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KAPITELWAHL

DOCTOR DETROIT (USA 1983)

von Hasko Baumann

Original Titel. DOCTOR DETROIT
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. MICHAEL PRESSMAN
Drehbuch. CARL GOTTLIEB
Musik. LALO SCHIFRIN
Kamera. KING BAGGOT
Schnitt. CHRISTOPHER GREENBURY
Darsteller. DAN AYKROYD . HOWARD HESSEMAN . KATE MURTAGH . TK CARTER u.a.

Review Datum. 2009-09-08
Erscheinungsdatum. 2009-08-20
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ach ja, Dan Aykroyd. Wer sich ein wenig für den sympathischen kanadischen Komiker, Ufologen, Winzer und Blues-Musiker interessiert, weiß, daß es ihm 1982 richtig dreckig ging. Sein Musik- und Filmpartner und enger Freund John Belushi, mit dem gemeinsam er als "The Blues Brothers" grandiose Erfolge feiern konnte, starb an einer Überdosis und ließ den Saturday Night Live-Veteranen allein vor der möglichen Filmkarriere zurück. Der von Depressionen geplagte Aykroyd glaubte auch, er müsse es alleine angehen. Und wählte als Vehikel die schlüpfrige, überkandidelte Komödie DOCTOR DETROIT - mit Michael Pressman als Regisseur, der gerade erst Richard Pryor mit SOME KIND OF HERO baden gehen lassen hatte, und Carl Gottlieb als Autor, der zwar einst den WEISSEN HAI zu Wasser ließ und Steve Martins THE JERK zum Riesenhit verhalf, aber gerade mit Ringo Starr als CAVEMAN etwas weniger Fingerspitzengefühl gezeigt hatte.

Nun wissen wir mittlerweile, daß Dan Aykroyd kein leading man ist. Wir kennen ihn als Nebendarsteller, in Komödien wie in seltenen ernsten Rollen, und als Teil eines komödiantischen Duos, in dem er seinem Partner meist bescheiden zuarbeitet. Das hat er wie kein anderer durchgezogen, zunächst an der Seite der größten US-Komiker der 80er und mit grandiosen Erfolgen: mit Eddie Murphy in TRADING PLACES, mit Chevy Chase in SPIES LIKE US und natürlich Bill Murray in GHOSTBUSTERS; dem folgten die schon etwas anstrengenderen Paarungen mit Tom Hanks (DRAGNET), Walter Matthau (THE COUCH TRIP) und John Candy (THE GREAT OUTDOORS), doch als Aykroyd bei Kim Basinger und Gene Hackman angekommen war, wirkte es nur noch verzweifelt. Mit seinem Regiedebüt VALKENVANIA hat Aykroyd 1991 dann noch Chevy Chase und Demi Moore in den Abgrund gerissen, konnte sich aber im Folgenden als feiner Supporter wieder etablieren.

In DOCTOR DETROIT sieht das noch ganz anders aus. Aykroyd, ganz auf sich gestellt, spielt den superverklemmten Universitätsprofessor Clifford Skridlow, der sich aufgrund von komplexen Umständen in der Rolle des Beschützers von vier Luxusnutten findet. Um die Damen (unter ihnen Donna Dixon - die zukünftige Mrs. Aykroyd - und eine junge Fran Drescher) vorm fiesen Gangsterdrachen Mom (Kate Murtagh) zu retten, legt sich Skridlow das Alter Ego "Doctor Detroit" zu, sozusagen den superfunky Oberpimp. Und spätestens bei Detroits erstem Auftritt, der nach geschlagenen 45 Minuten erfolgt, ist Sense: Der Doc sieht nicht nur bescheuert aus, sondern spricht auch mit unerträglicher Quäkstimme und geht einem schon nach 30 Sekunden auf die Nüsse. Jerry Lewis hätte, wie einst als Buddy Love, die maximale Coolness ins andere Ich gelegt - was ja auch erheblich komischer gewesen wäre als nur die noch schrägere Variante eines ohnehin schrägen Typen wie Skridlow. Nun ist Aykroyd auch nicht gerade fürs Durchgeknallte bekannt, ihm entspricht eher der nerdige Typ oder eben der unbeeindruckte Elwood Blues. Nicht jeder kann Jim Carrey sein, gottseidank.

Die Plotte ist insgesamt erstaunlich arm an Gags, will auch nicht so richtig versaut sein (wer das sehen will, sollte die unglaubliche BACHELOR PARTY mit Tom Hanks aus demselben Jahr nach Hause holen) und rettet sich mit einer bekloppten Traumsequenz (typisch 80er) und Soulnummern inkl. Tanzszene (typisch Aykroyd) über die Runden. James Brown legt noch seinen schmissigsten Spagat hin, und auf der Tonspur geben sich Rick James und Devo (mit zwei wirren, eigens für den Film komponierten Song) ein Stelldichein. Man freut sich irgendwie über die Veröffentlichung des Films auf DVD, aber über den Film selbst nur sporadisch. Statt einer abschließenden Haudraufkeule lieber noch ein bißchen Trivia:

Kate Murtagh, die hier als "Mom" ganz überzeugend das Ekelpaket gibt, war die Kellnerin auf dem Cover von Supertramps "Breakfast in America"! Das deutsche Kinoplakat von DOCTOR DETROIT zeigte den Doktor als gelbroten Schattenriss (crazy) und ich hab den Soundtrack auf Vinyl (crazier)! Naja, ich mochte irgendwie "Get It On And Have A Party".

DVD.
Erstaunlich gute Bild- und Tonqualität gibt's hier zu sehen und hören! Die deutsche Tonspur kann man vernachlässigen, Aykroyd wird nicht von Thomas Danneberg gesprochen, sondern klingt wie John Forsythe im "Denver-Clan" und wie Lee Majors als Colt Seavers. Außerdem macht die Synchro für uns deutsche Doofis auch mal schnell aus Sidney Poitier den Michael Jackson. Leider gibt es sonst nur Trailer für andere High- und Lowlights, aber nicht den zum Hauptfilm!








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