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KAPITELWAHL

NAVAJO JOE (Italien 1966)

von Marc Zeller

Original Titel. NAVAJO JOE
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. SERGIO CORBUCCI
Drehbuch. UGO PIRRO . PIERO REGNOLI . FERNANDO DI LEO
Musik. ENNIO MORRICONE
Kamera. SILVANO IPPOLITI
Schnitt. ALBERTO GALLITI
Darsteller. BURT REYNOLDS . ALDO SAMBRELL . NICOLETTA MACHIAVELLI . FERNANDO REY u.a.

Review Datum. 2009-09-03
Erscheinungsdatum. 2009-05-29
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0) . ITALIENISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Eines der filmhistorisch wichtigsten Vermächtnisse Italiens sind die weltbekannt gewordenen Spaghetti- oder – politisch etwas korrekter – Italowestern, die sich stilistisch und inszenatorisch zum Teil gravierend von den amerikanischen Cowboystreifen unterscheiden. Ein interessanter, wenngleich qualitativ nur mittelprächtiger Vertreter des Genres aus dem Jahre 1966 ist NAVAJO JOE mit dem jungen Burt Reynolds, der von Koch Media erstmals ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht wird.

Burt Reynolds – damals noch im Steilanlauf seiner Karriere – spielt den Indianer Joe, dessen Stamm vom brutalen Verbrecher Duncan (Aldo Sambrell) ausgelöscht wird. Joe schwört Rache und verfolgt Duncans Bande bis in das kleine Dorf Esperanza, das sich der Bandit wegen eines Geldtransports als nächstes Ziel ausgesucht hat. Er eilt den Bewohnern zur Hilfe – und sucht Vergeltung an denjenigen, die ihm alles genommen haben.

So geradlinig sich die Handlung des von Sergio Corbucci direkt nach DJANGO gedrehten Films liest, so ist sie auch anzusehen. Sperenzchen werden nicht geboten, größtenteils reihen sich Schießereien und teilweise für die Entstehungszeit reichlich heftige Brutalitäten aneinander. Beachtung verdient der Film hauptsächlich dafür, dass er bezüglich der positiven Darstellung der im Italo- wie auch im amerikanischen Western häufig negativ besetzten Figur des Ureinwohners eine Vorreiterrolle einnimmt. Der titelgebende NAVAJO JOE ist eindeutig der wortkarge Identifikationsmittelpunkt des Films, auch wenn dem Zuschauer das Einfühlen durch Reynolds’ dürftige Darstellerleistung weitestgehend verwehrt bleiben muss. Zum mäßigen Eindruck, den der spätere Star hier hinterlässt, trägt vermutlich auch sein Look bei – mit Perücke sieht er zwar bescheuert, keinesfalls aber wie ein Navajo aus. Die restlichen Schauspieler machen kaum mehr her, allenfalls tut sich Aldo Sambrell als fieser Oberbösewicht leicht hervor. Auch das Drumherum will nicht so richtig passen, selbst Großmeister Ennio Morricone, der hier unter seinem Pseudonym Leo Nichols mitarbeitete, verhebt sich mit einem aufdringlichen Choralsoundtrack, der in seiner Eintönigkeit mit zunehmender Laufzeit merklich an den Nerven zehrt.

DVD.
Der Film wurde von Koch Media exzellent restauriert – mehr kann man aus so altem Bild- und Tonmaterial nicht herausholen. Auch die Extras können sich mehr als sehen lassen: Zwei neu produzierte Featurettes mit Interviews mit an der Produktion Beteiligten (unter anderen Ruggero Deodato, der als Regieassistent Sergio Corbucci zur Hand ging) und einem Italowestern-Kenner machen die Veröffentlichung zum Sammlerhit.








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