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KAPITELWAHL

MAGIC - DIE PUPPE DES GRAUENS (USA 1978)

von Hasko Baumann

Original Titel. MAGIC
Laufzeit in Minuten. 96

Regie. RICHARD ATTENBOROUGH
Drehbuch. WILLIAM GOLDMAN
Musik. JERRY GOLDSMITH
Kamera. VICTOR J. KEMPER
Schnitt. JOHN BLOOM
Darsteller. ANTHONY HOPKINS . ANN-MARGRET . BURGESS MEREDITH . ED LAUTER u.a.

Review Datum. 2006-04-26
Erscheinungsdatum. 2006-03-17
Vertrieb. KOCH MEDIA

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Dieser nicht unbedingt als Klassiker bekannte Film dürfte den einen oder anderen jüngeren Horrorfreund überraschen: Sir Richard Attenborough war doch bislang nicht unbedingt als Urvater Chuckys bekannt. Der Altmeister mitunter etwas dröger Filmepen konnte aber, nur einige Jahre vor seiner Quasi-Heiligsprechung durch GANDHI, dem Ende der 70er grassierenden Gruselboom tatsächlich nicht widerstehen - wie so viele seiner namhaften Kollegen.

MAGIC fällt aber bei weitem nicht so sensationalistisch aus, wie uns das der deutsche Untertitel glauben machen will. Vielmehr erzählt Attenborough die trübsinnige Geschichte eines psychisch kranken Mannes, dessen Schizophrenie sich in seiner Bauchrednerpuppe aufs Vulgärste verbalisiert. Ein junger Anthony Hopkins spielt ihn, mal kindlich, immer mit einer unterschwelligen Aggression, die gelegentlich aufs Brutalste zu Tage tritt. Als er sich seiner eigenen erfolgreichen Bühnenkarriere in den Weg stellt, sucht er das Glück bei seiner Jugendliebe (uneitel: Ann-Margret) auf dem Land. Doch seine Puppe erlaubt ihm die Wahrwerdung seines Traums vom friedlichen Leben nicht. Mit ihrer zunehmenden Mordlust zwingt sie ihren Besitzer zum Unausweichlichen - der Film könnte auch TRAGIC heißen.

Auf Horrorelemente will Attenborough nicht verzichten, tatsächlich gelingen ihm intensive Szenen, in denen das Böse in Hopkins (oder, aus seiner Perspektive, in der Puppe) durchbricht. Tatsächlich ist es aber gerade Anthony Hopkins, der Attenboroughs Versuch der Darstellung des tragischen Schicksals eines Psychopathen zum Scheitern verurteilt. Hopkins gibt sich theaterhaft übertrieben und hämmert den geistig Verwirrten auf seiner Klaviatur der großen Gestik zu laut herunter. Schon allzu früh fragt man sich, was Ann-Magret überhaupt an einem solch durchgedrehten Wüterich finden kann.

Nach einem Drittel schon weiß auch Attenborough nicht mehr wirklich etwas zu erzählen, der Film erstarrt in seiner auf ein Haus am See begrenzten Herbstlichkeit. In Erinnerung bleiben die durchweg sehr guten Nebendarsteller - neben Ann-Margret ist auch Ed Lauter zu sehen - , allen voran Burgess Meredith, der hier als Hopkins' Agent mit dem knorrigen Charme einer Vaudeville-Legende einige ganz, ganz große Auftritte hat.

DVD.
Eine sehr schöne Aufmachung hat man diesem Film angedeihen lassen, darüber hinaus aber leider nur ein zweiseitiges Booklet, in dem sich Uwe Huber ebenfalls fast nur deskriptiv über den Film auszulassen weiß - man kann es ihm nicht verdenken. MAGIC liegt nur im recht verwaschenen 4:3-Bild vor, und den krachigen deutschen Ton sollte man übergehen, der englische fällt nämlich recht zufriedenstellend aus.








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