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KAPITELWAHL

MONAMOUR (Italien 2005)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. MONAMOUR
Laufzeit in Minuten. 82

Regie. TINTO BRASS
Drehbuch. TINTO BRASS . CARLA CIPRIANI . MASSIMILIANO ZANIN
Musik. HERON BORELLI
Kamera. ANDREA DORIA
Schnitt. TINTO BRASS
Darsteller. ANNA JIMSKAIA . NELA LUCIC . RICCARDO MARINO . MAX PARODI u.a.

Review Datum. 2006-06-25
Erscheinungsdatum. 2006-06-30
Vertrieb. SPLENDID

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Tinto ist wieder da! Allerdings bringt er uns nichts Neues, so richtig Bock auf Inhalt hat er seit einiger Zeit ja leider nicht mehr und wer einen Blick auf seine Homepage wirft, kann's ihm auch nicht wirklich verübeln: Zigarre im Maul, ständig umringt von blutjungen, leichtbekleideten Dingern. Hoffentlich sieht mein Rentner-Alltag auch einmal so aus.

Nun ja.

Jedenfalls frönt Tinto auch mit 73 Jahren feucht-fröhlich mal wieder seiner alten Leidenschaft und erzählt einmal mehr die Mär vom ewig geilen, prallen, untreuen Superweib auf der Suche nach Erfüllung. Die Gute heißt hier Marta (Darstellerin Anna Jimskaya bekam die Hauptrolle aufgrund ihres Prachthinterns!), der gehörnte Ehemann Dario und der flotte Stecher Leon. Und da Brass immer noch ein guter Handwerker ist, macht das durchaus Spaß. Die Sets sind schick, die Bild-Ideen zum Teil gar nicht mal schlecht (eine Konversation zwischen zwei Frauen wird auf recht originelle Art und Weise auf dem Klo inszeniert) und die weibliche Besetzung hebt sich vom heute traurigerweise so üblichen Bulimie-Look angenehm ab. Natürlich sind auch die typischen Brass-Close-Ups haariger Mösen und steifer Schwänze vorhanden. Das heißt, zumindest letzteres fehlt in dieser Version. Womit leider auch ein ulkiger, deutlich getrickster Blow-Job weichen musste. Man sieht, auch zensurtechnisch nichts Neues an der Front.
Wobei gerade hier der immer noch vorherrschende Konservatismus doch stark verwundert: Während im heutigen Horrorkino in ungeschnittener Form dermaßen zynisch fies gefoltert und gemordet wird, dass selbst Fulci dankend abwinken würde, müssen stramme Ruten immer noch weichen und eine harmlose, zensierte Sexklamotte wird mit einem "Keine Jugendfreigabe"-Stempel durchgewunken ? Was soll das?
Doch zurück zum Film: Das einzige wofür man Brass die Gurgel umdrehen könnte ist der Soundtrack. Eine Art Polka-Gedudel wird extrem oft eingesetzt. Beim Onanieren stört dass schon sehr.

Ähm ja.

Zum Schluß noch ein paar knusprige Dialog - Zitate:

"Bist Du auch deinem Mann zum Trotz so feucht?" - "Das ist der Lambrusco, der raus will"

"Gib zu, dass Du ganz nass warst!" - "So nass wie Venedig bei Hochwasser"

"Dieser Jupiter mit dem steifen Schwanz...ja, Schwanz, ich habe Schwanz gesagt, wie schön es aussprechen zu können. Schwanz, Schwanz, Schwanz. Ich möchte es vom Balkon schreien: Schwanz!

DVD.
Magere Kost aus dem Hause Splendid: Der Film kommt in einem roten Amaray-Case mit einer sehr schicken schwarzweiß Zeichnung als Cover. Auf dem Silberling selber herrscht allerdings gähnende Leere: Der Film - Ton & Bild sind spitze! - , die Kapitelanwahl und 4 Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters. Das war's. Keine italienische Originaltonspur, kein Making Of (wie auf der italienischen DVD), kein gar nix. Leider nicht unbedingt eine Empfehlung! Wer dennoch zuschlagen will, sollte auf den Wühltisch warten, Brass-Fans schauen sich sowieso nach einer ungekürzten Edition um.








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