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KAPITELWAHL

THE FLESH & BLOOD SHOW (Großbritannien/USA 1972)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE FLESH & BLOOD SHOW
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. PETE WALKER
Drehbuch. ALFRED SHAUGHNESSY
Musik. CYRIL ORNADEL
Kamera. PETER JESSOP
Schnitt. RON POPE
Darsteller. JENNY HANLEY . RAY BROOKS . LUAN PETERS . JUDY MATHESON u.a.

Review Datum. 2008-06-08
Erscheinungsdatum. 2008-05-22
Vertrieb. E-M-S

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . ENGLISCH (DD 1.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Im Rahmen der etwas großspurig benannten Reihe "Der Phantastische Film" betreibt E-M-S seit einiger Zeit eine Art Resteverwertung. Wer sich Hoffnung auf klassischen Briten-Horror à là Hammer macht guckt in die Röhre: Der saftige Schmorbraten findet sich nirgends, Trash-Gürkchen aus den Gemüsebeeten von Tigon, Amicus und anderen Schmierlappen wurden geerntet und - selbstverständlich durchnummeriert - mit schicken Schubern nebst mehr oder weniger informativen Booklets auf die sammelwütige Käuferschar losgelassen.

Doch auch wenn keine Titel für die Ewigkeit dabei sind, für kurzweiligen Spaß sorgt der angesammelte Unsinn allemal, vor allem wenn - wie hier - Exploitation-Guru Peter Walker am Start ist. Walker hat sich mit Knallern wie FRIGHTMARE oder HAUS DER PEITSCHEN in die Herzen der Fans schmuddeliger Kost gefräst, war aber auch für diverse belanglose Softsexer à la DIE LIEBESMUSCHEL verantwortlich.

Mit THE FLESH & BLOOD SHOW drehte Pete 1972 eine Art Slasher-Blaupause, dessen Hauptproblem im Titel liegt: Es gibt zwar eine ordentliche Portion FLESH in Form von äußerst ansehnlichen Möpsen aus der Pre-Silikon-Zeit, aber wo zum Henker ist das BLOOD?
So zahm ging selten eine klassische Schnetzel-Geschichte (hier wird eine Theatergruppe dezimiert) über die Bühne, da gab's auch Anfang der 70er schon weitaus saftigeres. Doch ein halbwegs fähiger Regisseur - und hier zeigt sich meiner Meinung nach, ob der B-Film das "B" verdient oder doch lieber mit einem "C" in die ewigen Jagdgründe geschickt werden sollte - weiß, was er hat und weiß, wie er das Beste aus dem Vorhandenen rausholen kann. Und so stützt sich Walker in seiner Inszenierung nicht nur auf den Vorbau seiner Darstellerinnen, sondern holt vor allem aus der fabelhaften Kulisse - ein altes Theater auf einem Pier an einem einsamen Strand - auf optischer und akustischer Ebene alles raus, was irgendwie geht. Während die Kamera durchs düstere Gemäuer schleicht, weht auf der Tonspur der Wind oder es rauscht das Gewässer und das mehr als häufig, was für Atmosphäre sorgt und vergessen lässt, dass die Geschichte völliger Quatsch und auch entsprechend gespielt ist. Richtig gruselig wird's nur an einer Stelle: Die Sequenz mit der Frau und dem Penner auf der Bank, die ist toll und sollte in einem anderen, besser Film nochmal aufbereitet werden.
Das - ursprünglich in 3D gedrehte - Finale gefällt durch eine gewisse Eigenwilligkeit und irgendwie ist man am Ende dann doch recht zufrieden mit diesem Gürkchen, total Banane isses jedenfalls nicht.

DVD.
Die Amaray steckt in einem Schuber mit gezeichnetem Plakat-Motiv. Die Amaray selber bietet uns ein weiteres Plakatmotiv an. Beides schick. Toll, lobenswert, wenn auch ein wenig bisschen knapp ist auch das Booklet mit informativen Text von Marcus Pawelczyk. Die Bildqualität hält sich im akzepablen Rahmen, remastered wurde hier jedenfalls nichts: Das Bild ist recht unscharf und es finden sich viele Verschmutzungen. Die beiden Tonspuren warten mit einem soliden Monosound auf, der Dialog und Musik störungsfrei wiedergibt. Mehr kann hier wohl kaum verlangen und will man auch nicht. Passt. Extras finden sich allerdings auch nur wenige: Eine Bildergalerie und ein Trailer sind nicht die Welt. Hier ist man dann doch sehr von Koch Media verwöhnt, die mindestens nochmal den Regisseur für ein Interview ausgebuddelt hätten.








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