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KAPITELWAHL

THE RESIDENT (Großbritannien/USA 2011)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. THE RESIDENT
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. ANTTI JOKINEN
Drehbuch. ANTTI JOKINEN . ROBERT ORR
Musik. JOHN OTTMAN
Kamera. GUILLERMO NAVARRO
Schnitt. STUART LEVY . BOB MURAWSKI
Darsteller. HILARY SWANK . JEFFREY DEAN MORGAN . CHRISTOPHER LEE . LEE PACE u.a.

Review Datum. 2011-01-28
Erscheinungsdatum. 2011-02-10
Vertrieb. HIGHLIGHT/CONSTANTIN

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Seit 2007 gibt es Hammer Film Productions wieder, zumindest dem Namen nach, aber so richtig bekommt es keiner mit. Die Wiedergeburt ausgerechnet mit einer Reihe von Vampirvideos auf MySpace einzuläuten, war vielleicht nicht die bombastischste Idee (notfalls die älteren Geschwister fragen, was MySpace ist). Das Remake LET ME IN gefiel zwar dem einen oder anderen professionellen Kinogänger, zahlende Kunden nahmen aber kaum Notiz. 2011 stehen weitere Veröffentlichungen an, einige sehen recht vielversprechend aus. Aber wie die aktuelle Hammer-Produktion THE RESIDENT zeigt: Erste Eindrücke können täuschen.

Die junge Ärztin Juliet Devereau (Hilary Swank) möchte in Brooklyn nach gescheiterter Beziehung einen Neuanfang versuchen. Durch scheinbaren Zufall findet sie eine traumhafte Mietwohnung zu einem verdächtig erschwinglichen Preis. Der Hausbesitzer Max (Jeffrey Dean Morgan), der mit seinem Großvater (Christopher Lee) ebenfalls im Haus lebt, ist ihr sofort sympathisch, und bald geht da was. Als es Juliet doch zu schnell geht, und sie außerdem ihren Ex-Freund wieder in ihr Leben lässt, reagiert Max darauf nur oberflächlich gelassen. In ihm aber brodelt der Psychopath. Wenn er sie nicht haben kann, soll sie keiner haben.

THE RESIDENT zu sehen, ist wie seinem Bösewicht zu begegnen: Erst ist er ganz nett, vielleicht sogar mehr. So langsam beschleicht einen aber das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Und zum Schluss möchte man nur noch weg. Das erste große Problem des Films ist, dass er ungefähr nach einer halben Stunde alle seine Karten auf den Tisch gelegt hat. Man weiß, wer der Böse ist. Man weiß, was er vorhat. Und man kann sich ungefähr denken, wie es enden wird. Dass die Dramaturgie an diesem Punkt noch nicht völlig zusammenbricht, liegt daran, dass der finnische Regisseur Antti Jokinen die klassische Kasperle-Theater-Suspense recht gut beherrscht. Der Film bezieht im zweiten Akt seine Spannung aus der Frage, ob Kasperle rechtzeitig bemerken wird, dass das Krokodil im Haus ist. Diese Art Spannung funktioniert in erster Linie, weil man als Zuschauer erwartet, dass alles in einem markerschütterndem Finale kumulieren wird, vielleicht sogar einhergehend mit doch noch einer überraschenden Wendung. Und da versagt der Film kurz vor Ziel. Das (überraschungslose) Finale ist zwar bestimmt markerschütternd gemeint, geriert sich aber nur als ein uninspiriertes, genreübliches und sehr kurzes Hantieren mit zweckentfremdeten Utensilien aus dem Werkzeugkasten. Der Tod einer zentralen, weitgehend positiv besetzten Nebenfigur gerät dabei zu einer reinen Fußnote. In Anlehnung an Woody Allen könnte man sagen: Es ist furchtbar langweilig - und viel zu schnell vorbei.

Selten war Scheitern so schade. Das Konzept des Films ist zwar nicht originell, aber klassisch, also zeitlos, funktioniert in den richtigen Händen immer. Jokinens Hände scheinen zunächst die richtigen zu sein. Er schafft es, das olle New York tatsächlich noch mit frischem Blick in Innen- wie Außenräumen abzulichten. Die Darsteller sind voll bei der Sache. Christopher Lees Nebenrolle ist zwar für den Plot völlig ohne Belang, aber sie hilft, die Figuren um sie herum klarer zu definieren. In manchen Momenten wirkt THE RESIDENT wie ROSEMARY'S BABY ohne Esoterik und ohne Baby. Aber all das Schöne, Gute und Gruselige wird vom lahmen Ende komplett entwertet.

DVD.
Die Handels-DVD ist anhand der Presse-DVD nicht zu beurteilen.








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