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KAPITELWAHL

TOKYO DRIFTER (Japan 1966)

von Björn Eichstädt

Original Titel. TOKYO NAGAREMONO
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. SEIJUN SUZUKI
Drehbuch. YASUNORI KAWAUCHI
Musik. HAJIME KABURAGI
Kamera. SHIGEYOSHI MINE
Schnitt. SHINYA INOUE
Darsteller. TETSUYA WATARI . CHIEKO MATSUBARA . HIDEAKI NITANI . RYUJI KITA u.a.

Review Datum. 2006-12-19
Erscheinungsdatum. 2006-04-21
Vertrieb. RAPID EYE MOVIES

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . JAPANISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Wenn es einen Namen gibt, den man mit dem stilistisch überbordenden und vollkommen unzeitgemäßen Yakuza-Film der 60er Jahre verbindet, dann lautet dieser gewiss Seijun Suzuki. Der Regierebell der Nikkatsu Studios legte sich regelmäßig - durch die mehr als ungewöhnliche Machart seiner Filme - mit seinem Arbeitgeber an und wurde schließlich gefeuert; Jahre der Arbeitslosigkeit folgten. Es dauerte schließlich einige Jahrzehnte bis Suzuki als Ausnahmekünstler anerkannt wurde, und diesen Status will ihm inzwischen wohl auch niemand mehr streitig machen. TOKYO DRIFTER, sein Werk aus dem Jahr 1966, stellt im Gesamtkontext seines Schaffens mit Sicherheit einen zentralen Sargnagel in Suzukis Studiokarriere dar, die er mit BRANDED TO KILL nur ein Jahr später gegen eine Mauer der Ignoranz fuhr.

Eigentlich ist TOYKO DRIFTER ein vordergründig recht langweiliger Film, und genau diese Tatsache brachte Suzuki wohl zum wiederholten Mal in Konflikt mit seinem Studio. Denn ein Yakuza-Film mit Schießereien und Kämpfen um Ruhm und Ehre sollte einen gewissen Spannungsbogen beinhalten. Doch Seijun Suzuki kümmert sich in TOKYO DRIFTER kaum um diese implizite Vorgabe; vielmehr stellt er Style so dermaßen over Substance, dass es dem Zuschauer manchmal schwummrig wird.

Die Geschichte ist zunächst banal: Ein ehemaliger Nachwuchsgangster namens Tetsu zieht sich gemeinsam mit seinem ehemaligen Boss aufs Land zurück. Fernab von Tokyo wollen beide ein ruhigeres Leben führen. Doch die Ex-Gegner spüren das ungleiche Duo auf und hetzen Testu am Ende durch die ländliche Einsamkeit Japans. Zugehörigkeitsgefühle und Isolationsrealität konterkariert mit immer neuen Konflikten prägen seine Existenz jenseits der Tokyoer Gangsterkarriere. Loyalität und Freiheitsdrang prallen aufeinander, Ernste Gesänge und Bud-Spencer-Humor nehmen sich gegenseitig ins Visier.

Das klingt zunächst nach dem Stoff für einen inhaltlich starken Film. Doch TOKYO DRIFTER bleibt auf der Story-Ebene überraschend blass. Das stilistische Feuerwerk rettet den Film hingegen aus dem Lahme-Ente-Teich und hebt ihn in den knallbunten Stylehimmel. Warum Suzuki als Stilikone des japanischen 60s-Kinos gilt, das erklärt die Sichtung von TOKYO DRIFTER ganz eindeutig. Warum ihn manche Kritiker darüber hinaus für einen hervorragenden Filmemacher halten, vermag dieser Film allerdings nicht zu erklären.

DVD.
Der Film kommt für sein Alter mit sehr gutem Sound und Bild daher. Als Bonusmaterial findet sich ein ausführliches Interview mit einem deutlich gealterten Seijun Suzuki auf dem Silberling, das viele intime Details zu den Dreharbeiten von TOKYO DRIFTER beinhaltet. Außerdem finden sich der übliche Trailer und die noch üblichere Bildergalerie auf der Scheibe.








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