wird sich zwar noch zeigen, davon abgesehen bietet die aufwendige Produktion aber kurzweilige Unterhaltung auf einem formal sehr hohem Niveau.

DVD.
Auf der technischen Seite gibt es keine Mankos. Bild- und Tonqualität sind absolut Top und überzeugen in allen Punkten. Auch die Synchronisation ist annehmbar und überraschend solide. Insofern eine weitere lohnenswerte Veröffentlichung aus der Amasia Reihe von Splendid.








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