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KAPITELWAHL

SAVAGE (Irland 2009)

von Marc Zeller

Original Titel. SAVAGE
Laufzeit in Minuten. 86

Regie. BRENDAN MULDOWNEY
Drehbuch. BRENDAN MULDOWNEY
Musik. STEPHEN MCKEON
Kamera. TOM COMERFORD . MICHAEL O'DONOVAN
Schnitt. MAIREAD MCIVOR
Darsteller. DARREN HEALY . NORA-JANE NOONE . ANDREW BENNETT . SLAWOMIR SLAZAK u.a.

Review Datum. 2011-06-24
Erscheinungsdatum. 2010-11-26
Vertrieb. I-ON NEW MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Stadt als bedrohlicher Moloch, als Ort der sozialen Isolation, als Wiege brutaler Gewalt: Dieses Bild kennt man nicht nur aus frühen Scorsese-Filmen wie MEAN STREETS oder TAXI DRIVER, sondern auch aus Gaspar Noés Erstling MENSCHENFEIND. Der Ire Brendan Muldowney zeichnet in seinem Langfilmdebüt SAVAGE, das in der Störkanal-Reihe von I-ON erschienen ist, ein ganz ähnliches Stadtporträt von Dublin.

Der Fotograf Paul (Darren Healy) lebt und arbeitet in der irischen Hauptstadt. Zurückgezogen und kontaktarm werkelt er vor sich hin, bis eines Tages ein Zwischenfall alles verändert: Paul wird grundlos von zwei Jugendlichen angegriffen, in eine Seitengasse gezerrt und brutal misshandelt. Als Paul am nächsten Tag im Krankenhaus aufwacht, ist nichts mehr, wie es vorher war. Auch die tröstenden Worte seiner Fast-Freundin Michelle (Nora-Jane Noone) können dem Überfallopfer nicht helfen. Paul beginnt, in einer Kampfsportschule zu trainieren und besorgt sich eine Waffe - denn er sieht nur einen Ausweg: Rache ...

Ganz schön düster, wie Brendan Muldowney die Stadt, in der er aufwuchs, charakterisiert: In kühle Blautöne getaucht zeigt er hauptsächlich dunkle Hinterhöfe, vollgemüllte Gassen, dreckige Backsteingebäude und anonyme Appartementhäuser. Sein Protagonist Paul taumelt nach seinem Schlüsselerlebnis durch diese trostlose Welt und findet Hoffnung nur in seiner eigenen Stärke und Unangreifbarkeit. Darren Healy spielt seinen Paul verletzlich, verzweifelt und beeindruckend glaubwürdig. Der unabwendbar wirkende Niedergang seines Charakters ist das eigentliche Highlight eines Films, der ansonsten nicht viel Neues zu erzählen hat.

Die unmotivierte Gewalt, der jeder zum Opfer fallen kann, ist nicht erst seit den exzessiv in den Medien sezierten Prügelattacken auf deutschen U-Bahnhöfen ein Reizthema unserer Tage. SAVAGE fängt die Angst davor und die Wut darüber intensiv in seinen tristen Bildern ein, was man durchaus als beachtlich betiteln kann, gerade für einen Spielfilmdebüt. Fraglich ist indes, welche Motivation hinter dem Depri-Schocker steckt. Provokation und Tabuthemen sind vorhanden - doch diese verlaufen sich leider im Nichts, sodass letztlich zu viele Fragezeichen stehenbleiben.

Sicher sind die schwerwiegenden, traumatischen Erlebnisse aus SAVAGE nicht mit Antworten nach Schema F wegzubügeln. Aber es hätte schon geholfen, wenn Muldowney zumindest gelegentlich die richtigen Fragen aufgeworfen hätte - und zwar solche, die noch nicht in zig anderen, besseren Filmen thematisiert wurden.

DVD.
Außer einem SAVAGE-Trailer und der obligatorischen I-ON-Trailershow bietet die Störkanal-DVD keine Extras. Dafür entschädigen die noble Pappschuber-Aufmachung und das Booklet samt ausführlichem Interview mit dem Regisseur. Das Bild ist dem Film entsprechend eher dunkel, aber größtenteils scharf und einigermaßen kontrastreich; auch der Ton geht in Ordnung.








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