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KAPITELWAHL

DAS UNHEIMLICHE (Kanada/Großbritannien 1977)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE UNCANNY
Laufzeit in Minuten. 85

Regie. DENIS HÉROUX
Drehbuch. MICHEL PARRY
Musik. WILFRED JOSEPHS
Kamera. HARRY WAXMAN
Schnitt. MICHEL GUAY . KEITH PALMER . PETER WEATHERLEY
Darsteller. PETER CUSHING . RAY MILLAND . DONALD PLEASENCE . JOHN VERNON u.a.

Review Datum. 2008-08-14
Erscheinungsdatum. 2008-08-21
Vertrieb. E-M-S

Bildformat. 1.66:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . ENGLISCH (DD 1.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Bei einem Film wie DAS UNHEIMLICHE fällt es schwer die Besprechung nicht mit allerhand sexistischem Gewitzel à la "Ein Film über Killer-Muschis", "Ein Film mit irre haarigen Muschis" oder "Muschis in Großaufnahme und trotzdem FSK16?" durchzuziehen.

Doch da ich mir vorgenommen habe, bis spätestens Mitte Dreißig zur geistigen Hochelite dieses Landes zu gehören, werde ich versuchen, diese Kritik seriös zu halten, was aber schwer fällt, da bei DAS UNHEIMLICHE der Titel auf gewisse Weise Programm ist. Unheimlich ist dieser von Milton Subotsky (der u.a. Chef der damaligen HAMMER-Konkurrenz AMICUS war) in einer Spätphase seines Wirkens produzierte Episoden-Film über mörderische Katzen nämlich durchaus. Unheimlich witzig.

Schon in der ersten Episode, in der die Stubentiger die ihnen zustehende Erbschaft einer alten Frau gegenüber dem raffgierigen Neffen und seiner Geliebten verteidigen, offenbart sich das große Problem des Films: Der Gruselfaktor der schnuckeligen Fellträger hält sich arg in Grenzen und die Symphatiewerte der Opfer pegeln sich im unteren Bereich ein. Man betrachtet das Schauspiel eher mit belustigter Miene und fragt sich, was die Macher noch alles für Absonderlichkeiten aus dem viel zu kleinen Hut zaubern.

Und in der selbst für 1977 rasend schlecht getricksten zweiten Episode schießt einem dann vor Lachen das Weizen aus der Nase: Eines kleines Mädchen kommt mit einem Schnurri im Schlepptau nach dem Flugzeugabsturz zur Schwester der Mama. Die neue Mama mag keine Katzen, akzeptiert Kater Wellington aber um des Friedens Willen vorläufig. Die hinzugewonnene Stiefschwester unserer kleinen Heldin erweist sich allerdings als verzogenes Gör ("Wenn Du und Daddy bei einem Absturz umkommt, kann ich dann eine Katze haben?") und als Wellington anstatt mir ihr zu spielen die Krallen ausfährt, soll das Biest vom lieben Onkel Doktor unschädlich gemacht werden. Doch Wellington kommt wieder und die Besitzerin hat sich in der Zwischenzeit mit Hilfe von Muttis Nachlass in der Kunst der schwarzen Magie schlau gemacht und die ultimative Lösung parat: Die olle Kuh wird per Zauber verkleinert und als Wellington es nicht schafft, das geschrumpfte Balg zu vernaschen, tritt die Potterine einfach drauf. Also, auf die Stiefschwester, nicht auf den Kater. Welche tragende Rolle dieser im Geschehen spielt, hat sich mir nicht ganz erschlossen, ich war mehrmals beschäftigt mir das Bier vom Kinn zu wischen. Ähnlich crazy geht's in der letzten Geschichte zu: Der unvergessliche Donald Pleasence gibt eine herrlich exaltierte Vorstellung als eitler Schauspieler mit – ich kann einfach nicht widerstehen – Muschi-Problem. Die Ehefrau hat der böse Mensch gemeuchelt, doch ungeschoren davon kommen weder er, noch die Doofie-Geliebte...

Zusammengehalten wird der ganze Quatsch durch eine schlappe Rahmenhandlung, in der Peter Cushing und Ray Milland völlig unter Wert verkauft werden. Egal. Mit zwei, drei Weizen und einem Stück Küchenrolle ist man für DAS UNHEIMLICHE bestens gewappnet.

DVD.
E-M-S präsentiert DAS UNHEIMLICHE als Nummer 7 in ihrer Reihe "Der Phantastische Film" und die Aufmachung gleich dementsprechend den anderen: Die Amaray befindet sich in einem Pappschuber, welches ein anderes Frontmotiv hat. Als Beigabe gibt's ein nettes Booklet.

Die Bildqualität ist leider nicht so knorke, es flackert hier und da und scharf ist auch nichts. Die englische Originaltonspur klingt dünn und auch nicht gerade glasklar, ist aber der neu erstellten – ersten – deutschen Synchro (der Film wurde hierzulande nie ausgewertet) vorzuziehen. Auf der anderen Seite war DAS UNHEIMLICHE nach seinem damaligen Kinoeinsatz quasi von der Bildfläche verschwunden, auch eine Homevideo-Auswertung fand nur spärlich statt und die bisher erhältlichen ausländischen DVD-Varianten bieten hinsichtlich der technischen Seite keine Alternative. Also kann man den Strafzettel zerreißen. Als Dreingabe gibt's noch einen unnötigerweise ebenfalls neu synchronisierten Trailer und eine Bildergalerie.








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