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KAPITELWAHL

AMITYVILLE HORROR III (USA 1983)

von Hasko Baumann

Original Titel. AMITYVILLE 3D
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. RICHARD FLEISCHER
Drehbuch. WILLIAM WALES
Musik. HOWARD BLAKE
Kamera. FRED SCHULER
Schnitt. FRANK J. URIOSTE
Darsteller. TONY ROBERTS . CANDY CLARK . LORI LOUGHLIN . MEG RYAN u.a.

Review Datum. 2010-03-04
Erscheinungsdatum. 2009-10-09
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das kann man sich ja gar nicht vorstellen. Heutzutage. Ende der 80er, als heranwachsender Horrorfan mit frischgebackener Volljährigkeit als Altersfreigabenknacker, hat man sich noch ins Kino gesetzt. Ständig liefen neue obskure Schocker an, machmal zwei pro Woche, und auf jeden HELLRAISER kamen drei WATCHERS, UNHOLYs oder 976-EVILs. Alles im Kino gesehen. Ja wirklich! Meistens alleine, weil den Freunden die Grütze mit Recht zu doof war. Da hockte man dann mit ca. zwölf anderen Typen (Frauen waren da eigentlich nie dabei), denen es wahrscheinlich draußen zu kalt war oder die Angebote des Nonstopkinos im Bahnhof etwas zu eintönig. Unglaublich, was da alles so über die Leinwand flimmerte. THE KISS. CREEPSHOW 2. TALES FROM THE DARKSIDE - THE MOVIE. Und und und und und.

Und da kam dann auch AMITYVILLE 3-D ins Kino. Natürlich lief der nur in 2-D, was ja immer sagenhaft bescheuert aussieht. Irgendwer hält ständig irgendwas in die Kamera, so ganz affig, 'ne Lampe oder 'n Spaten oder 'n Lümmel, also den natürlich nicht bei AMITYVILLE. Stattdessen taucht plötzlich Meg Ryan im Backfischalter auf, zur Entstehungszeit des Films noch völlig unbekannt, aber fünf Jahre später - und so lange hat man in Deutschland mit dem Kinostart gewartet - dank WHEN HARRY MET SALLY ein Star und somit unter marketingtechnischen Gesichtspunkten ein echter Bingo. Der Kinosaal blieb aber trotzdem leer wie die Bushaltestelle um drei Uhr morgens - keiner war doof genug, sich diesen Unsinn reinzuziehen, keiner mit Ausnahme des Autors dieser Zeilen. Und AMITYVILLE 3-D hatte ich bis zur Sichtung dieser neuen DVD-Veröffentlichung als einen der langweiligsten Rohrkrepierer aller Zeiten in Erinnerung.

Mit Recht, wie sich nach erneuter Überprüfung herausstellt. Der Film spielt zwar wieder in dem aus den vorigen zwei Teilen bekannten Haus, macht aber keinen auf "wahre Begebenheit", sondern eher einen auf DAS OMEN: Merkwürdige Fratzen auf Fotografien, eigenwillige Fahrstühle und ausgefallene Unfallszenen (letztere erstmals ungeschnitten, aber auch nicht der Rede wert) lassen einen auf ein fieses Kind oder wenigstens böse Hunde oder Raben warten, stattdessen kommt nur wieder der Bienenschwarm unterm Dachboden zum Einsatz. Tony Roberts (ausgerechnet!) und Tess Harper entlarven Scharlatane bei Séancen, stoßen aber beim Amityville-Spuk an ihre Grenzen. Backfisch-Ryan dreht mal kurz am Ouija-Brett, ein Glas rutscht über die Dielen und am Ende kommt sogar noch ein Gummimonster aus der blubbernden Kellerkloake. Mehr läuft nicht. Da hier aber dankenswerterweise die dreidimensionale Fassung vorliegt, sausen die Bienen im Raume herum (das ist echt nicht schlecht geworden), ein Stahlrohr bohrt sich durch die Windschutzscheibe und ein verkohlter Leichnam zittert einem entgegen. Höhepunkt ist ganz klar die bitterböse Entität, die als herzallerliebste Flimmerwolke durch den Hausflur wabert! Der Film bleibt trotzdem wahnsinnig öde und ist ein trauriger Tiefpunkt im Euvre Richard Fleischers, dem Regisseur von SOYLENT GREEN, THE BOSTON STRANGLER und dem Melonen-Bronson MR. MAJESTYK. Und danach kamen von Fleischer nur noch Tiefpunkte; CONAN THE DESTROYER, RED SONJA, au weia.

Mein Tip: Tony Randels AMITYVILLE 1992: IT'S ABOUT TIME angucken und danach "Amityville" von Lovebug Starski auflegen. Damit hat man dann alles gesehen und gehört, was es an guten Sachen mit dem Wort "Amityville" im Titel gibt.

DVD.
Die Bildqualität ist, wie der englische Ton, durchaus akzeptabel. Die deutsche Synchronfassung ist nicht so gülden. Das große Gimmick ist selbstredend die als Extra angepriesene 3D-Fassung, die auch durchaus mit einigen recht plastischen Effekten aufwarten kann, auf die Dauer aber danke Dunkelheit und Unschärfe Kopfweh und Augentränen bewirkt, zumindest bei mir. Etwas unglücklich auch die Anwahl der 3D-Version über die Angle-Taste, deren Symbol sich bei vielen DVD-Playern nicht ausblenden läßt. Der Film ist erstmals ungeschnitten und ab 18, könnte aber problemlos als 12er durchgewunken werden, wenn man mal ehrlich ist.








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