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KAPITELWAHL

CON GAME (Deutschland/Luxemburg 2005)

von Martin Eberle

Original Titel. CON GAME
Laufzeit in Minuten. 105

Regie. WOLF WOLFF
Drehbuch. WOLF WOLFF
Musik. MAX WÜRDEN
Kamera. HEIKO RAHNENFÜHRER
Schnitt. RACAM . HILKO WOLFF
Darsteller. TONI DE BRUIN . VIOLA KUNZE . AXEL NEUMANN . PETER SILBEREISEN u.a.

Review Datum. 2006-02-21
Erscheinungsdatum. 2005-09-15
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1/DD 2.0) . ENGLISCH (DD 5.1/DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
So kann's gehen mit einer schwierigen Schwangerschaft: Vorsorgeuntersuchung, Ultraschall, es werden Fehlentwicklungen festgestellt, Die Sorge wächst, als sich die Schwangerschaft viel zu früh ihrem Ende neigt, wird zur Angst, weil es dann sogar noch zur brutalen Zangengeburt kommt und am Ende schließen die Eltern das Kleine, dass es dann doch noch irgendwie in die Welt geschafft hat, ganz besonders tief ins Herz.

So geht es auch den Machern von CON GAME, Kameramann Heiko Rahnenführer, Regisseur und Autor Wolf Wolff und Setdesignerin Andrea Baumhoff. In dem Audiokommentar zum Film oszillieren sie zwischen Stolz und Erstaunen, denn ihr Projekt hat es trotz immenser Schwierigkeiten und kaum Budget am Ende wirklich in die Welt geschafft.

Dieser Audiokommentar ist auch das interessanteste Feature der DVD. Hier erzählen die drei sehr offenherzig von den Komplikationen vor und während des Drehs, von der stetigen Verkürzung der Drehzeit, von technischen Problemen usw. usf.
Hier lohnt es sich besonders, reinzuhören. Gerade filminteressierte Jungspunde können einiges lernen, nämlich dass die Realisierung eines Filmprojektes trotz enormen Engagements um Welten schwieriger zu bewerkstelligen ist, als man es sich gemeinhin vorstellen möchte.

Es gibt ja auch Beispiele von Filmen, die mit extrem niedrigen Budget und daraus resultierenden Schwierigkeiten entstehen mussten und dennoch absolut sehenswert sind. Die haben dann meistens andere Qualitäten ausser der professionellen Umsetzung: eine gute Story, einen intelligenten Plot, einen originellen, experimentellen, vielleicht auch anarchistischen Umgang mit dem Medium Film.

Davon hat CON GAME nichts. Die Geschichte von einem Kleinganoven, der die Mafia bescheißt und auf einen dubiosen Bauernhof flieht, auf dem sich eine Art Internet-Sex'n Snuff-Big Brother-Produktionsstätte befindet, ist konfus und krude: sie trägt sich nicht. Die Umsetzung schielt auf die konventionelle Rezeption etwaiger Zuschauer und kann da nur enttäuschen. Denn wo ein konventioneller Film mit einem konventionellen Etat, der immerhin eine ordentliche Inszenierung erlaubt, die Minimalanforderung von Stringenz, von Stimmigkeit erfüllen kann, kirscht es hier an allen Ecken und Enden. Zu allem Überfluss rüpelt auch noch eine Vergewaltigungsszene in's Finale, die im Zusammenhang eines zusammenhanglosen Films richtig übel wirkt.

Auch wenn den Filmemachern Respekt gebührt, trotz widriger Umstände so etwas ähnlich wie einen Film fertig gestellt zu haben, es bleibt die Frage, warum jemand seine Zeit mit CON GAME vergeuden sollte: es gibt weder eine lustige Trash-Komponente noch einen Erleuchtungsmoment ob einer brillanten Story, einfach nur Ödnis und Verwirrung. Schade, denn Kamera, Cast und Musik sind spitze.

Nehmen wir also diese DVD, als was sie am Besten taugt: als Schulungs-DVD für angehende Filmemacher. Die wichtigste Lektion daraus: es reicht nicht, belichtetes Material in irgendeine Reihenfolge zu bringen, es braucht schon das Fundament eines tragfähigen Plots. Ob Wolf Wolff das beherzigen wird? Sein nächster Film ist in der Mache.

DVD.
Für eine Lowlow-Budget-Produktion ist die DVD erstaunlich üppig ausgestattet: animiertes Hauptmenü, Trailer, Audiokommentar mit Regisseur, Kameramann und Set-Designerin (letztlich das einzig Sehenswerte), ein kurzer Film über die Komponisten des Soundtracks, ein schlechtes Video der schlechten Band Crematory, die ein schlechtes Stück für den Abspann beigesteuert haben, Set-Impressionen, ein Easteregg und eine Trailershow.
Der Ton ist ok, obwohl die Unzahl von Audioversionen, gerade 5.1 kommt hier nicht richtig zum Zuge, etwas übertrieben ist.
Auch am Bild ist nichts auszusetzen, auch wenn es manchmal etwas rauscht. Aber das liegt dann am verwendeten Filmmaterial und da wir ja alle den Audiokommentar gehört haben, können wir deshalb nicht böse sein.








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