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KAPITELWAHL

KWAIDAN - DAS HERZ DES SAMURAI (Japan 2004)

von Björn Eichstädt

Original Titel. WARAU IEMON
Laufzeit in Minuten. 123

Regie. YUKIO NINAGAWA
Drehbuch. TOMOMI TSUTSUI
Musik. RYUDO UZAKI
Kamera. OSAMU FUJIISHI
Schnitt. HISASHI SAGARA
Darsteller. TOSHIAKI KARASAWA . KOYUKI . TERUYUKI KAGAWA . HIROYUKI IKEUCHI u.a.

Review Datum. 2006-06-03
Erscheinungsdatum. 2006-02-01
Vertrieb. E-M-S

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . JAPANISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Eine Richtigstellung vorab, nur um Verwirrung auszuschließen: Bei KWAIDAN - DAS HERZ DES SAMURAI handelt es sich nicht um den Film K(W)AIDAN von Masaki Kobayashi aus dem Jahr 1964, obwohl der deutsche Titel darauf schließen lässt. Eigentlich seltsam, denn weder der Originalname noch der amerikanische Synchrontitel ETERNAL LOVE lassen auf den Titel KWAIDAN schließen. Inhaltlich und auf der Erzählebene ja, aber ich weiß nicht, ob der Japanologe beim deutschen Verleih nun wirklich so weit gedacht hat. Aber das nur zur Einleitung.

Drama. Und zwar pur. Mit ein bisschen Melo. Und allen Zutaten, die potenziell reinpassen - inklusive viel Filmblut. Das ist KWAIDAN - DAS HERZ DES SAMURAI: Der herrenlose Samurai Iemon erklärt sich bereit Iwa, die von den Pocken gezeichnete Tochter einer traditionsreichen Familie, zu heiraten, um die Dynastie am Leben zu erhalten. Aus einer zunächst arrangiert erscheinenden Verbindung wird die große Liebe. Doch Ito, der neue Herr des Samurai, will die Verbindung zerstören und bringt die Liebenden gegeneinander auf und auseinander. Erst im Tod vereinen sie sich schließlich wieder - zu liebenden Geistern. Und liefern einen der beiden Hinweise auf den deutschen Titel.

Eleganz: Das ist vielleicht der richtige Begriff für KWAIDAN - DAS HERZ DES SAMURAI. Denn der Film kommt eindeutig aus einer anderen Zeit, ein paar Jahrhunderte ist das Ganze auf jeden Fall her. So lässt sich die Inszenierung Zeit, durchleuchtet die Protagonisten bis in die dunkelsten Tiefen und formt dunkle Farben aus den undeutlichen Hintergründen - des Bildes und der Geschichte. Erst gegen Ende der zweiten Stunde wird wirkliches alles klar und deutlich sichtbar, sind die Irrungen, Wirrungen und Verstrickungen endlich aufgelöst. Was die stilistische Ebene angeht, ist hier wirklich nichts zu bemängeln.

Was Ninagawas Film schlussendlich allerdings doch nur zu einem mittelmäßigen Vertreter des Genres Drama werden lässt ist seine Penetranz und Überfülle. Denn vor allem in der zweiten Hälfte bietet er wirklich ALLES auf, was normalerweise fünf Melodramen zu bieten haben: Selbstmord (mehrfach), körperliche Verkrüppelung (mehrfach), Inzest, Konflikte zwischen Tradition und Moderne, Dynastie und Individuum, Kindermord und alle ansonsten noch so erdenklichen Bruchstellen zwischen Menschen, ihren Kontrahenten und ihrer Zeit. In dieser Ballung ist das alles kaum zu ertragen, leider nicht sehr glaubwürdig und auch viel zu viel Material für nur eine Geschichte. KWAIDAN von 1964, der inhaltlich nichts mit KWAIDAN - DAS HERZ DES SAMURAI zu tun hat, erzählte vier voneinander unabhängige Stories - vielleicht liegt hier der Schlüssel zu seinem damaligen Erfolg. Und vielleicht auch der zweite Hinweis auf den deutschen Titel.

DVD.
Leider lag für die Rezension lediglich eine in Umfang und Qualität reduzierte Presse-DVD vor. Deshalb kann ich weder zur Bild- und Tonqualität noch zu Extras Aussagen treffen.








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