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KAPITELWAHL

FEED (Australien 2005)

von Stefan Mader

Original Titel. FEED
Laufzeit in Minuten. 98

Regie. BRETT LEONARD
Drehbuch. KIERAN GALVIN
Musik. GREGG LEONARD
Kamera. STEVE ARNOLD
Schnitt. MARK BENNETT
Darsteller. PATRICK THOMPSON . ALEX O'LOUGHLIN . GABBY MILLGATE . ROSE ASHTON u.a.

Review Datum. 2006-03-19
Erscheinungsdatum. 2006-03-23
Vertrieb. MC-ONE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Phillip Jackson (Thompson) ist Ermittler bei der Polizei von Sydney und im Zuge dieser Tätigkeit durchforstet er das Internet nach illegalen -d. h. vornehmlich mit Sex und Gewalt assoziierten- Inhalten. Dass er eigentlich ein Schreibtisch-Polizist ist und an vorderster Front nicht viel zu suchen hat hindert ihn jedoch nicht daran, immer wieder aktiv an Festnahmen der von ihm entdeckten Verbrecher teilzunehmen - ein nicht ganz vorschriftskonformes Verhalten, das von seinem Vorgesetzten aufgrund von Phillips Erfolgsquote hingenommen wird.
Nach einem erfolgreichen aber emotional höchst aufwühlenden Einsatz in Hamburg (sehr witzig übrigens die Outback-Scheunen, welche die Vorstadt der Hansestadt darstellen sollen) stößt Phillip gemeinsam mit seinem Kollegen Nigel auf eine "Feeder"-Pornosite, wo die jenseits der Grenze zur Immobilität übergewichtige Deidre (Millgate) von einem Mann auf Rekordmaße gemästet wird. Als er dahinterkommt, dass andere Frauen bereits an den Folgen dieser Mast starben sieht Phillip sich zum Handeln gezwungen. Da die Extremfütterungen aber offenbar mit Einverständnis der Gainer-Frauen stattfinden und die polizeiliche Verfolgung der Sache somit rechtlicher Grundlagen entbehrt wird Phillip von dem Fall abgezogen und in weiterer Folge gar zwangsbeurlaubt, als er sich nicht an die entsprechende Order seines Chefs halten will. Daraufhin macht Phillip sich auf eigene Faust auf nach Ohio, von wo aus die Website betrieben wird.
Da seine Online-Nachforschungen jedoch nicht unbemerkt geblieben sind stellt das Auftauchen Phillips keine große Überraschung für Michael Carter (O'Laughlin), den Betreiber und Feeder der Website, dar. Ganz im Gegenteil: Als er den völlig ohne offizielle Deckung agierenden Aussie-Cop beim Durchsuchen seines Hauses ertappt gibt er sich seinem Verfolger ohne Umschweife zu erkennen und beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Phillip auch mit eigenen psychischen Abgründen konfrontiert wird.

Da ist er also, der große Schocker diverser Festivals des letzten Jahres!
Und wie so oft fragt man sich hinterher wieso so ein Riesentheater darum gemacht wurde... Zugegeben, einige Szenen sind in der Tat ziemlich krank, wie etwa zu Beginn in Hamburg oder als Michael sich einen von der Stinkepalme wedelt während er Deidre mit schmierigen Burgern voll stopft. So was will man ja eigentlich nicht sehen... also ich zumindest nicht. Auch im Finale wird in Hinsicht auf die Zutaten von Deidres Mahlzeiten ekelmäßig noch einmal so richtig in die Vollen gegriffen, aber dennoch handelt es sich bei FEED keineswegs um einen hundertprozentigen Magenumdreher.
Thematisch ist der Film keineswegs uninteressant, spielt er doch mit der Negation konventioneller Schönheitsideale, wodurch er momentan angesichts hitziger medialer Diskussionen um Sinn und Unsinn sowie den womöglich selbstschädigendes Verhalten begünstigenden Charakter von "Supermodelshows" Aktualität erlangt. Selbstverständlich darf man sich von FEED keineswegs eine wirklich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema erwarten, da der Film mit seinem Tabuthema zuallererst schockieren und unterhalten will. Und Letzteres gelingt ihm gar nicht einmal so schlecht, wenngleich das Motiv des Zu-Tode-Fütterns kein auch kein völlig neues ist. Schließlich durfte Kevin Spacey bereits zehn Jahre vorher jemanden zum Platzen bringen, womit ich nun auch den nicht ganz gerechtfertigten Vergleich zu David Finchers SE7EN gezogen habe, an dessen Atmosphäre FEED aber dennoch ein klein wenig erinnert.
Für übermäßig sensible Gemüter vielleicht wirklich nicht die beste Wahl, aber ansonsten sehr wohl geeignet für einen kurzweiligen Filmabend.

DVD.
Qualitativ sehr sauber - sowohl das scharfe Bild als auch der anständige Ton lassen im Grunde nichts zu wünschen übrig und sogar die Synchro ist ziemlich gut gelungen.
Zusätzlich zum Film gibt es eine gute halbe Stunde Bonusmaterial, das neben dem FEED-Trailer ein Interview mit Regisseur Brett Leonard und "Fake Marketing Spots" (beides in erträglicher Länge) umfasst. Ein weiteres Feature, welches sich mit der Produktion des Deidre-Fettanzugs auseinandersetzt, ist mit etwa 16 Minuten allerdings eindeutig zu lang und uninteressant ausgefallen. Abgerundet wird der Silberling von der obligatorischen Ansammlung an Programmhinweisen.








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