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FILM.
"I'm from Hungary", erklärt der titelgebende Koch zu Anfang dieses Films. Oh, das findet das Collegegirl aber lustig - "A hungry cook"! Dieser fußlahme Jokus beschreibt das Niveau von THE COOK schon ganz gut. Wie alles Bedrohliche im aktuellen US-Schrotthorror kommt der Killerkoch also aus Osteuropa und hat nur das Abschlachten und Verköstigen junger Dinger im Sinn. Auf der Speisekarte: Ein Haufen Girls, ausgestattet mit dem Tiefgang eines Papierbootes, die das Wochenende gemeinsam ihn ihrem Studentinnenwohnheim verbringen. Der Koch ersetzt das ausgeflogene Personal, kann kein Englisch und fällt durch manisches Gehabe auf und als Sexobjekt damit flach. Wenn er killen will, wird der Koch immer ganz doll crazy und splattert und slasht sich mehr oder minder einfallsreich durch notdürftig verhüllte Busen und Beine. Ach ja, das soll natürlich alles lustig sein.
Oft entstehen Scheißfilme aus der für Kacke fruchtbaren Melange Talentlosigkeit + No Budget + No Script. So auch THE COOK. Die hundsgemein billige Daily Soap-Optik paart sich mit Gregg Simons ideenfreier Regie aufs Vortrefflichste - aber was soll man machen, wenn es selbst drei (!) Drehbuchautoren nicht gelingt, auch nur einen originellen oder amüsanten Gedanken zu Papier zu bringen. So stellen sich besoffene Sportsbar-Machos wohl vor, daß Frauen miteinander reden oder umgehen - kaum ist die Tür zu, geht es um Sex und Sauereien und am besten schleckt und leckt man ein wenig aneinander herum. Aber Lümmel wieder eingepackt, liebe Fummelfreunde, bis auf eine halbwegs ansprechende kleine S/M-Passage bleibt die Küche kalt. Jede Form von Anregung wird eh sofort niedergeknüppelt, wenn Mark Hengst als Löffelschwinger seine Runden dreht: Overacting hat einen neuen, schlimmen Namen.
Der ganze Schrott wird ohne Schlenker bis zum Ende durchgezogen und ungefragt mit einem Blooper Reel im Abspann versehen - die ach so "lustigen" "Pannen" beim "Dreh" sind aber vom vorher Ertragenen nicht zu unterscheiden. Und wie sich herausstellt, haben zwei der drei Autoren des "Drehbuchs" die Jauche auch noch geschnitten. Ein weiterer blutrünstiger Haufen Müll, gedreht für zwei Dollar. Der Preis, den wir für die digitale Revolution zahlen, wird immer höher.
DVD.
Es lag dankenswerterweise nur eine Presse-DVD, im Original mit deutschen Untertiteln, zur Rezension vor.
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