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KAPITELWAHL

ED GEIN: DER WAHRE HANNIBAL LECTER (USA 2007)

von Stefan Mader

Original Titel. ED GEIN: THE BUTCHER OF PLAINFIELD
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. MICHAEL FEIFER
Drehbuch. MICHAEL FEIFER
Musik. GLENN MORRISSETTE
Kamera. ROBERTO SCHEIN
Schnitt. BRYAN ROBERTS
Darsteller. KANE HODDER . ADRIENNE FRANTZ . PRISCILLA BARNES . SHAWN HOFFMAN u.a.

Review Datum. 2008-08-06
Erscheinungsdatum. 2008-04-17
Vertrieb. MIG/EUROVIDEO

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Edward T. Gein war zweifelsohne einer der berüchtigtsten amerikanischen Gewaltverbrecher des letzten Jahrhunderts.
1906 in Wisconsin als Sohn eines gewalttätigen Alkoholikers und einer fanatisch religiösen Verkäuferin geboren, war Geins Kindheit alles andere als harmonisch. Gemeinsam mit Mutter und Bruder zog der junge Ed auf eine kleine Farm in Plainsfield, wo er sozial isoliert aufwuchs und der Tagesablauf von Arbeit auf der Farm und dem mütterlichen religiösen Wahn bestimmt wurde.
Nach dem Tod seiner Mutter 1945 begann er, auf dem örtlichen Friedhof Frauen mittleren Alters zu exhumieren (später ging er zum Morden über), die Leichen in seiner Scheune zu verstümmeln und groteske Trophäen aus Körperteilen herzustellen. Als er 1957 gefasst wurde, fand die Polizei neben einer Reihe anderer grausiger Gegenstände aus MEnschenhaut gefertigte Lampenschirme, Kleidungsstücke und Masken. Bei Prozessbeginn wurden Gein zehn Morde zur Last gelegt, in zwei Fällen waren die Beweise schlüssig genug für eine Verurteilung und so verbrachte er den Rest seines Lebens in einer Anstalt.

Die unfassbaren Taten Geins dienten nicht nur als Vorlage vieler fiktionaler Bücher und Horrorfilme, darunter PSYCHO (Norman Bates), TEXAS CHAINSAW MASSACRE (Leatherface) und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (Buffalo Bill, nicht Hannibal Lecter, wie uns das DVD-Cover weis machen will), auch die Zahl der mehr oder weniger tatsachengetreuen literarischen Abhandlungen über Gein ist kaum überschaubar. Nach dem 1974 erschienenen DERANGED von Gillen und Ormsby legt Regisseur und Drehbuchautor Michael Feifer nun mit ED GEIN: DER WAHRE HANNIBAL LECTER seine filmische Version jener Geschehnisse vor, die 1957 zu Geins Ergreifung führten.
Feifers Ansatz ist dabei allenfalls semidokumentarisch, denn obwohl Protagonist und Schauplatz den tatsächlichen Vorfällen entsprechen, nimmt er sich bei der Handlung einiges an künstlerischer Freiheit heraus. So ist die Nebenhandlung mit Deputy Bobby Mason und seiner Freundin Erica, die den Showdown einleitet, aller Wahrscheinlichkeit nach frei erfunden und dient lediglich dazu, dem Film einen "würdigen" letzten Akt zu verpassen. Darüber hinaus wurden auch die Identitäten/Namen der Opfer verändert – aus Achtung vor den Opfern des Mörders und deren Angehörigen ist dies aber auch dringend notwendig (ohne eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Hochstilisierens von realen Serienmördern zu Popkultur-Ikonen vom Zaun brechen zu wollen).
Um ED GEIN als unterhaltsamen Horror zu genießen ist die zugrunde liegende Geschichte zu real, für einen dokumentarischen Spielfilm hingegen ist die Handlung zu frei und exploitativ.
Doch auch ungeachtet dessen bleibt ED GEIN mittelmäßiges direct-to-video-Futter. Wenig aufregend inszeniert bleiben visuell vor allem unvermittelte Close-ups in Erinnerung und unbeholfene Dialoge sowie zum Teil recht hölzern agierende Schauspieler lassen einem mehr als genug Zeit, im Detail über die Sinnhaftigkeit von Serienmörderfilmen nachzudenken.

DVD.
Die relativ blassen Farben wollen wohl die zeitliche Einordnung des Films in die späten 50er unterstreichen und sollen deshalb nicht kritisiert werden. Davon abgesehen gestaltet sich das Bild aber auch leicht körnig. Als kritischer erweist sich die Situation beim Ton. Hier hat man die Wahl zwischen einer inhaltlich vertretbaren Synchro, deren Auswahl der Synchronstimmen den Ton des Films jedoch merklich ändert, und der Originaltonspur, auf der die Dialoge in vereinzelten Szenen bis zur Grenze der akustischen Unverständlichkeit hinter Score und Foley gemischt sind.
An Extras beinhaltet ED GEIN eine Trailershow, den Audiokommentar des Regisseurs, eine Bildergalerie und elf Minuten an geschnittenen Szenen.








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