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KAPITELWAHL

FREEZE FRAME (Großbritannien/Irland 2004)

von Martin Eberle

Original Titel. FREEZE FRAME
Laufzeit in Minuten. 99

Regie. JOHN SIMPSON
Drehbuch. JOHN SIMPSON
Musik. DEBBIE WISEMAN
Kamera. MARK GARRET
Schnitt. SIMON THORNE
Darsteller. LEE EVANS . SEAN MCGINLEY . IAN MCNEICE . KATIE CARTER u.a.

Review Datum. 2006-09-28
Erscheinungsdatum. 2006-01-05
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Auf der DVD-Hülle steht gedruckt, FREEZE FRAME spiele in derselben Liga wie MEMENTO. Da legt jemand die Latte ganz schön hoch!

Und tatsächlich, es fängt interessant an: Flashbacks, schlechte Träume, später rüstet sich ein nicht mehr ganz junger Mann , Sean Veil (!), für den Tag, indem er sich seine Selbstüberwachung per Video organisiert. So geht das seit 10 Jahren, seit dem er, als grausamer Mörder verdächtigt, nur aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde.

Den Polizisten und den Psychologen, die ihn immer noch für den Täter halten, ist er immer noch nicht los. Deshalb auch der Aufwand, sich mit 90 fest installierten und einer mobilen Kamera ständig selbst zu filmen: das lückenlose Alibi.

Lee Evans als Sean Veil spielt toll, er wechselt zwischen trotzigem Exhibitionismus und paranoider Getriebenheit. Setdesign und Kamera sind auch fantastisch, die Ästhetik der Videoüberwachung wird sanft in den Film integriert, die verstörende Heimstatt des Dauerverdächtigen ist ein düsteres, selbst kreiertes Gefängnis. Das fühlt sich doch schön bedrohlich an! Zunächst.

Aber dann! Dann taucht hier eine verschollene Tochter auf, dort wird eine Vertuschung erklärt, alles sehr willkürlich und behauptet. Die Holperer im Drehbuch werden zu tiefen Schlaglöchern, die Story verkommt zu einem konfusen "whosdoneit". Mit seinen Figuren geht Autor und Regisseur John Simpson auch nicht besonders liebevoll um. Steckten sie anfangs noch voller Entwicklungspotenzial, werden sie zu jämmerlichen Knallchargen (besonders schlimm erwischt es Lee Evans), die sich nur noch in Erklärungsversuchen und öffentlichen Geständnissen ergehen dürfen. Es geht bald schlimmer zu als bei der Krimiparodie EINE LEICHE ZUM DESERT. Fehlt nur noch, dass jemand aus Versehen seine Schwester geheiratet hat oder heimlich vom Onkel dritten Grades adoptiert worden ist.

Dieselbe Liga wie MEMENTO? Nicht annähernd. Schade, wenn etwas vollmundig angekündigt wird und nach einem viel versprechenden Startdann doch in die Lächerlichkeit abdriftet. Besonders schade bei Themen wie der totalen Videoüberwachung und dem Wahrheitsgehalt von elektronischen Bildern, die ja nun deutlich eine aktuelle gesellschaftliche Relevanz haben, hier aber nur knapp angerissen werden.

Also lieber gleich die alte Videokiste abgestaubt und die guten alten Hercule-Poirot-Filme eingeworfen, die sind immer noch logischer und gesellschaftlich relevanter. Und der obligatorische Aufklärungssermon am Ende ist auch noch besser konstruiert.

Übrigens, der Mörder war diesmal NICHT der Butler.

DVD.
Wer sich den Film wegen seiner visuellen Stärken zulegen möchte, kommt voll auf seine Kosten, die Bildqualität ist ausgezeichnet. Der Ton ist auch sehr gut. Etwas langweilig sind die Extras wie diverse Trailer, Biografien (auf Texttafeln) und ein etwas liebloses, kurzes Making-of. Lustiger ist da schon die Verpackung: eine Stahlbox, die sich hervorragend zur Selbstverteidigung eignet!








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