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KAPITELWAHL

MERANTAU - MEISTER DES SILAT (Indonesien 2009)

von Andreas Neuenkirchen

Original Titel. MERANTAU
Laufzeit in Minuten. 107

Regie. GARETH EVANS
Drehbuch. GARETH EVANS
Musik. nicht bekannt
Kamera. MATT FLANNERY
Schnitt. GARETH EVANS
Darsteller. IKO UWAIS . SISCA JESSICA . YUSUF AULIA . MADS KOUDAL u.a.

Review Datum. 2010-12-29
Erscheinungsdatum. 2010-12-03
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . INDONESISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Wird Zeit, dass mal wieder ein neues asiatisches Filmland gehypet wird. Warum nicht Indonesien? Hm, vielleicht später. Erst brauchen wir bessere Gründe als MERANTAU - MEISTER DES SILAT.

Der Begriff "Merantau" bezeichnet ein Ritual, bei dem ein Junge hinaus in die weite Welt geht, um als Mann wieder zurückzukehren. Bei Yuda (Iko Uwais) sieht das so aus, dass er sein idyllisches Heimatdorf verlässt und ins große Jakarta geht, um dort die Kampfkunst Silat zu lehren. Dort hat man aber keinen Bedarf an Silat-Lehrern. Statt eines Jobs findet er Ärger mit einem fiesen Mädchenhändlerring. Der rechtschaffene Junge vom Land macht sich daran, die Organisation buchstäblich zu zerschlagen.

Die Story ist klassisch, aber der Film wird mit Sicherheit kein Klassiker. Zu schleppend ist er erzählt, mit zu wenig Pfiff inszeniert. Ich war noch nie in Jakarta, hatte aber auch während des Films nicht das Gefühl, dort zu sein. Die Stadtszenen könnten überall gedreht worden sein. Etwas mehr Lokalkolorit haben die Szenen in und um Yudas Heimatdorf, die die Handlung einklammern. In der freien Natur war es vielleicht schwieriger, die Aufnahmen reizlos zu gestalten.

Uwais' beneidenswerte Körperbeherrschung ist schon im Vorspann offensichtlich, der ihn beim Training zeigt. Solche Trainingseinheiten sind leider auch das, woran man sich lange klammern muss, denn selbst in der gestrafften internationalen Schnittfassung braucht MERANTAU eine ganze Weile, bis er in die Pötte kommt und kämpft bis zum Schluss mit unnötigen Längen. Für den Hauptdarsteller ein aussichtsloser Kampf. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass man hier den Beginn einer ganz großen Karriere sieht. Die ganz großen Martial-Arts-Stars zeichneten sich stets durch die richtige Mischung aus sportlichem Talent, schauspielerischen Grundkenntnissen und jeder Menge Charisma aus. Jet Li, Donnie Yen oder Tony Jaa werden mit Sicherheit in diesem Leben keine Bären oder Palmen mehr gewinnen, aber ihren Rollen sind sie schauspielerisch stets gewachsen, etwaige Unzulänglichkeiten machen sie mit ihrer Präsenz wett. Iko Uwai ist nicht nur schauspielerisch eine Nullnummer (daran könnte man arbeiten), sondern hat auch keinerlei Ausstrahlung. Ist er zwei Minuten nicht im Bild, hat man schon vergessen, wie er aussieht. Stärker in Erinnerung bleibt der Däne Mads Koudal, der seine Rolle als oberster Bösewicht irgendwo zwischen Stromberg, dem Bond-Schurken, und Stromberg, der Fernsehwitzfigur, ansiedelt. Ob die Überzeichnung gewollt ist, ist dabei zweitrangig.

Die Kampfszenen und sonstigen Stunts sind gelungen. Da brillieren Uwai und seine Kontrahenten, was sie auch müssen, denn die Inszenierung bleibt auch hier unoriginell. Man muss schon sehr verzweifelt auf der Suche nach selten gesehenen Kampftechniken sein, um MERANTAU - MEISTER DES SILAT etwas abzugewinnen. Film gucken ist eben doch was anderes als Sportschau gucken. Mehr als vereinzelte Sexy Sport Clips bei viel zu langer Sendezeit ist hier leider nicht drin.

DVD.
Die technische Qualität der DVD ist akzeptabel, auch wenn das Bild mitunter mehr Konturen haben könnte. In einigen Dokumentationen und Outtakes erfährt man mehr über den Film, als man wissen muss.








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