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KAPITELWAHL

BLOODRAYNE (USA/Deutschland 2005)

von Stefan Mader

Original Titel. BLOODRAYNE
Laufzeit in Minuten. 94

Regie. UWE BOLL
Drehbuch. GUINEVERE TURNER
Musik. HENNING LOHNER
Kamera. MATHIAS NEUMANN
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. KRISTANNA LOKEN . BEN KINGSLEY . MICHELLE RODRIGUEZ . MICHAEL MADSEN u.a.

Review Datum. 2006-09-28
Erscheinungsdatum. 2007-01-30
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.78:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Mit dem director's cut von BLOODRAYNE verliere ich nun also meine Boll-Jungfräulichkeit. Bislang konnte ich mich den Werken des weltweit wohl verhasstesten deutschen Regisseurs der Gegenwart erfolgreich entziehen, doch mit der Verfilmung des actionreichen Videospiels BloodRayne wurde mein Interesse schließlich doch geweckt. Zwar hat der Film außer der Hauptfigur ziemlich gar nichts mit der Vorlage gemein, aber auf diese Weise entgeht man immerhin einem möglicherweise gefährlichen direkten Vergleich mit der Story des Spiels - die ja auch schon alles andere als ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis war.
Jedenfalls bekommen wir im Film die im 18. Jahrhundert angesiedelte Hintergrundgeschichte der Klingen schwingenden Heldin Rayne (Loken) erläutert: Als Tochter des rumänischen Vampirfürsten Kagan (Kingsley) und einer Sterblichen ist sie halb Mensch, halb Blutsauger. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen halbvampirischen Physis wird sie in einer Freakshow vorgeführt. Doch ihr gelingt die Flucht und so macht Rayne sich auf, Kagan für den Mord an ihrer Mutter den Garaus zu machen. Unerwartete Hilfe erhält sie dabei von Vladimir (Madsen), Katarina (Rodriguez) und Sebastian, Mitgliedern der Brimstone Society, einer Jahrhunderte alten Gemeinschaft von Vampirjägern.

Mit der Zeit tun sich in der mäßig originellen Geschichte immer wieder äußerst notdürftig geflickte Handlungslöcher auf, was einem selbst dann auffällt wenn man sein Hirn beim Einlegen des Films vorsorglich schon mal abgeschalten hat. Aber wenigstens die Gorehounds dürften ihre Freude an BLOODRAYNE haben, denn was der gute Doktor Boll so nebenbei an rasantem Gesplatter abliefert ist nicht von schlechten Eltern und kann sich durchaus sehen lassen. Besonders während des Gemetzels im Kloster fliegen Blutwurst und Beuschel ausgesprochen tief.
Das muss aber auch so sein um vom ziellosen Getorkel der Schauspielerriege abzulenken: Die Schwertkämpfe an sich sind nämlich als saft- und kraftlose Streicheleinheiten inszeniert und werden so zögerlich durchgeführt, als hätten die Akteure Angst, sich mit den Schwertern weh zu tun. Davon abgesehen schaut Ben Kingsley absolut lustlos aus der Wäsche, Michelle Rodriguez ist (schon wieder bzw. immer noch) type-cast als hartes Mädel, Michael Madsen unterhält unfreiwillig, indem er durch die Sets eiert als wäre er besoffen und Kristanna Lokens Glaubwürdigkeit als Rayne verflüchtigt sich spätestens mit der völlig unmotivierten Sexszene. Das ist exploitativer Trash in Reinkultur!

Der blanke Hohn und -falls überhaupt möglich- noch unmotivierter als das Gepoppe im Kerker ist jedoch die nach dem Showdown einfach drangepappte, in Zeitlupe abgespielte Resteverwertung von vorher (aus gutem Grund) geschnittenen Splatter-Effekten deutlich minderer Qualität. Das ist ebenso witz- wie sinnlos und als Zuseher kann man sich davon einfach nur gefrotzelt fühlen.
Wer angesichts der Thematik des Films Anspruchsvolles erwartet ist selbst Schuld. Fans trashiger Drehbücher und Gorebauern haben - von der erwähnten Endsequenz abgesehen - aber sicher ihren Spaß.

DVD.
Rein technisch gibt es an der DVD nichts auszusetzen, lediglich zusätzliche englische Untertitel wären auch ganz schön gewesen.
Die erste Scheibe birgt neben dem Hauptfilm die obligatorische Unmenge an Trailern, die "richtigen" Extras finden sich auf DVD 2: Geschnittene sowie erweiterte Szenen, eine kurze Featurette über die am Computer nötigen Arbeitsschritte zur Herstellung der visuellen Effekte, glücklicherweise nicht all zu umfangreiche Interviews mit Cast und Crew sowie ein gute Stunde Material von hinter den Kulissen, das sich allerdings als ziemlich langweilig herausstellt. Abgerundet wird die Sache von einem "Dinner mit Uwe Boll" (47 Minuten), bei dem zwei amerikanische Journalisten mit Boll bei einem Abendessen über Filme allgemein und seinen Werdegang im Speziellen plaudern. Zwar ist Bolls Englisch waffenscheinpflichtig, aber trotzdem ist es nicht uninteressant, seinen Ausführungen zu lauschen - man muss seine Meinung ja nicht zwangsweise teilen. Auf jeden Fall eine nette Idee.








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