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KAPITELWAHL

SCHÖNE TOTE MÄDCHEN (Kroatien 2003)

von Matthias Mahr

Original Titel. FINE MRTVE DJEVOJKE
Laufzeit in Minuten. 77

Regie. DALIBOR MATANIC
Drehbuch. DALIBOR MATINIC . MATE MATISIC
Musik. JURA FERINA . PAVLE MIHOLJEVIÆ
Kamera. BRANKO LINTA
Schnitt. TOMISLAV PAVLIC
Darsteller. OLGA PAKALOVIC . INGE APPELT . NINA VIOLIC . KRESIMIR MIKIC u.a.

Review Datum. 2006-04-20
Erscheinungsdatum. 2006-03-16
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 2.35:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Der Titel des Films ist schon mal der erste rote Hering. Wer hierbei nicht an Teenieslasher denkt liegt jedenfalls richtig. Die Geschichte beginnt mit einer angeblichen Kindesentführung ohne das dies wirklich mit den folgenden Ereignissen etwas zu tun hätte. Eine junge Frau beschuldigt die ältere Besitzerin eines Zagreber Mietshauses, die im Rollstuhl sitzt und rollt schließlich dem Polizisten gegenüber die einige Jahre zurückreichende Vorgeschichte des Falls auf. Damals bezog sie zusammen mit ihrer Geliebten eine der Wohnungen. Das Lesbenpärchen erweist sich schon bald als die alltäglichste Bewohner des Hauses. Die Vermieterin, noch nicht im Rollstuhl, man fragt sich unweigerlich wie sie da rein kam (braucht man aber nicht), besitzt noch einen kleinen Laden und die völlige Kontrolle über Mann und Sohn. Letzterer lässt sich schon mal im Laden, während er hinter der Theke steht von der ansässigen Hure einen blasen. Der Arzt ist auf heimliche Abtreibungen spezialisiert, der Nationalist schießt auf Tauben, fliegende Tschetniks wie er sie nennt. Seine von ihm verprügelte Frau will ihn nicht wieder enttäuschen und liefert dadurch die (einzig halbwegs nachvollziehbare) Erklärung für den Namen des Films. Der Pensionist will sich nicht von seiner Frau trennen. Er hat ja sonst niemanden zum Reden auch wenn sie nicht mehr antworten kann.
Ein Mietshaus voller Verrückter ist ja fast schon so was wie ein Subgenre der Komödie, DELICATESSEN ist hiervon vielleicht der bekannteste Vertreter. SCHÖNE TOTE MÄDCHEN schafft es nie so recht die einzelnen Subplots zu einen homogenen Ganzen zu verbinden. Einzelne Stränge, wie der geheimnisvolle Auftrag eines angeblichen Priesters mit dem er die Nutte betraut sind schon sehr amüsant. Die Geschichte wird auch zunehmend spannender nicht nur, aber auch, weil man sich fragt, was das mit der Rahmenhandlung zu tun haben könnte. Wenn dann aber die Hausbesitzerin zwecks Lesbenhatz praktisch alle Parteien mob-ilisieren kann, platzt die schöne Blase. Die Auflösung der Geschichte in der Gegenwart mag für sich schlüssig sein, wirkt aber ebenso isoliert und eher enttäuschend. Die Musik schmiegt sich an Badalamentitönen a'la TWIN PEAKS ohne daran zu reichen. Eine unterhaltsame Geschichte, mit interessanten Einfällen und jedenfalls klar über TV-Movie-Standard in Szene gesetzt und photographiert, der Regisseur zeigt sogar einmal etwas Selbstironie, wenn er über seinen eigenen Namen lästert, aber so recht mag die Sache nicht zünden. Wer sich einen Film auf Kauf-DVD zulegt mag ihn ja wohl auch mehr als einmal ansehen und da bleibt doch zu bezweifeln, dass man hierzu groß motiviert wird.

DVD.
Zum Test lag nur eine Presse-DVD mit eingeschränkter Bildqualität und deutschen Ton vor. Letzteres soll bei der Veröffentlichung auch nicht opulenter ausfallen. Auf Originalton muss man also verzichten. Extras sind auch nicht grade reich gesät, das wird aber kaum wem jucken. Neben den obligaten Werbetrailern gibt's noch den Kinotrailer zum Film (leider ebenso nur auf deutsch) und ein knapp über zwanzigminütiges "Making-Of". Letzteres ist nicht gar so vollgestopft mit Interviews in denen die Schauspieler vorschwärmen wie toll sie die Arbeit mit diesen Regisseur finden und wie großartig der Film sein wird, wie sonst üblich bei vergleichbaren Promo-Dokus, sondern bringt auch ein paar richtig schöne Background-Infos. Nicht, dass groß die Gefahr besteht, dass es wer anders macht, aber man sollte sich die Doku auf jeden Fall wegen eines großen Spoilers erst nach dem Hauptfilm anschauen.








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