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CROWS ZERO (Japan 2007)

von Marc Zeller

Original Titel. KURÔZU ZERO
Laufzeit in Minuten. 125

Regie. TAKASHI MIIKE
Drehbuch. SHOGO MUTO
Musik. NAOKI OTSUBO
Kamera. TAKUMI FURUYA
Schnitt. SHUICHI KAKESU
Darsteller. SHUN OGURI . KYÔSUKE YABE . MEISA KUROKI . TAKAYUKI YAMADA u.a.

Review Datum. 2009-06-07
Erscheinungsdatum. 2009-03-27
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . JAPANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . NIEDERLÄNDISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Er dreht Filme wie am Fließband, begeistert seine Landsleute und Filmfans weltweit, lässt sich stilistisch ungern festnageln und vergrätzt Jugendschützer, die seine Gewaltepen für unangemessen halten: Takashi Miike ist wohl Japans bekanntester und vielseitigster Regisseur. Er dreht, so kommt es einem manchmal vor, was ihm gerade vor die Linse kommt – vom düsteren Kunstdrama (AUDITION) bis zum knallharten Yakuza-Thriller (DEAD OR ALIVE, GRAVEYARD OF HONOR). Sein kommerziell erfolgreichster Coup gelang ihm 2007 mit der Kultmanga-Verfilmung CROWS ZERO.

An der Suzuran-Schule für Jungen herrscht das Faustrecht. Tamao (Takayuki Yamada) hat sich als der stärkste und gerissenste Kämpfer erwiesen – ihm und seiner Truppe haben sich alle anderen Schüler unterzuordnen. Einer der Neuzugänge sträubt sich dagegen: Der ungestüme Genji (Shun Oguri) will die Führung übernehmen und legt sich mit Tamao an. Als der Newcomer versucht, die einzelnen Schülergangs auf seine Seite zu ziehen, entbrennt an der Suzuran ein Kampf an allen Fronten, wie es ihn in der Geschichte der Schule noch nie gegeben hat. Erschwerend kommt hinzu, dass Genji der Sohn eines mächtigen Yakuza ist – er muss gewinnen, um das Erbe seines Vaters antreten zu können …

Lehrer an einer japanischen Schule möchte man nicht sein, wenn man auch nur ansatzweise ernst nimmt, was Takashi Miikes CROWS ZERO erzählt. Fast postapokalyptisch mutet das Szenario an, mit all den von Graffiti übersäten Schulgebäuden und den verrosteten Industrieanlagen im Hintergrund, mit zerbrochenen Fensterscheiben und Schülern, die auch als Knastinsassen durchgehen könnten. Aber hey, um Lehrer geht es hier nicht, auch nicht um Unterricht, und schon gar nicht um Realität: Miikes Highschool-Film, der auf einem Manga von Hiroshi Takahashi basiert, handelt eigentlich nur von einem – von Kloppereien unter toughen Jungs. Diese inszeniert der Regie-Maestro als zweistündigen vor Coolness triefenden Videoclip, ästhetisiert als moderne Jugendversion von HIGH NOON, untermalt von hartem Rock der Gruppe "The Street Beats" und groovendem R&B. Kicks ass? Aber wie. Die ans Limit gepeitschte Dynamik vermögen nicht einmal die gelegentlich eingeflochtenen Slapstickeinlagen und die flachen Sexwitzchen zu brechen.

Ganz ohne doppelten Boden ist die Schlägereien-Großpackung natürlich nicht. Auf einer höheren Ebene zeigt der Film die Jugend als eigenständige, abgekapselte Generation, die in ihrer Welt ohne Regeln und Gesetze, vor allem aber ohne Erwachsene lebt. Die Väter und Lehrer sind nur Randfiguren ohne Einfluss, sie glänzen durch Desinteresse oder Resignation gegenüber dem, was ihre Kinder erleben und mit ihrem Leben anstellen. Die zweite unterschwellige Andeutung des Films ist ein im japanischen Kino fest verankertes Topos: Während anfangs alle Kämpfe auf Macht ausgerichtet scheinen, erkennen die Protagonisten im weiteren Verlauf die bruderhafte Männerfreundschaft als wichtigen Bestandteil des Lebens – was der Regisseur in CROWS ZERO in einer effektvollen Parallelmontage kulminieren lässt. Die Frauen spielen dagegen, wie auch die bereits angesprochenen Erwachsenen, nur eine untergeordnete Rolle. Das mag zum Konzept gehören, trotzdem hätte man schon erwartet, dass Miike die im Mittelteil angedeutete Romanze zwischen Genji und einer besonnenen Schulschönheit wenigstens zu Ende erzählt, anstatt sie im finalen Kampfgetümmel gänzlich unter den Tisch fallen zu lassen.

Miikes bester Film ist CROWS ZERO sicher nicht, allemal aber ein respektloser und überdrehter Actioner, wie er nur aus Japan kommen kann.

DVD.
CROWS ZERO erscheint in der "Amasia"-Reihe von Splendid. Bild und Ton können überzeugen, Extras gibt es nur in der etwas teureren Doppel-DVD-Edition.








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