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KAPITELWAHL

G.I. JOE - GEHEIMAUFTRAG COBRA (USA 2009)

von Hasko Baumann

Original Titel. G.I. JOE: THE RISE OF COBRA
Laufzeit in Minuten. 113

Regie. STEPHEN SOMMERS
Drehbuch. STUART BEATTIE . SKIP WOODS
Musik. ALAN SILVESTRI
Kamera. MITCHELL AMUNDSEN
Schnitt. BOB DUCSAY . JIM MAY
Darsteller. CHANNING TATUM . SIENNA MILLER . MARLON WAYANS . DENNIS QUAID u.a.

Review Datum. 2010-01-07
Erscheinungsdatum. 2009-12-14
Vertrieb. PARAMOUNT

Bildformat. 2.40:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1) . TÜRKISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . TÜRKISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Der Sommer-Blockbuster an und für sich entstand Mitte der 70er, als Steven Spielbergs WEISSER HAI die Strände leerfegte. Als die Kassen klingelten wie nie zuvor gesehen, entwickelte Hollywood die Strategie, das hungrige Kinopublikum fortan immer pünktlich zum Sommer mit teurem Entertainment zu betäuben. Natürlich verlor sich mit den Jahren der künstlerische Anspruch, den Spielberg noch an sich gestellt hatte, und das Feindbild des gebildeten europäischen Feuilletonisten ward geboren. Da kann man sich als Schreiber und Cineast noch so richtig schön aufregen; der gemeine Hollywood-Sommerhit gilt als dumm, patriotisch, rassistisch, sexistisch, militaristisch, martialisch und als teures Verheizen von Talenten. Und da Hollywood pünktlich nachliefert, kann man sich auch immer wieder ereifern.

So wie bei G.I. JOE. Der neueste bunte Rundumschlag des jeglichen Feinsinns völlig unverdächtigen Stephen Sommers (schlimm vorgelegt mit zwei DIE MUMIE-Filmen, nochmal unterboten mit VAN HELSING) rumpelt sich mit gespreizten Beinen der vertrauten Vorwurfsliste entgegen und lässt einlochen. G.I. JOE ist dumm: Der Film basiert allen Ernstes auf einer Spielzeugfranchise, läßt aufrechte gute Soldaten gegen verschlagene und deformierte böse Soldaten antreten und entsetzt zwischen dem all dem Gehaue und Geballer auch noch mit blödestem Holzhammerhumor. G.I. JOE ist patriotisch: Die sauberen Amis holzen wie die Axt im Walde durch Paris, mit dem sie eh nur Croissants verbinden, und handeln sich dabei Hausverbot in Frankreich ein ("Es gibt Schlimmeres"). G.I. JOE ist rassistisch: Der ohnehin schon unverdauliche Marlon Wayans darf als Volltrottel den grimassierenden "Ein bißchen Spaß muß sein"-Neger geben und entwirft damit das Szenario einer Welt, in der Sidney Poitier nie geboren wurde. G.I. JOE ist sexistisch: Sienna Miller muß ihr böses Tun im wohl Bösheit suggerierenden schwarzen Ganzkörperleder absolvieren, was der durchschnittliche Nerd wohl für "sexy" hält. Die absolut unerträgliche Rachel Nichols sorgt bei den Guten dafür, daß Wayans immer schön was zum Rumbalzen hat und darf sich regelmäßig umziehen. G.I. JOE ist militaristisch: Zur Mannwerdung kommt es hier erst, wenn man ein ordentliches Waffenarsenal sein eigen nennt und mit diesem auch schön viel kaputt macht; wird nicht geschossen oder getreten, wird stramm gestanden. G.I JOE ist martialisch: Was hier der amerikanischen Jugend mit einem familienfreundlichem PG13-Rating untergejubelt wird, ist ein pausenlos Abfeiern einer militärischen Übermacht samt brutaler Tötungs- und Vernichtungsszenen, in dem es zu unzähligen - nicht weiter beachteten - Kollateralschäden kommt. G.I. JOE verheizt Talente: Dennis Quaid, dessen Auftritt in diesem Film wir seinen Kindern zu verdanken haben, muß unter der Militärhaube dumme Anweisungen kläffen, und der hoffnungsvolle Jungstar Joseph Gordon-Levitt wird unter Latex begraben.

Natürlich muss man sich trotzdem fragen, was man sich von einem rundherum kalkulierten Sommer-Blockbuster, der auf einer Spielzeug-Franchise basiert, so erwartet. Und G.I. JOE gibt sich schon redlich Mühe, zumindest das zu liefern. Ständig explodiert was und fliegt durch die Luft, der menschgewordene, wie üblich stumme Flummi Ray Park darf anständig herumspringen und letztlich wird mit einer Unterwasserbasis auch noch Bond-Nostalgie aufgerufen. Die ausgiebige Hatz durch Paris, bei der zahllose Autos herumgewirbelt werden und/oder zu Sprengsätzen umfunktioniert die Strassen in Flammenmeere verwandeln, könnte sogar richtig Laune machen, würde sie nicht ständig von überaus zweifelhaften Digitaleffekten unterbrochen. Mit dem so farblosen wie unsympathischen Channing Tatum in der konturlosen Hauptrolle baut sich aber leider zu keinem Zeitpunkt Spannung auf. G.I. JOE ist dann eben doch hauptsächlich was für Hohlbirnen, aber keineswegs verdammungswürdiger als die anderen vermeintlichen Knaller des Dummbrot-Jahrgangs 2009.

DVD.
Bild und Ton fallen erwartungsgemäß ausgezeichnet aus; die Synchro ist auch in Ordnung. Im Audiokommentar erweist sich Sommers als ebenso inhaltsleer wie sein Gesamtwerk. Eine Featurette erzählt von den Spezialeffekten, das Making Of behandelt immerhin auch die Geschichte der Franchise periphär, aber letztlich ist das alles das eben so mitproduzierte Blabla.








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