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KAPITELWAHL

BAD GUY (Korea 2001)

von Björn Eichstädt

Original Titel. NABBEUN NAMJA
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. KIM KI-DUK
Drehbuch. KIM KI-DUK
Musik. HO-JUN PARK
Kamera. CHEOL-HYEON HWANG
Schnitt. SEONG-WON HANG
Darsteller. JAE-HYEON JO . WON SEO . YUN-TAE KIM . DUEK-MUN CHOI u.a.

Review Datum. 2006-03-01
Erscheinungsdatum. 2005-12-22
Vertrieb. E-M-S

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KOREANISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Es gibt Filme von Kim Ki-Duk, die stehen auf meiner persönlichen Bestenliste ganz oben. BIN-JIP gehört dazu, SEOM oder auch FRÜHLING, SOMMER, HERBST, WINTER UND FRÜHLING, die stringente und auch für westliche Betrachter nachvollziehbare Handlungsstränge und Botschaften aufweisen. Auf der anderen Seite stehen fragwürdige Werke wie SAMARIA oder auch BAD GUY. Allen Filmen ist gemein, dass sie das Spannungsfeld zwischen männlicher Gewalt und weiblicher Emotionalität mal auf leise, mal auf drastische Weise thematisieren. Doch die zweite, für mich fragwürdige Kategorie arbeitet mit kaum verständlichen Plots und sehr fremdartigen Charaktereigenschaften von Menschen, die dem europäischen Zuschauer so fern sind, dass eine Beurteilung der Qualität der jeweiligen Filme kaum möglich scheint.

BAD GUY aus dem Jahr 2001 ist so ein Film. Die Kurzzusammenfassung der Handlung scheint noch recht klar: Han-Ki ist ein gewalttätiger Rotlichprotagonist, der nie spricht und häufig prügelt. Sein weiblicher Counterpart Son-Hwa studiert und lebt in einer gänzlich anderen Welt. Doch eine agressive Begegnung auf der Straße führt die beiden Zusammen. Han-Ki belästigt Son-Hwa auf drastische Art und holt sich einen blutigen Korb. Das kann er nicht auf sich sitzen lassen und bringt Son-Hwa in eine Situation, die sie schließlich zur Prostitution zwingt. Langsam nähern die beiden sich emotional an.

Dass sich Kim Ki-Duk hier mit männlich-weiblichen Stereotypen auseinander setzt, ist schnell klar. Han-Ki ist der BAD GUY in Reinkultur: Fast immer schwarz gekleidet, schweigsam und brutal. Eine fiese Narbe ziert seinen Hals, sein Gesichtsausdruck zischt: "Komm mir nicht zu nahe". Auf der anderen Seite steht die schwache, weinerliche und hilflose Protagonistin, die sich von Han-Ki abgestoßen und gleichzeitig angezogen fühlt. Das Böse, der Trieb, die Nonverbalität treffen auf das Zarte, Zerbrechliche und Gebildete. Wie in Michael Hanekes FUNNY GAMES ist das Schöne hilflos gegenüber der ungezähmten Gewalt. So weit, so klar. Doch der Plot wirft Rätsel auf, die westliche Augen nicht entwirren können. Ein Grund für Son-Hwas Abrutschen in die Prostitution wird ebensowenig deutlich, wie die Erklärung für die Annäherung der beiden Charaktere. Hat das etwas mit spezifischen Rollenverteilungen in der südkoreanischen Gesellschaft zu tun? Oder spielen asiatisch-spirituelle Fragen eine tragende Rolle? Seltsame Handlungslöcher bilden tiefe Risse im Zeitstrang und führen mehr als einmal dazu, dass der Zuschauer in seinen Entwirrungsversuchen stolpert. Interessant ist dieser Film auf seine ganz eigene Art mit Sicherheit. Eine Beurteilung seiner wirklichen Qualität traue ich mir aus interkultureller Unkenntnis allerdings nicht zu.

DVD.
Leider lag von dieser DVD lediglich eine in ihrer Qualität reduzierte Presse-DVD vor. Die Beurteilung von Bild und Ton sind deshalb ebensowenig möglich, wie eine kritische Betrachtung des auf der Original-DVD vorhandenen Bonusmaterials.








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