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KAPITELWAHL

CHEERS - DIE ZWEITE SEASON (USA 1983)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. CHEERS - THE COMPLETE SECOND SEASON
Laufzeit in Minuten. 518

Regie. JAMES BURROWS
Drehbuch. diverse
Musik. CRAIG SAFAN
Kamera. JOHN FINGER
Schnitt. diverse
Darsteller. TED DANSON . RHEA PERLMAN . GEORGE WENDT . JOHN RATZENBERGER u.a.

Review Datum. 2009-02-20
Erscheinungsdatum. 2009-02-05
Vertrieb. PARAMOUNT

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Sitcoms sind doof. Zeitverschwendung. Immer die gleichen Geschichten. Null Abwechslung. Die dämliche Lachspur raubt einem den Verstand. Wird nur von Stubenhockern geschaut. Mag sein, dass die bösen Vorurteile "seriöser" Zeitgenossen vielleicht stimmen, es gibt schon ziemlich viel Mist da draußen, im Sitcom-Land. Doch eine Serie, ja, eine Serie dürfte wohl auch das Herz der größten Muffel da draußen zu schmackhafter Crème Fraîche zerfließen lassen.
Die Rede ist von CHEERS. Die Sternstunde alle Lachspur-Kurzepisoden-Formate. Die Legende. Die Sitcom aller Sitcoms. Die Sitcom-Mutter, an deren Zitzen alle Sitcom-Kinder bis zum heutigen Tag saugen, in der Hoffnung eines Tages genauso groß, stark und zeitlos zu werden.

Doch was macht den Geniestreich des Dreiergespanns Glen und Les Charles und James Burrows so einzigartig, dass selbst jetzt, 26 Jahre nach Erstausstrahlung so gut wie keine Abnutzungserscheinungen zu spüren sind? Zum einen lässt CHEERS in jeder Episode das Schreibgenie der Macher durchschimmern. Wenn die Darsteller erzählen, dass nichts improvisiertes in CHEERS zu finden ist bzw. die Autoren nichts von den Improvisationen übernahmen und die meiste Zeit - im Gegensatz zum fröhlichen Team - eher ernst und nachdenklich am Set saßen, mag man das als eigenbrötlerisch abtun, anderseits wusste man offenbar ganz genau, was man wollte. Wie sehr die Macher ihrem Stoff vertrauten merkt man auch an der räumlichen Fixierierung. Während andere Sitcoms die mit zunehmender Folgenanzahl oft auftretende Einfallslosigkeit mit häufigen Locationwechsel auszugleichen versuchen, kam CHEERS nahezu über die gesamte Laufzeit mit geringen Ortswechseln aus, die Serie spielt hauptsächlich in der titelgebenden Bar und ihren Nebenzimmern.

Ein göttliches Händchen bewies man auch für die Charaktere: Im Grund genommen werden hier lauter Klischee-Figuren vorgeführt: Der selbstverliebte und etwas naive Frauenheld (Barbesitzer Sam Malone), die gebildete, aber oft auch etwas überhebliche Studentin (Malones Liebschaft Diane Chambers), die sehr temperamentvolle Italienerin (Bedienung Carla Tortelli), der schwitzende, biersaufende Dicke (meistens arbeitslos und daher Dauergast Norm Peterson), der Klugscheisser (Briefträger Cliff Clavin) und natürlich der Einfältige (Barkeeper Ernie Pantusso). Anstatt sich auf diese Rollenverteilung aber zu beschränken, werden diese Klischees anderseits gepflegt und zum Running Gag (besonders Cliff Calvin und Norm Peterson) ausgebaut, aber einerseits aber auch immer wieder gebrochen. So freut man sich jedes Mal, wenn Norm die Bar betritt, alle begeistert "Norm" rufen und dieser auf Fragen à la "Na, was macht das Leben?" mit "Frag lieber die Leute, die eins haben" antwortet oder Nervensäge Cliff Calvin wieder seine Pseudo-Weisheiten auspackt. Aber man widmet sich in einer sehr süßen Folge dieser Staffel z.B. auch Norms Liebesleben, nimmt gleichzeitig typisch männliche Eigenschaften im Generellen aufs Korn und macht den Charakter gleichzeitig ambivalenter und interessanter für die Zuschauer. Genauso verkommt der Liebesreigen zwischen Sam Malone und Diana Chambers nie zum üblichen, hundertfach gesehenen Beziehungsallerlei und so darf man sich in dieser Staffel auf einen unglaublich witzigen, gleichzeitig aber tragischen Streit der beiden freuen.

CHEERS konstruiert seine Komik nicht von Grund auf, sondern extrahiert vielmehr das Komische aus dem Alltäglichen und wenn man dann noch die symphatische, spielfreudige Besetzung addiert kommt ein zeitloser Klassiker dabei raus.

DVD.
Die drei DVDs befinden sich in einer der für Paramount üblichen Digipacks zum Blättern, welches wiederum in einem Pappschuber steckt. Die Bildqualität ist akzetabel, etwas mehr Schärfe hätte schon sein können und stellenweise macht sich leichtes Bildrauschen bemerkbar. Die beiden rauschfreien Surround-Spuren in Deutsch und Englisch gehen völlig in Ordnung.

Sehr erfreulich ist, dass es - und das ist bei Serien dieses Alters und dieser Art nicht unbedingt selbstverständlich - ein paar Extras auf die letzte Scheibe geschafft haben. In "Ganz oben: Die Typen hinter der Bar" (zehn Minuten) berichtet die Crew vom Entstehungsprozess und den Dreharbeiten, in "Cliffs Notizen: Die Weisheiten des Cliff Calvin" gibt's einen vierminütigen, gutgemeinten, aber eigentlich sinnlosen Zusammenschnitt von Cliffs besten Sprüchen, das gleiche gilt für "Carla, die Comeback Königing: Beleidigungen für jeden Anlaß" (drei Minuten) und für "Di Another Day" (ein Zusammenschnitt von Szenen mit Diane Chambers) (vier Minuten). Wirklich interessant und "historisch" wertvoll im Serienkontext ist dann noch die Gag-Reel (vier Minuten), die diverse Versprecher enthält.








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