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KAPITELWAHL

DAS MÄDCHEN AM ENDE DER STRASSE (Frankreich/Kanada/USA 1976)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. NICOLAS GESSNER
Drehbuch. LAIRD KOENIG
Musik. CHRISTIAN GAUBERT
Kamera. RENE VERZIER
Schnitt. YVES LANGLOIS
Darsteller. JODIE FOSTER . MARTIN SHEEN . ALEXIS SMITH . MORT SHUMAN u.a.

Review Datum. 2009-12-15
Erscheinungsdatum. 2009-11-05
Vertrieb. CONCORDE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Das Mädchen am Ende der Strasse heißt Rynn. Sie lebt seit einiger Zeit in einem großen Haus zusammen mit ihrem Vater, einem Dichter. Den hat allerdings schon lange niemand mehr gesehen. Über den Verbleib ihrer Mutter weiß auch niemand etwas. Auf Nachfrage sagt Rynn meistens, ihr Vater sei im Arbeitszimmer und dürfe nicht gestört werden. Oder er sei "in der Stadt". Sie reagiert auch sehr bestimmt, wenn jemand in den Keller gehen möchte. Dort lässt sie niemand rein. Rynn geht auch nicht zur Schule. Sie ist 13 Jahre alt, verhält sich in ihrer Prinzipientreue aber sehr erwachsen. Da beißen sich die bösartige neue Vermieterin und der freundliche Polizist die Zähne aus, und auch der Sohn der Vermieterin, ein unverhohlen pädophiles, aggressives Schwein, kann sich nicht gegen sie durchsetzen. Zumindest noch nicht.

Von Anfang an fühlt sich Nicolas Gessners Film beunruhigend und mysteriös an. Schon in den ersten Filmminuten entwickelt DAS MÄDCHEN AM ENDE DER STRASSE eine Atmosphäre der Bedrohung, wenn Frank Hallet (Martin Sheen) der recht patzigen Rynn (Jodie Foster) einen Besuch abstattet. Es ist schnell klar, dass Hallet die bösartigsten Absichten hat, wenn er in abartiger Geilheit Rynns Haar berührt; auf der anderen Seite aber ist auch Rynn selber befremdlich in ihrer geheimnisvollen Art. Man beginnt zwar, um sie Angst zu haben; im Hinterkopf aber beginnt schon die Frage zu schwelen, ob es nicht eher Hallet ist, der hier in Gefahr schwebt.

DAS MÄDCHEN AM ENDE DER STRASSE ist noch immer durchaus ein Geheimtipp, eine kleine, selten besungene Perle der 70er Jahre, deren Titel und Plakatmotiv zumindest meiner Generation dennoch sehr präsent ist. Jodie Foster, die hier so wenig nach Jodie Foster aussieht wie nie zuvor oder danach, liefert schon als 14jährige eine makellose Leistung ab. Als Antagonist steht ihr Martin Sheen, kurz vor seiner Abreise in Coppolas Apokalypse, in nichts nach; so rücksichtslos fies hat man ihn selten gesehen. Beide verleihen diesem geheimnisvollen und ungewöhnlichen Thrillerdrama schauspielerisches Gewicht, was bei der dank limitierter Schauplätze etwas theaterhaften Inszenierung durchaus hilfreich ist. Ohne Übertreibungen erzählt Gessner eine einnehmende und von Überraschungen gesäumte Geschichte, von der man sich vor Sichtung des Films nicht zu ausführlich berichten lassen sollte.

Jodie Foster selbst hat niemals ihren Frieden mit diesem Film gemacht. Einer der Produzenten habe viel nackte Haut von ihr sehen wollen; zwar hat ihre ältere Schwester sie gedoubelt, aber sie bat dennoch um Reduzierung der Nacktszene - ohne Erfolg. Auch die Szene, in der Hallet ihr Haustier foltert, spielte ihr übel mit. Es ist verständlich, dass Foster schlechte Erinnerungen an die Dreharbeiten hat, aber auch schade, handelt es sich doch um einen ihrer interessantesten Filme. Es wird Zeit für eine Wiederentdeckung.

DVD.
Das Bild der DVD ist in Ordnung, ebenso der Ton, wobei die deutsche Spur etwas dumpf ausfällt. Als Extra gibt es nur den amerikanischen und den deutschen Trailer zu sehen, wobei dieses Feature wieder einmal nicht uninteressant ausfällt: Der deutsche Trailer gefällt sich darin, schon mal ordentlich etwas vorwegzunehmen.








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