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KAPITELWAHL

DRAWN IN BLOOD (Deutschland 2006)

von Jan Zeleny

Original Titel. DRAWN IN BLOOD
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. PÉTER PALÁTSIK
Drehbuch. DEREK MEISTER . BENNETT OWEN
Musik. MORITZ DENIS . EIKE HOSENFELD
Kamera. ISABELLE ARNOLD
Schnitt. MARTIN BOMKE
Darsteller. ANNA FIN . TIM WILLIAMS . DAN VAN HUSEN . LUISE BÄHR u.a.

Review Datum. 2007-04-04
Erscheinungsdatum. 2006-10-12
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
"'Kunst' kommt von 'Können', denn käme sie vom 'Wollen', so hiesse sie 'Wunst'," weiss eine alte Bauernweisheit. Obwohl sich sicherlich streiten liesse, ob DRAWN IN BLOOD nun "Wunst" oder doch eher "Wund", weil gewollter Schund, ist. Oder vielleicht schlicht "Wurst"? Aber der Reihe nach: DRAWN IN BLOOD ist ein studentisch anmutender deutscher Film, entschuldigung, ein "Projekt", wie Regisseur Palátsik (spricht sich wie Palatschinken) in dem ebenfalls auf der DVD enthaltenen Interview zu betonen nicht müde wird, gedreht in Berlin, aber auf englisch. So weit, so verblasen.

Die junge Marian (Anna Fin) kommt nach Deutschland, um die Leiche ihres Bruder zu überführen, der sich dem Anschein nach umgebracht hat. In seinem Nachlass findet sie u.a. kompromittierende Fotos des Nachbarn Eric McKeen (Tim Williams), der zufällig auch noch Zeichner des erfolgreichen Comics "Cycle Of Pain" ist, in dem ein in einen Parka gewandeter Mörder namens "The Dagger" jungen Frauen nachstellt. Irgendwann liegt dann eine Tote in einer Parkgarage und die alte, morsche Slashermühle kommt langsam, gaaanz langsam in Bewegung.

DRAWN IN BLOOD möchte ganz dringend schick, schlau und total urban sein: Die Existenz eines Comics in der Handlung wird als Vorwand benutzt, den Zuschauer hin und wieder mit gänzlich redundanten und schlichtweg hässlichen Animationssequenzen zu belästigen, die anscheinend im Brotoscoping-Verfahren erstellt wurden, in jeder dritten Einstellung schaut der Fernsehturm ins Bild und winkt mit dem Zaunpfahl "Grossstadt!", während im Vordergrund der seichte Slasherplot dahinrinnt, und alle Protagonisten sehen total hip aus. Wenn man den OTTO-Katalog von 1993 als Massstab für Hipness zu Grunde legt. Auf die Ohren gibt's dazu die volle Ladung Cello-Gegreine, dass einem schweren Rotweinkater gleich aufs Gemüt drückt und Aussprüche vom Kaliber "You're one tough hombre, huh?". Die englische Tonspur ist zudem stark akzentbelastet, wobei die deutsche Synchronisation auch nichts mehr zu retten vermag.

Erschwerend kommt hinzu, dass DRAWN IN BLOOD in punkto Handlung nichts, aber auch wirklich überhaupt NICHTS neues zu bieten hat und dem Zuschauer dummdreist Scherenschnitte aus der Mottenkiste des Genrefilms als zeitgemäss zu verkaufen versucht. Ausserdem neigt der Regisseur zu schwer erträglichen, weil extrem aufdringlichen Zitaten: Der Anfang um Marians Bruder inkl. Undurchsichtigem Nachbar™ (tut, was er immer tut: Dan van Husen) schreit DER MIETER, die Animationssequenzen schielen verzweifelt Richtung PROFONDO und David Lynch mag Palátsik wohl auch ganz gern. Leider ist Palátsik aber kein Polanski, und so gerät ihm DRAWN IN BLOOD lediglich zur uninspirierten und gähnend langweiligen Slashersosse bar jeglicher Originalität. Wurst ist das.

DVD.
Technisch gibt's an der DVD aus dem Hause Epix nix auszusetzen. Bonusmaterial ist reichlich vorhanden, von nicht verwendeten Szenen, Outtakes, Interviews etc. bis hin zum Audiokommentar bekommt der potentielle Interessent die volle Palette geboten. Problem ist nur, dass sich nach Ansicht des dazugehörigen Films wohl niemand mehr die selbstgefälligen Ausführungen der Beteiligten freiwillig antun wollen wird...








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