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KAPITELWAHL

BLOOD DINER (USA 1987)

von Stefan Rybkowski

Original Titel. BLOOD DINER
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. JACKIE KONG
Drehbuch. MICHAEL SONYE
Musik. DON PRESTON
Kamera. JÜRG V. WALTHER
Schnitt. THOMAS MESHELSKI
Darsteller. RICK BURKS . CARL CREW . ROGER DAUER . LANETTE LA FRANCE u.a.

Review Datum. 2010-04-02
Erscheinungsdatum. 2010-02-26
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Dass BLOOD DINER anfangs als Sequel zu Herschel Gordon Lewis' Splatterklassiker BLOOD FEAST geplant war verwundert kaum. Bereits im Setting wird überdeutlich, dass es deutliche Parallelen gibt. Zwei Brüder betreiben ein vegetarisches Diner, der hervorragend läuft. Wieso? Weil die beiden so einige geheime Zutaten haben, die sie ihren Rezepten beimischen - oder besser gesagt untermischen -, so dass sie ihre Kunden stets zufrieden stellen können. Dies verlangt jedoch nicht nur ihre Ehre als Koch, sondern auch finsterer Onkel, seines Zeichens Serienmörder, der vor 20 Jahren von der Polizei erschossen wurde und fortan als Hirn mit Augen im Einmachglas weiterlebt. Er wurde nämlich von seinen Neffen wieder zum Leben erweckt. Klingt irgendwie absurd? Oh ja, denn das ist es auch, sehr sogar. Wie in seinem Quasivorgänger BLOOD FEAST versuchte der einst die jahrtausende alte Göttin Sheetar zum Leben zu erwecken, in dem er ihr Menschenopfer brachte. Da diese Arbeit einst aber durch seinen Tod unterbrochen wurde, müssen nun seine Neffen herhalten, die ihren Job mehr als gut machen, wie sich im Film recht schnell und vor allem drastisch zeigt. Dabei ist sich Jackie Kongs Film, die seit BLOOD DINER so gut wie nichts mehr von sich hören hat lassen, der Ironie und der Absurdität, die ihrem Film zugrunde liegt, aber durchaus bewusst und zieht die Schraube sukzessive weiter an.

BLOOD DINER ist Exploitation as Exploitation can! Da wird gesplattert, was das Latex hergibt, junge Mädchen halten zu jeder möglichen Gelegenheit ihre Brüste in die Kamera und auch sonstige eher tabuisierte Themen werden angesprochen. Es gibt Wrestler, die mit Hitlerbart und Nazibinde am Arm catchen, es gibt eine Band, die in Naziuniform zu undefinierbaren Tönen rockt und eine wieder zum Leben erweckte ägyptische Göttin, deren offener Torso einer Vagina dentata gleicht. Gegen Ende gibt es dann auch noch eine Zombieapokalypse - inmitten eines abgefuckten Clubs. Natürlich dürfen auch die Klischeecops nicht fehlen, die der ganzen Sache auf den Grund gehen. Der Captain hat einen schweren Akzent, während sein Detective ein Macho ist, wie er im Buche steht. Da mag es auch nicht gerade verwundern, dass die Kollegin, die ihm zur Seite gestellt wird, äußerst attraktiv daherkommt. Kong will ja schließlich ein gewisses Spannungspotential, das sie voll ausreizen kann. Dies tut sie sichtlich erfreut, denn auch wenn viele Szenen äußerst unappetitlich anzuschauen sein mögen, so wohnt ihnen dennoch stets die Tatsache inne, dass es sich hier um ein Spaßprojekt handelt, um Latex und Puppen, die hier zermatscht werden. Das hat allem Anschein nach wohl auch endlich die FSK erkannt, die den Film zur DVD-Veröffentlichung neu bewertete und mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen hat. Und selbst diese Freigabe mag dennoch etwas verwundern, so harsch und subversiv kommt BLOOD DINER daher. Natürlich ist er ein Kind seiner Zeit, die 80er waren ja schließlich geprägt von dieser Art von Film, aber darunter sicherlich ein, wenn nicht sogar das enfant terrible. Man könnte noch viele weitere urkomische und absurde Momente auflisten, beispielsweise das vor allem aus heutiger Sicht absolut nerdige Erscheinungsbild der Brüder oder den Bauchredner, dessen einziger Kunde seine Puppe ist, aber man muss das schon irgendwie selbst gesehen haben - auch, um es zu glauben. BLOOD DINER markiert mit alledem sicherlich einen Höhepunkt des komödiantischen Splatterfilms.

DVD.
Die DVD ist vollkommen ungeschnitten und liegt sowohl in deutscher, als auch in englischer Sprachfassung vor. Zwar handelt es sich nicht, wie auf dem Cover angegeben um Dolby Digital, sondern um eine splitted Monotonspur, aber dem Spaß tut das so gut wie keinen Abbruch, denn der Ton spielt hier eine deutlich untergeordnete Rolle. Bei den Extras sieht es da schon deutlich maurer aus, denn neben einer Trailershow für ältere Filme des Labels – ich habe eine Trailershow der neuen Twilight-Classics-Reihe gerechnet – findet sich nichts weiter. Die Bildqualität geht für das Alter zudem in Ordnung, nichts Weltbewegendes eben. Eine dennoch recht gelungene Neuauflage des Filmes.








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