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KAPITELWAHL

LEAVES OF GRASS (USA 2009)

von André Becker

Original Titel. LEAVES OF GRASS
Laufzeit in Minuten. 101

Regie. TIM BLAKE NELSON
Drehbuch. TIM BLAKE NELSON
Musik. JEFF DANNA
Kamera. ROBERTO SCHAEFER
Schnitt. MICHELLE BOTICELLI
Darsteller. EDWARD NORTON . MELANIE LYNSKEY . SUSAN SARANDON . RICHARD DREYFUSS u.a.

Review Datum. 2011-03-20
Erscheinungsdatum. 2010-10-29
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.77:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Die Ausgangslage klingt durchaus viel versprechend. Edward Norton in einer Doppelrolle als aufstrebender Intellektueller und kleinkrimineller Haschdealer, die in die Jahre gekommenen Altstars Susan Sarandon und Richard Dreyfuss als Nebendarsteller und dazu eine Story, die auf den ersten Blick recht originell anmutet. LEAVES OF GRASS ist aber leider eine ziemliche Enttäuschung, denn alles in allem bietet der Film lediglich unspektakuläres und wenig gehaltvolles Mittelmaß, das im Direct-to-dvd Sektor vielleicht noch akzeptabel wäre, den Vergleich mit den qualitativen Standards gegenwärtiger Kinoproduktionen aber keineswegs stand hält.

Das Leben könnte für den Philosophieprofessor Bill (Edward Norton) nicht besser laufen. Seine Studenten lieben ihn abgöttisch und von der juristischen Fakultät einer Eliteuniversität wurde ihm jüngst ein unwiderstehliches Angebot unterbreitet. Die Nachricht vom Tod seines kleinkriminellen Zwillingsbruders Brady kommt daher zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Als Bill zum Begräbnis in seine alte Heimat reist, ahnt er allerdings nicht dass sein dauerbekiffter Bruder seinen Tod nur vorgetäuscht hat, um ihn herzulocken und in seine kriminellen Machenschaften einzuspannen. Bill sträubt sich anfangs dagegen, aber Brady kann ihn schließlich überreden. Das Chaos hat damit jedoch erst angefangen, denn der angesehene Akademiker muss sich auch seiner Vergangenheit als Abkömmling einer White-trash-Hippiefamilie stellen.

Das Positive erstmal vorweg: LEAVES OF GRASS ist durchaus solide inszenierte Unterhaltung, ohne großartige Längen, mit einer überzeugenden Darstellerriege, ein paar gelungenen Plottwists und überwiegend glaubhaft ausgearbeiteten Charakteren. Nichtsdestotrotz bietet der Film dennoch lediglich durchschnittliche und zudem völlig tiefgangfreie B-Film Qualität. Das liegt speziell darin, dass Regisseur Tim Blake Nelson ohne Gespür für Kompatibilität heillos Elemente unterschiedlicher Genres durcheinander würfelt, woraus folgt, dass der Film vor allem sehr wirr und seltsam inkonsequent aussieht.

LEAVES OF GRASS kann weder als Thriller, noch als Komödie und schon gar nicht als ernst gemeintes Drama überzeugen. Eine wirkliche Dramaturgie ist nicht vorhanden, spannend oder mitreißend ist das Ganze sowieso nicht, als Komödie ist der Film schlichtweg nicht witzig genug und die dramatischen Elemente wirken aufgesetzt. Genrebastarde sind per se nicht gerade leicht umzusetzen und es reicht nun mal nicht einfach die jeweiligen Elemente ziellos aneinanderzureihen und dann einfach zu hoffen, dass die einzelnen Szenen miteinander harmonieren und vom Publikum mit Freuden goutiert werden. Genau diesen Fehler begeht allerdings LEAVES OF GRASS und das nicht nur einmal, sondern permanent im Verlauf des gesamten Films. Am ehesten funktioniert noch der humoristische Part. Den einen oder anderen Lacher gibt es durchaus und die streckenweise gelungene Situationskomik und die pointierten Dialoge retten den Film schließlich vor der endgültigen Belanglosigkeit. Wie oben angemerkt sind auch die darstellerischen Leistungen soweit ganz ordentlich, was sich jedoch bei näherer Betrachtung letztendlich negativ für die Rezeption auswirkt, weil dadurch das narrative Chaos in dem sich die hochkarätigen Akteure befinden erst richtig sichtbar wird.

Mit einer entsprechend heruntergeschraubten Erwartungshaltung lässt sich LEAVES OF GRASS halbwegs ertragen, wenn man jedoch bedenkt, dass der Film als Kinoproduktion gedacht war, lässt es einen angesichts der angesprochenen Mängel schon frösteln. Es bleibt nur zu hoffen, dass Edward Norton nicht ein ähnliches Schicksal bevorsteht wie aktuell Val Kilmer und sein, immer noch sichtbares, Talent nicht in billig produzierter Videothekenware verramscht wird. B-Filme wie LEAVES OF GRASS deuten allerdings genau darauf hin und das stimmt dann schon irgendwie traurig.

DVD.
Technisch gesehen gibt die hier vorliegende DVD keinen Anlass zum Meckern. Das Bild ist schön sauber und kontrastreich und die solide Tonqualität überzeugt ebenfalls. Die Extras fallen leider etwas mager aus und beschränken sich lediglich auf das Making-of und ein paar Trailer. Ansonsten aber eine einwandfreie DVD, die zudem mit Wendecover angeboten wird und bei der außerdem noch das gelungene Artwork ins Auge sticht.








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