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KAPITELWAHL

STREETS OF BLOOD (USA 2008)

von Hasko Baumann

Original Titel. STREETS OF BLOOD
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. CHARLES WINKLER
Drehbuch. DENNIS FANNING . EUGENE HESS
Musik. STEPHEN ENDELMAN
Kamera. ROY WAGNER
Schnitt. CLAYTON HALSEY
Darsteller. VAL KILMER . CURTIS JACKSON . SHARON STONE . MICHAEL BIEHN u.a.

Review Datum. 2009-12-20
Erscheinungsdatum. 2009-11-20
Vertrieb. KINOWELT HOME ENTERTAINMENT

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
STREETS OF BLOOD hat zwei Dinge vorzuweisen, die ihn von der üblichen Streetnight-Actionware abheben: Die reizvolle Location New Orleans in der Zeit als quasi rechtefreier Raum nach der Hurricane-Katastrophe und eine nonlineare Erzählweise. Ersteres bringt immerhin beklemmende Aufnahmen der überfluteten Stadt mit sich (Stock Footage), letzteres aber nimmt dem an sich schon reichlich unfähigen Film auch noch den letzten eventuellen Grad der Erträglichkeit. Dass ursprünglich einmal Robert DeNiro für eine Hauptrolle vorgesehen war, klingt fast so absurd wie die angebliche Überlegung, diesen unterdurchschnittlichen Trash in die Kinosäle zu bringen.

Der momentan bienenfleissige Val Kilmer spielt den Cop Andy Deveraux, dessen Partner unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. In einem parallelen Erzählstrang meucheln zwei korrupte Polizisten einen Undercover-Agenten der DEA. Deveraux gerät mit seinem neuen Partner (Curtis "50 Cent" Jackson) zwischen die Fronten und muß sich in ständigen unvermittelten Einschüben der Polizeipsychologin Nina Ferraro (Sharon Stone) erklären. Die hat offenbar viel Zeit für den guten Andy, denn die für Kilmer mittlerweile typischen wirren Monologe wollen auch außerhalb des Büros goutiert werden. Als fieser Chef der geschmierten Streitkräfte darf Michael Biehn wieder einmal zeigen, daß er seine kleine Fangemeinde nicht unbedingt mit schauspielerischen Qualitäten gewonnen haben muß.

Charles Winklers Regie darf getrost und ohne falsche Scham als Totalausfall gewertet werden. Das ungekonnte Gezappel, der wirre und viel zu unkonzentrierte Schnitt und die tiefenfreien Bilder der HD-Kameras würgen schon nach wenigen Minuten jegliches Interesse an dieser unansprechenden, unsympathischen Geschichte ab. Man muß wirklich langsam mal öffentlich diskutieren, ob nicht zu viele talentfreie Schraubstöcke auf den Regiestuhl gelassen werden, oder zumindest die Filmemacher darauf hinweisen, daß gerade der angestrebte Realismus und die quasidokumentarische Handkamera extrem präzise Vorbereitung und Ansagen brauchen. Aber bitte, nun sitzen wir wieder mit einem Rohrkrepierer da, der auch seine "Stars" nicht verschont: Kilmer zieht sich achtbar aus der Affäre, indem er seinen neuen Supertrick anwendet: Er tut einfach so, als ginge ihn das alles gar nichts an. Sharon Stone macht gottlob nicht mehr auf Sex, kommt aber mit dem abenteuerlichen Versuch eines Südstaatenakzents wie eine abgehalfterte Alkoholikerin rüber. Wenn man schon 50 Cent die beste Leistung attestieren muß, kann mit dem Ensemble etwas nicht stimmen.

Winkler propagiert im Interview den "Realismus" seines Films - tatsächlich aber suhlt er sich im Sensationalismus der Schmierlappen-Exploitation. Die lahmen, verworren Shootouts werden mit dicken Blutpaketen absolviert, und was dann noch nicht so richtig passen will, wird einfach mit nackter Haut aufgefüllt. Junge Frauen müssen ständig oben ohne neben Dealern rumhängen oder nackt erschossen werden; trauriger Höhepunkt ist eine Sequenz, in der die korrupten Bullen zwei junge Frauen brutal drangsalieren und diese, nachdem sie eh schon alle Informationen preisgegeben haben, den asozialen Cops Sex anbieten. Eine der beiden lutscht erst wollüstig am Gewehr und leckt dann die Polizeimarke ab. Wenn man sich als Filmemacher schon derart sabbernd geriert, sollte man doch bitte beim Rest nicht so tun, als hätte man irgendwas zu erzählen. Ein unverdaulicher, abstoßender Mist ist das.

DVD.
Bei Kinowelt gibt man sich etwas mehr Mühe mit der Synchronisation als die Konkurrenz, aber etwas matt liegt sie doch auf dem Geschehen; Nebengeräusche werden weggedrückt. Bild und Ton sind okay, aber für 5.1-Fans nicht allzu aufregend. Making Of und Interviews sind von einem gewissen Unterhaltungswert, weil sich die "Stars" gegenseitig Puderzucker in den Popo blasen, bis der Arzt kommt. Kilmer und Jackson haben sich übrigens ganz dicke angefreundet, weil sie ihre gemeinsame Liebe zu Autos entdeckt haben. Michael Biehn weiß gar nicht, wo er ist, glaube ich. Der Trailer bewirbt einen galligen Actionknaller. Das ist dieser Film nicht.








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