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KAPITELWAHL

BLOOD CAR (USA 2007)

von Marc Zeller

Original Titel. BLOOD CAR
Laufzeit in Minuten. 73

Regie. ALEX ORR
Drehbuch. ALEX ORR . ADAM PINNEY
Musik. nicht bekannt
Kamera. ADAM PINNEY
Schnitt. ADAM PINNEY . JON SWINDALL
Darsteller. MIKE BRUNE . ANNA CHLUMSKY . KATIE ROWLETT . MATT HUTCHINSON u.a.

Review Datum. 2009-08-03
Erscheinungsdatum. 2009-04-06
Vertrieb. ATOMIK FILMS/ASCOT ELITE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Sprit zu teuer? Während andere auf die Ölmagnaten schimpfen, kommentiert Alex Orr mit BLOOD CAR die Debatte mit einer ganz schön makabren Idee: Warum nicht einfach menschliches Blut als Kraftstoff nehmen?

In der nahen Zukunft, so die Story des Films, gehört das Autofahren für Jedermann der Vergangenheit an. Die Benzinpreise haben ein derart horrendes Niveau erreicht, dass sich nur noch die allerwenigsten Amerikaner die Fortbewegung auf vier Rädern leisten können. Autos stehen nur noch auf Schrottplätzen herum, in Autokinos sitzen die Leute auf Wolldecken, die breiten Straßen sind zu leergefegten, verlassenen Zeugnissen einer anderen Zeit verkommen. Der Grundschullehrer Archie, seines Zeichens passionierter Veganer, versucht in seiner Freizeit, im Heimlabor einen mit Weizengrassaft betriebenen Motor zu bauen. Ohne Erfolg, bis Archie durch Zufall herausfindet, dass menschliches Blut als Treibstoff erstaunliche Ergebnisse erzielt. Doch woher den roten Saft nehmen? Getrieben von Ehrgeiz und einer statusversessenen Bettgefährtin (Katie Rowlett), mutiert Archie vom unscheinbaren Bürschchen zum Killer mit Riesenhäcksler im Kofferraum. Bald sind ihm aalglatte Geheimdienstler auf den Fersen – doch nicht unbedingt, um das Blood Car aus dem Verkehr zu ziehen ...

Es geht selten gut, wenn billige Filme teuer aussehen wollen, und noch seltener ist abstrusen Ideen Erfolg beschieden, wenn sie von den Machern allzu ernst genommen und auf intellektuell gebürstet werden. Beide Fehler begeht BLOOD CAR mit seiner abgefahrenen (und zugleich doch nicht wirklich weit hergeholten) Grundkonstellation nicht. Vielmehr lässt Regisseur Alex Orr seinen wahnwitzigen Festivalerfolg beinahe artistisch auf dem dünnen Seil herumflitzen, das da zwischen groteskem Trash und brutaler Satire gespannt und auf dem schon so mancher Murks schreiend abgerutscht ist. Auch wenn nicht zu übersehen ist, dass BLOOD CAR immer mal wieder ein Minütchen zu lang auf der Stelle tänzelt – mit fiesen Respektlosigkeiten, die das kurz angedachte Lachen wieder zurück ans Zwerchfell pressen, holt Orr einen mit einem Augenzwinkern wieder zurück. Angepasst ist das nie, geschmackvoll höchst selten, aber genau diese unkonventionelle Guerilla-Mache ist es, die die satirische Botschaft des Films prägnant in den Fokus rückt. Das alles, so viel ist sicher, hat ungefilterte Ideen, freche Seitenhiebe auf die moderne Welt und vor allem den absurden Spirit des Independentfilms, den man in vielen ähnlich budgetierten (de facto also fast ohne jeglichen Geldeinsatz produzierten) Filmen der letzten Zeit so schmerzlich vermisst.

DVD.
Bild und Ton der DVD entsprechen dem finanziellen Produktionsaufwand – beide sind folglich ziemlich mau. Dafür gefällt das Bonusmaterial mit Audiokommentar, zwei Featurettes und einem schrägen Kurzfilm namens THE LAST LAST AND THE TRIBULATIONS OF JOHNNYBUSH.








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