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KAPITELWAHL

DER COUP (Frankreich/Italien 1971)

von Hasko Baumann

Original Titel. LE CASSE
Laufzeit in Minuten. 119

Regie. HENRI VERNEUIL
Drehbuch. HERNI VERNEUIL . VAHE KATCHA . DAVID GOODIS
Musik. ENNIO MORRICONE
Kamera. CLAUDE RENOIR
Schnitt. PIERRE GILLETTE
Darsteller. JEAN-PAUL BELMONDO . OMAR SHARIF. ROBERT HOSSEIN. NICOLE CALFAN u.a.

Review Datum. 2011-05-27
Erscheinungsdatum. 2011-04-21
Vertrieb. SONY PICTURES

Bildformat. 2.35:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . FRANZÖSISCH (DD 1.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . FRANZÖSISCH . NIEDERLÄNDISCH . SPANISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Hach, Belmondo und Verneuil. Was für schöne Stunden haben sie uns schon geschenkt. ANGST ÜBER DER STADT. DER KÖRPER MEINES FEINDES. Überhaupt, Henri Verneuil, was für ein Regisseur. DER CLAN DER SIZILIANER. I WIE IKARUS. Ein großer Meister des Unterhaltungskinos, des klar abgezirkelten Thrills mit dem kleinen Extra typisch französischen Anspruchs. Auch in DER COUP zeigt sich der Filmemacher schon in der ersten Viertelstunde als Meister der Verdichtung, wenn Belmondo und seine Komplizen mit ausgeklügelten Mitteln einen Einbruch durchführen. Die beinahe gänzlich stumme Sequenz, in der Bebel den Safe des Anwesens dank raffiniertester Technik zum Knacken bringt, hat schon geradezu musikalische Qualität. Schade nur für die Gauner, daß Omar Sharif als Schnüffler von der Polente seinen Bart in Angelegenheit steckt, die ihn nichts angehen. Doch der Coup gelingt trotzdem, die Bande ist bald über alle Berge.

Erst am Hafen Athens gerät das Ganovenquartett in Schwierigkeiten, das der Flucht dienende Schiff liegt nach einer Havarie nämlich stocksteif im Dock. Belmondo teilt seine Gang auf, das Mädchen nimmt die Fähre, die zwei Kerls tauchen in einer alten Spielzeugfabrik unter. Und da setzt sich auch schon Spürnase Sharif, der als korrupter Bulle vor allem für die eigene Tasche operiert, an seine Fersen. Was folgt, ist Grund zum Frohlocken, denn Rémy Julienne, Meister der rasenden Motoren, schenkt diesem Film eine seiner wundervollen Autojagden. Und diese zehnminütige Hatz durch die Strassen Athens hat es in sich! Wie da die Kleinwagen um die Kurven sausen, die engen Gassen hinab, die Stufen hinauf und hinunter, das kann so nur Julienne, und die in jeder Sekunde lebensechten Stunts lassen einem die Haare zu Berge stehen. Nur Verneuil könnte diesen Action-Höhepunkt mit einem lakonischen Dialog zwischen Jäger und Gejagtem abschließen, und so sitzen Sharif und Belmondo kurz zusammen und machen ihre Standpunkte klar. Der Kampf um die Smaragde ist eröffnet. Wer hat die dickeren Eier?

Selbstverständlich Bebel, auch wenn Sharif hier als so sadistischer wie charismatischer Fiesling einiges an Punkten sammeln kann - wenn er etwa Belmondos Komplizen als lebende Zielscheiben mißbraucht oder Jean-Paul an den Vorzügen der griechischen Küche teilhaben lässt. Doch der große Star des französischen Kinos glänzt mal wieder in seiner Paraderolle: Bebel ist der charmante Gauner, das Rauhbein mit Witz; ein ganzer Kerl, der auf fahrende Busse springt oder sich eine flotte Keilerei am Swimming Pool liefert. Nebenbei steigt er noch Dyan Cannon nach, die wohl nur engagiert wurde, um dem Film weiterhin internationales Flair zu geben (DER COUP ist in französischer und englischer Sprache gedreht worden). Ihre Rolle scheint nämlich nur einem Zweck zu dienen, nämlich der so fragwürdigen wie unvergeßlichen Szene, in der Belmondo, ganz Franzose, ihr rechts und links eine scheuert, wieder und wieder, und ihre geräuschsensitiven Lampen bei jedem Schlag an- und ausgehen.

So gerät der mit zwei Stunden doch recht üppig bedachte Film gelegentlich dank der Ladies (Belmondo will natürlich insgeheim viel lieber an seine süße Komplizin Nicole Calfan ran) etwas vom Gas, aber Verneuil rettet sich mit einem ganzen Haufen schöner Ideen und aufregender Stunts (die Bebel natürlich mal wieder selbst ausführte) immer wieder ins Fahrwasser. DER COUP ist wunderbares französisches Unterhaltungskino, gedreht in schöner Kulisse, mit spielfreudigen Stars in den Hauptrollen und einem wieder mal unwiderstehlichen Musikthema des großen Ennio Morricone.

DVD.
Wenn man schon einen Film unter dem Titel "Classic" verkauft, dann sollte man ihn auch so behandeln. Das immerhin breitwandige Bild ist nicht anamorph und weist beim Aufzoomen übelste Treppchenbildung auf. Zwar ist die französische Tonspur vorhanden, und die deutsche, qualitativ natürlich damaligen Standards entsprechend exzellente Synchro hat einen angenehm bassigen Sound. Jedoch fehlt die englische Tonspur, die man gern zum Vergleich herangezogen hätte. Extras: Fehlanzeige. Was dieser DVD aber den Todesstoß versetzt, ist die Tatsache, daß der Abspann abgeschnitten wurde. Für die unverzeihliche Unsitte gibt's eins auf die Finger!








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