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KAPITELWAHL

GNAW (Großbritannien 2009)

von Marc Zeller

Original Titel. GNAW
Laufzeit in Minuten. 80

Regie. GREG MANORY
Drehbuch. MAX WALLER . MICHAEL BELL
Musik. MARK HILL
Kamera. TOM JENKINS
Schnitt. MARK TOWNS
Darsteller. SARA DYLAN . OLIVER LEE SQUIRES . NIGEL CROFT-ADAMS . RACHEL MITCHEM u.a.

Review Datum. 2009-07-11
Erscheinungsdatum. 2009-05-29
Vertrieb. I-ON NEW MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Nicht sägen, sondern nagen: Klingt fast wie SAW, ist aber ein Backwood-Slasher, hat viel weniger gekostet und ist außerdem aus England: GNAW erzählt eine nicht ganz unbekannte Geschichte von einem Wochenendtrip unter Jugendlichen, von dem garantiert nicht alle zurückkommen.

Auf der Blackstock-Farm im englischen Hinterland treffen sich sieben Freunde, um einen gemeinsamen Kurzurlaub zu verbringen. Bereits in der ersten Nacht brechen versteckte persönliche Konflikte auf, die zu allerlei Unmut und Diskussionen führen. Schlimmer als das ist jedoch die Tatsache, dass mitten im Nirgendwo einen Kannibalensippe ihr blutiges Unwesen treibt. Und für die sind die jugendlichen Urlaubsgäste im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen ...

Die Renaissance des lange totgeglaubten Hinterwäldler-Terrorfilms ist mittlerweile anscheinend auch in England angekommen. Aus der dortigen Low-Budget-Ecke kommt ein Filmchen namens GNAW, mit fiesem Cover und hübsch ausgedachter Wortspiel-Tagline ("It's nice to have your friends for dinner"), um die Konkurrenz aus Frankreich und den USA aufzumischen. Zunächst sieht es gar nicht übel aus für die Underdogs um Regisseur Greg Manory: Sie haben immerhin eine stimmige Location mit eingebautem Gruselfaktor gefunden, passable oder wenigstens erträgliche Schauspieler antanzen lassen und zumindest teilweise ansehnliche Spezialeffekte hinbekommen. Das war's dann leider auch schon, vorzeitiges K.O. nach wenigen Minuten: GNAW kommt wirklich an keinem Klischeehaufen vorbei, ohne mindestens einmal bis zur Kniekehle reinzutreten. Unvollständige Aufzählung, bitte sehr: Maskierter Killer (Mann, ist das wirklich ein Katzenfell, das der da vor dem Gesicht hat?), kein Handyempfang für die Opfer (wäre interessant, mal die Netzabdeckung Englands zu recherchieren), nicht anspringende Autos (sogar zweimal, meine Güte), die altbekannte "Wer zuerst in die Kiste steigt, stirbt zuerst"-Regel (bevor jemand schimpft: Personen die vor dem Vorspann ableben, gehen nicht in die Rechnung ein) und natürlich das ebenso bekannte "Wer sich als gemeiner Drecksack herausstellt, darf am fiesesten dran glauben und/oder am längsten leiden"-Schema (Freundin betrogen, Geliebte geschwängert und dann auch noch Abtreibung verlangt, au weia).

Bei Filmklischees ist es ja ein bisschen wie bei der Wohnungseinrichtung: Ein vereinzeltes abgegriffenes Sammlerstück aus der Jugend, etwa ein altes Spielzeugauto, wirkt irgendwie nostalgisch und persönlich; hat man dagegen die ganze Bude mit altbackenem Krempel vollstehen, wird's doch etwas albern. Hier hat man bei GNAW eindeutig übertrieben, und dafür gibt es keine Ausrede: Kreativität kostet kein Geld, gerade im Independent-Bereich darf man vor dem Drehen ruhig mal das Hirn einschalten, wenn man schon nicht mit teuren Schauwerten protzen kann.

Alle Hoffnung, dass vielleicht doch noch was Überraschendes passiert, ist von Anfang an vergebens. Zugegeben, ganz schön eklig bleibt Manorys Zitateparade trotz allem – aber dafür braucht man sich keine eineinhalb Stunden Langeweile antun, echt nicht.

DVD.
Das niedrige Budget ist spätestens der Technik anzumerken. Der Ton plätschert trotz 5.1-Abmischung flach und kraftlos aus den unterforderten Lautsprechern; das Bild ist bestenfalls in den hellen Einstellungen scharf und wird bei Dunkelheit gruselig verrauscht. Erfreulich reichhaltig ist nach all den Enttäuschungen das Bonusmaterial: Ein kurzes, aber informatives Making of sowie ein Audiokommentar des Regisseurs werden geboten, außerdem natürlich die obligatorischen Trailer.








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