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KAPITELWAHL

PISTOLEROS (Dänemark 2007)

von Marc Zeller

Original Titel. PISTOLEROS
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. SHAKY GONZÁLES
Drehbuch. SHAKY GONZÁLES
Musik. DENNIS DENZ
Kamera. THOMAS KORSHOLM
Schnitt. SHAUN RANA
Darsteller. ERIK HOLMEY . ZLATKO BURIC . SOFIE-LASSEN KAHLKE . JULIE ØLGAARD u.a.

Review Datum. 2009-07-08
Erscheinungsdatum. 2009-02-20
Vertrieb. SAVOY FILM/SUNFILM

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . DÄNISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
IN CHINA ESSEN DESPERADOS HUNDE UND SPIELEN SICH DAS LIED VOM SNATCH – so müsste Shaky González Film eigentlich heißen, wenn man alle Vorbilder des Indie-Streifens in den Titel packen wollte. Das war dem chilenisch-dänischen Regisseur wohl nicht griffig genug, weshalb er sein Werk – sehr einfallsreich – PISTOLEROS taufte. Besser wurde es dadurch leider nicht.

In einer schmierigen Bar in Kopenhagen sitzt ein Filmstudent mit einem drittklassigen Gangster zusammen. Der Grund: Der "Verrückte Uffe" soll ihm für ein Filmprojekt die Geschichte von Frank erzählen, der vor vielen Jahren angeblich einen Geldtransport überfallen und einige Millionen Kronen erbeutet hat – die bis heute nie wieder aufgetaucht sind. Was der Jungregisseur hört, ist eine moderne Legende von Mord und Totschlag, von gewitzten Gaunereien und von viel, viel Geld, das natürlich jeder für sich alleine haben will.

Shaky González (ANGELS OF THE NIGHT) ist schon eine ganze Weile im No- und Low-Budget-Geschäft. Sein PISTOLEROS, eine Art TexMex-BritCrime-Potpourri der dänischen Art, gibt sich ambitioniert und zitiert reichlich aus verschiedenen Genres: Banjo-Klänge und gepfiffene Melodien rufen zusammen mit extremen Nahaufnahmen das Italowestern-Dreamteam Morricone und Leone in Erinnerung; blutige Shootouts spielen mit Bildern aus Robert Rodriguez' Mexiko-Trilogie; Strukturspielereien und hammerharte Kleinkriminelle hauen in die vor allem von Guy Ritchie vorgeprägte Kerbe des humorvollen britischen Gangsterkinos. Die bunte Sammlung, die mehr als lose Aneinanderreihung denn als gut durchgerührte Mixtur daherkommt, ist nur teilweise gelungen: Während die Italowestern-Anleihen als Reminiszenz an die Altmeister überraschend gut funktionieren und gelegentlich fast so etwas wie Stimmung aufkommen lassen, ist der Ritchieesk verworrene Plot mit Vor- und Rückblenden merklich aufgesetzt und soll eigentlich nur kaschieren, dass Gonzáles nichts zu erzählen hat – außer vielleicht, dass irgendwo in Kopenhagen ein Schatz versteckt ist, der vermutlich nie gefunden werden wird. Der Gangsterjargon und die Akteure, die ihn zum Besten geben dürfen, wirken derart krampfhaft auf cool getrimmt, dass von echter Coolness in PISTOLEROS weit und breit nichts zu sehen ist.

Es wird nicht so recht klar, wo genau González mit diesem Film überhaupt hinwollte, dafür ist etwas anderes nicht zu übersehen: Dass er sich gewaltig verfahren hat, was nicht nur an der ungeeigneten Wegbeschreibung (in diesem Fall Drehbuch genannt) liegt, sondern auch an den Beifahrern vor und hinter der Kamera, die der wahnwitzigen Reise nicht einmal annähernd gewachsen sind. Steigt man als Zuschauer während der Fahrt aus, dann verpasst man wenigstens die wenig dynamische und schlecht choreographierte Schlägerei am Ende, bei der sich Gonzáles inszenatorisch vollends bis auf die Knochen blamiert.

DVD.
Qualitativ war aus dem Ausgangsmaterial wohl nicht viel herauszuholen, sodass die DVD mit grießeligem, unscharfem Bild gestraft ist. Der Ton ist okay, aber echter 5.1-Klang ist das auch nur auf dem Papier. Gerne hätte man sich das zehnminütige Making of angesehen, um zu kapieren, was den Regisseur beim Dreh geritten hat, aber das gibt man nach bereits nach zwei Minuten dänischem Ton und der erfolglosen Suche nach deutschen Untertiteln wohl wieder auf. Stattdessen darf man sich bei Outtakes, ebenfalls nicht untertitelten Deleted Scenes und den üblichen Trailern langweilen.








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