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KAPITELWAHL

RUCKUS (USA 1981)

von Hasko Baumann

Original Titel. RUCKUS
Laufzeit in Minuten. 91/106

Regie. MAX KLEVEN
Drehbuch. MAX KLEVEN
Musik. WILLIE NELSON . TOMMY VIG
Kamera. DON BURGESS
Schnitt. ANGELO BERNADUCCI
Darsteller. DIRK BENEDICT . LINDA BLAIR . BEN JOHNSON . RICHARD FARNSWORTH u.a.

Review Datum. 2006-05-13
Erscheinungsdatum. 2006-03-10
Vertrieb. STARLIGHT

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
"What can you do to him now", fragt sich der Song, der Dirk Benedicts Ankunft in einem Redneck-Kaff begleitet. Die Fresse voll mit Dreck, die Army-Jacke abgewetzt, ordert der offenbar mit einer Vollschacke gesegnete Verwahrloste erstmal einen Burger mit rohem Fleisch. Grund genug für die versammelten Dorfdeppen, den Bekloppten zu gängeln. Auf einer Brücke hat der stille Unbekannte dann genug vom passiven Widerstand, stößt mit aufgerissenen Augen einen beknackten Schrei aus und fegt die Kleinstadtrowdies aus der Hose. Ein Vietnamveteran, der sich in die Ecke gedrängt fühlt und zurückschlägt - na das kennen wir doch! Rambo lugt auch schon um die Ecke...

... allerdings erst später, denn Profi-Stuntman Max Kleven kam als erster mit der Story. Was den deutschen Verleih jedoch nicht daran hinderte, die Hauptfigur auf dem Plakatmotiv zum waffenstarrenden Muskelpaket umzuformen und so zu tun, als sei "Ruckus" sein Name, weil der so schön knackig klingt wie "Rambo"!

Dirk Benedict heißt aber Kyle Hanson in diesem eher launig gemeinten Streifen, trickst die Rednecks zu himmelschreiender Hillbillie-Mucke aus wie einst Burt als Bandit und sorgt gemeinhin eher für Gelächter als für Kriegstrauma-Katzenjammer. Wenn man denn sowas lustig findet. Als er sich erstmal die Kacke aus der Fresse gewaschen hat, findet ihn auch Linda Blair sehr schmuck. Zwischen diesen zwei doch recht mittelprächtig agierenden Schauspielern gibt es keinerlei Chemie, eine romantische Zeitlupenmontage sorgt für ausgiebiges Augendrehen beim Zuschauer.

Hanson wird zwar ordentlich getreten, killt aber niemand, sondern springt und zündelt nur ordentlich rum, bis ihn schließlich alle lieb haben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Actionfreund aber schon verärgert, eingeschlafen oder besoffen. Ein paar ordentliche Stunts und die souveränen Auftritte der Altstars Richard Farnsworth und Ben Johnson holen die Kohlen leider nicht aus dem Feuer.

Die DVD bietet aber eine sogenannte "Integralfassung" an, die zusätzliche Szenen aus der deutschen Fassung in die US-Version integriert. Wie man erkennen kann, wurde RUCKUS in Deutschland ein deutlich grimmigerer Ton verpaßt - die Action ist härter, die Dramatik etwas mehr ausgespielt und die Countrymusik Willie Nelsons wird durch einen schweinerockigen Action-Score ersetzt. Leider springt nicht nur die Bildqualität bei den eingefügten Szenen erheblich, sondern natürlich auch die Musik. Das hätte man vielleicht konsequenter handhaben können.

Wie auch immer: Diese Fleißarbeit macht den Film auch nicht besser.

DVD.
Wie man es aus dem Hause Krekel gewohnt ist, wird auch der letzte Scheißfilm gemolken, bis ein anständiges Zusatzmaterial-Paket zusammenkommt. Das finde ich grundsätzlich sehr löblich. Der Hauptfilm wird in einer akzeptablen bis guten Qualität präsentiert, die "Integralfassung" hat materialbedingt erhebliche Schwächen. Das Problem mit dem 5.1-Fake kennt man. Der Originalton ist gut, der deutsche überraschenderweise teils noch besser. Die Filmografien sind aus der IMDb, leider gönnt man Regisseur Kleven nur seine Regie-Credits - der Mann hat nicht nur Stunts gemacht, sondern auch Second Unit von ROLLERBALL bis SPIDER-MAN. Dann haben wir noch einen Audiokommentar, der sich ein bißchen versteckt und von Benedict, Blair und Kleven eingesprochen wurde! Der olle Kleven läßt sich ein wenig bitten, aber Blair und Benedict begegnen dem Film angemessen: Sie lachen sich kaputt.
Die Artwork-Galerie zeigt, daß RUCKUS in den USA eher als Sonntagnachmittags-Unterhaltung angeboten wurde. Sinn und Zweck von altem deutschen Vor- und Abspann entschließt sich mir nicht, noch schlimmer wird es, wenn man im Hause Krekel mal wieder Filmfehler nachweisen will, wobei man zu allem Überfluß die Hauptfigur auch noch "Ruckus" nennt (siehe oben).
Insgesamt aber eine sehr löbliche Veröffentlichung, für die der Film dankbar sein kann!








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