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KAPITELWAHL

MEAT GRINDER (Thailand 2009)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. CHEUUAT GAAWN CHIM
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. TIWA MOEITHAISONG
Drehbuch. TIWA MOEITHAISONG
Musik. nicht bekannt
Kamera. TIWA MOEITHAISONG
Schnitt. TIWA MOEITHAISONG
Darsteller. MAI CHAROENPURA . ANUWAY NIWARTWONG . WIRADIT SRIMALAI . RATTANABALLANG TOHSSAWAT u.a.

Review Datum. 2010-05-02
Erscheinungsdatum. 2010-01-08
Vertrieb. SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . THAILÄNDISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Puh, es ist schon ein Kreuz mit diesen ganzen Gekröse-Filmen. Da zieht man sich Jahr ein, Jahr aus das ganze Gemansche rein (Entwarnung liebe Jugendschützer, ich hab erst heute einer alten Dame über die Straße geholfen!) und betet, dass all diese ekligen Nachtschattengewächse, die da in ihren Audiokommentaren und Making Ofs einen auf dicke Hose machen, doch endlich mal einen zarten Hauch von Ambition zeigen mögen. Doch plötzlich purzelt da so ein thailändischer Blutklopper vom Baum, bei dem man spätestens nach einer dreiviertel Stunde doch tatsächlich wünscht, der Regisseur wäre nicht ganz so ein Streber gewesen!

Um erst einmal die wichtigste Frage zu beantworten: Ja, MEAT GRINDER hält das Versprechen, das der Titel gibt, es wird jede Menge Meat gegrindet. ABER: Wie viel Hackfleisch tatsächlich fabriziert wird bleibt offen, der Film - es geht um eine durchgeknallte Nudelverkäuferin, die Männer zu leckeren Häppchen verarbeitet - wurde schon im Ursprungsland durch den Fleischwolf gedreht, da man sich Sorgen um das Prestige der thailändischen Kochkunst machte. Hierzulande wurden dann noch mal die, logo, Gore-Szenen gestutzt. Dass der Film trotz der ganzen Schnippelei immer noch ziemlich ruppig anzuschauen ist, macht zumindest mir Weichei eher Angst vor einer ungeschnittenen Version.

Aber im Prinzip ist das alles völlig egal, denn MEAT GRINDER hat ein anderes, viel schwerwiegenderes Problem: Regisseur Moeithaisong wollte offenbar nicht nur die Gorehounds zufrieden stellen, sondern seinen Film auch in den Programmkinos platzieren. Da er aber offenbar nicht wusste wie, wurden einfach mal alle Knöpfe gedrückt: Der pupsige Simpel-Plot enthält mehr Rückblenden als eine Staffel LOST und inszenatorisch wird einfach mal drauf losgebrettert: So sind irgendwann mal nicht mehr nur die Rückblenden in schwarz-weiß gehalten, man entfärbt sporadisch, auch wenn gar kein Zeitsprung stattfindet. Und damit garantiert keine Langeweile aufkommt gibt's in nahezu jeder Szene ein anderes Gimmick: Zeitlupe, Überbelichtungen, roter Farbfilter, grauer Farbfilter, brauner Farbfilter, Wischeffekte… überambitioniert ist noch geschmeichelt, Moeithaisong ist schlichtweg ein blindes Huhn und findet als solches hier und dort aber tatsächlich ein Korn. In solchen (sehr) kurzen Momenten zeigt MEAT GRINDER der gesamten Sicko-Konkurrenz dann eine lange Nase, zumal auch Sängerin/Schauspielerin Mai Charoenpura eine überaus überzeugende, intensive Vorstellung gibt, was aber schlussendlich nicht hilft: Man ist die meiste Zeit damit beschäftigt, das Bildergulasch ihres Regisseurs zu verdauen, der mit seinem kopflosen Gefummel dafür sorgt, dass von seinem Film leider gar nichts haften bleibt: MEAT GRINDER ist nicht gut, nicht schlecht, er ist noch nichtmal mittelmäßig, er…verpufft einfach.

DVD.
Bild und Ton sind State-Of-The-Art, die knalligen Farben kommen besonders gut zur Geltung. Die deutsche Synchro ist nur dafür da, dass man "Sprachen: Deutsch" auf das Cover schreiben kann. Mau die Extras: Der Trailer zum Film, ein völlig überflüssiges Behind the Scenes-Feature und ein "Musikvideo", bei dem man sich, zu von der Hauptdarstellerin gesungenen Schunkel-Pop, diverse Szenen aus dem Film anschauen kann.








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