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KAPITELWAHL

KLUTE (USA 1971)

von Björn Eichstädt

Original Titel. KLUTE
Laufzeit in Minuten. 110

Regie. ALAN J. PAKULA
Drehbuch. ANDY LEWIS . DAVE LEWIS
Musik. MICHAEL SMALL
Kamera. GORDON WILLIS
Schnitt. CARL LERNER
Darsteller. JANE FONDA . DONALD SUTHERLAND . CHARLES CIOFFI . ROY SCHEIDER u.a.

Review Datum. 2006-11-04
Erscheinungsdatum. 2006-07-28
Vertrieb. WARNER HOME VIDEO

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 1.0) . ITALIENISCH (DD 1.0)
Untertitel. ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
New Hollywood steht als Begriff für das, was man die kreativste und wohl auch bedeutendste Phase des amerikanischen Films, zumindest der Traumfabrik, nennen kann. Ob William Friedkin, Peter Bogdanovich, Francis Ford Coppola oder Martin Scorsese - sie alle veränderten in den späten 60ern und bis hinein in die mittleren 70er Jahre das US-Kino nachhaltig. Nach Filmen wie THE FRENCH CONNECTION, DIE LETZTE VORSTELLUNG, THE CONVERSATION oder TAXI DRIVER war nichts mehr wie zuvor, und erst George Lucas, selbst ein New-Hollywood-Gewächs, setzte mit STAR WARS, der das Blockbuster-Prinzip einführte, einer hoffnungsvollen Ära ein glanzvolles Ende.

Viele der Regisseure dieser Zeit sind heute Legenden; Alan J. Pakula ist namentlich eher den Insidern bekannt. Und das, obwohl er mit seiner Paranoia-Trilogie, die 1976 mit DIE UNBESTECHLICHEN ihren glorreichen Abschluss fand, Kinogeschichte geschrieben hat. Am Anfang dieser Reihe stand 1971 KLUTE, ein Werk, das viele der typischen Elemente des neuen Hollywood in sich vereint: Rotlichtviertel, Drogenkonsum, Perversion, Thrill, Gewalt und Psychoanalyse. Und natürlich hervorragende Darsteller wie Jane Fonda, Donald Sutherland und Roy Scheider.

Zunächst ist KLUTE eine Detektivgeschichte, die den Privatschnüffler John Klute - auf der Suche nach dem verschwundenen Geschäftsmann Tom Gruneman aus Pennsylvania - in die Unterwelt New Yorks verschlägt. Das Call-Girl Bree Daniels scheint der einzige Anhaltspunkt, die einzige Spur, die in Richtung Gruneman weist. Doch jeder Schritt, den Klute im dämmerbelichteten New York geht, macht das Geschehen zunächst undurchsichtiger, immer neue Protagonisten aus dem Drogen- und Zuhältermilieu scheinen Anhaltspunkte zu bieten. Nur John Klute tappt erstmal im Dunkeln, das Licht am Ende des Tunnels kommt kaum näher, bis der Detektiv den Fall in einem atemberaubend spannenden Finale doch aufklärt.

Wer TAXI DRIVER liebt, ohne THE CONVERSATION nicht mehr leben mag und auch Pakulas DIE UNBESTECHLICHEN etwas abgewinnen kann, der liegt bei KLUTE genau richtig. Die Spannung lässt sich Zeit, aber: Sie kommt mit schleichender Sicherheit und ist schließlich kaum mehr zu ertragen. Neben der langsamen Inszenierung, den sehr souveränen Darstellern (Jane Fonda gewann einen Oscar für die beste Hauptrolle - und das bedeutete 1971 wirklich noch etwas) und den düsteren Bildern überzeugt vor allem die atmosphärische Musik von Michael Small, die immer genau den richtigen Ton trifft. So war Kino einmal in Hollywood. Man möchte es kaum glauben, wirft man einen Blick auf den heutigen Output der einstigen Traumfabrik. Umso schöner, dass dieser Klassiker nun auch in Deutschland auf DVD erschienen ist.

DVD.
KLUTE kommt in dieser Veröffentlichung von Warner Home Video in einer sehr rudimentären Version daher. Das Bild ist gut, bedenkt man das Alter des Films, doch der Ton leidet etwas unter dem Öffnen und Schließen des Rauschfilters. Ansonsten gibt es auf dem Silberling exakt nichts, was die Bedeutung des Films dann doch nicht ganz widerspiegelt. Ein paar zusätzliche Infos wären wirklich schön gewesen.








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